Täglicher Archiv: Modebranche

Why The Fashion Industry Needs To Empower Women More

Die Modeindustrie muss Frauen mehr bestärken

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Als von einer Frau geführten Modemarke, ist der Weltfrauentag für unser Team von l’amour est bleu ein wichtiger Feiertag. Am internationalen Frauentag (IWD) am 8. März  gedenken wir den sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Errungenschaften von Frauen. Obwohl Frauen jeden Tag gefeiert werden sollten, sind wir dankbar dafür, dass ein Feiertag eingeführt wurde, an dem bewusst die Fortschritte anerkannt werden, die uns von Frauen beschert worden sind.

Female Empowerment ist gleichbedeutend damit, als Frau mehr Kontrolle über alle Aspekte ihres Lebens zu übernehmen und gleichzeitig ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein. Der Begriff wurde in den letzten Jahren häufig in politischen, pädagogischen, ökologischen und sozialen Zusammenhängen verwendet. Aber setzt die Modebranche Female Empowerment in ihren Reihen auch um oder wird der Begriff nur zu Marketingzwecken gepredigt?

Die aktuelle Situation von Frauen in der Modeindustrie

Nach Angaben der Weltbank machen Frauen weltweit rund 39% der Beschäftigten in der Modebranche aus, mit positiver Entwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten. Obwohl die Gesamtzahl der Beschäftigten in der Modebranche nicht bekannt ist, sind im Textil-, Bekleidungs- und Schuh-Sektor weltweit schätzungsweise 60 bis 75 Millionen Menschen beschäftigt, von denen drei Viertel Frauen sind.

Für eine solch Frauen-dominierte Branche sieht sich die Modeindustrie mit ethischen Problemen konfrontiert und ist nicht in der Lage den Großteil der beschäftigten Frauen zu befähigen. Die geschlechtsspezifische Ungleichheit bleibt in der gesamten Branche ein Problem, von den höchsten Führungsebenen bis hin zu den Ladengeschäften und den Fabriken. Nur 12,5% der Bekleidungs- und Einzelhandelsunternehmen im Fortune 1000 sind von Frauen geführt. Selbst in der „High-End“ Modebranche wird die Mehrheit der Modehäuser immer noch von männlichen Designern geleitet. Der Mangel an weiblichen Führungskräften ist besorgniserregend, in Anbetracht dessen, dass Frauen größtenteils zu Beginn ihrer beruflichen Karriere in die Modebranche eintreten und demnach genug Erfahrung und Expertise mitbringen müssten.

In den Nachrichten wird regelmäßig von Frauen berichtet, die unterdrückt oder missbraucht werden. Die Beweise für die fortlaufende Unterdrückung von Frauen in der # MeToo-Bewegung zwischen 2017 und 2018 hat das furchtbare Verhalten von Männern in der Modebranche ans Licht gebracht. Viele weibliche Models haben das erste Mal offen über Missbrauch, Body-Shaming und Rassismus gesprochen.

Im produzierenden Gewerbe, das häufig in Entwicklungsländern angesiedelt ist, sind 80% der weltweiten Textilarbeiter Frauen. Viele dieser Textilarbeiterinnen sind gefährdet und stehen vor einer Reihe von Herausforderungen, die von niedrigen Löhnen und unsicheren Arbeitsbedingungen bis hin zu häuslicher Gewalt reichen. Eine Statistik ergab, dass rund 60% der Textilarbeiter in Bangladesch unter sexueller Belästigung leiden. Ein Bericht von Oxfam aus dem Jahr 2019 ergab, dass 0% der Textilarbeiter in Bangladesch und nur 1% der Textilarbeiter in Vietnam einen existenzsichernden Lohn verdienen. Weil sie nicht genug Geld verdienen, um sich und ihre Familien zu ernähren, beginnen ihre Töchter oft schon ab 10 Jahren in Fabriken zu arbeiten.

Why Fashion Industry Needs To Empower Women More
Photo via Pexels

Was kann die Modebranche tun, um Frauen zu bestärken?

Die Modebranche hat die Möglichkeit und gleichzeitig auch die Verantwortung, ihren Einfluss zu nutzen, um Frauen zu bestärken. Modemarken können den Konsumenten durch redaktionelle Inhalte, Markenbotschaften und sogar Models wichtige Botschaften vermitteln, indem sie sicherstellen, dass Frauen unabhängig von ihrer Größe, Hautfarbe oder ihrem Hintergrund angemessen vertreten, unterstützt und angenommen werden. Darüber hinaus sollten Modemarken den Kunden die Möglichkeit geben, ihre Bekleidung mit einem menschlichen Gesicht und dem damit verbundenen Handwerk zu verbinden, damit auch die Textilarbeiterinnen eine Stimme bekommen.

Mode sollte auch die internen Probleme von Ungerechtigkeit und Ungleichheit angehen, die in der Branche vorherrschen. Die Fashion-Community besteht aus talentierten, unabhängigen Frauen, aber in der gesamten Branche sind sie in den Führungspositionen unterrepräsentiert. Geschlechtergleichstellung und sexuelle Achtung sollten am Arbeitsplatz eine höhere Priorität haben.

Unternehmen können mit Chancengleichheit gegen Diskriminierung vorgehen. Frauen erhalten oftmals nicht die gleichen Möglichkeiten wie Männer. Führungsteams und der Vorstand sollten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern aufweisen, was die Auswirkungen auf den Gewinn, die Fähigkeit zum Wachstum sowie die Aufrechterhaltung und Gewinnung von Talenten steigern würde. Ein Bericht von PWC ergab, dass unter den Bekleidungsunternehmen der Fortune 1000 von Frauen geführte Unternehmen fast doppelt so profitabel sind wie Unternehmen mit männlichen CEOs. Eine Steigerung der weiblichen Führungskräfte um 30%, könnte eine Rentabilitätssteigerung um 15% bewirken. Unternehmen mit Frauen im oberen Management haben erwiesenermaßen eine bessere „Innovationsintensität“ und produzieren durchschnittlich 20% mehr Patente als Teams mit männlichen Führungskräften.

Bildung ist eine weitere Möglichkeit, junge Frauen zu stärken. Laut UNICEF könnten Investitionen, die Mädchen dabei unterstützen die nächsthöhere Bildungsstufe zu erreichen, zu einem lebenslangen Einkommen von bis zu 68% des jährlichen BIP führen. Die Modebranche sollte in Ländern mit eingeschränkten Bildungsmöglichkeiten für Frauen, den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung fördern. Die Einrichtung finanzieller Fördermittel könnte Mädchen dabei unterstützen die Schule zu besuchen, um ihnen mehr Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.

Why The Fashion Industry Needs To Empower Women More

Wie Konsumenten etwas bewirken können

Es gibt viele Dinge, die du tun kannst, um den Weltfrauentag zu zelebrieren. Unterstütze eine feministische Autorin oder verschenke Blumen an Frauen, die dir was bedeuten. Wenn du einen Unterschied in der Modebranche machen möchtest, kannst du beispielsweise Modemarken mit weiblichen Gründern oder von Frauen geführte Modeunternehmen unterstützen. Du könntest auch Marken unterstützen, die ihren Mitarbeiterinnen faire Löhne und Arbeitsbedingungen sicherstellen.

Wir können das Thema auch in den sozialen Medien diskutieren. Die Stärkung der Frauenrolle und die Geschlechtergleichstellung sind ein komplexes und vielschichtiges Thema, das noch viel Zeit brauchen wird, um in der Gesellschaft vollends anzukommen. Wir können dieses Thema aber z.B. mit Posts über Frauen in der Unternehmensführung, sexuelle Belästigung oder die Unterstützung schutzbedürftiger Frauen in der Textilindustrie vorantreiben. Mithilfe der sozialen Medien können wir diese Themen an Unternehmen, leitende Angestellte, Redakteure, Stylisten, Fotografen, etc. kommunizieren und sie zur Rechenschaft ziehen.

Als Verbraucher sind wir ein entscheidender Teil der Modebranche. Wir sind diejenigen, die ihr Handeln beeinflussen. Daher ist es ist wichtig, sich mit Themen wie Geschlechtergleichstellung auseinanderzusetzen und unser Geld für Unternehmen einzusetzen, die sich für die Bestärkung von Frauen einsetzen. Unsere Kaufentscheidungen wirken sich auf das Leben von Millionen von Frauen aus, von der Stoffweberin bis hin zur Geschäftsführerin. Durch einen bewussteren Konsum und die Unterstützung von Frauen, die die Modebranche vorantreiben, kannst du insbesondere zur heutigen Zeit einen großen Unterschied machen. Diese Frauen arbeiten daran, eine verantwortungsbewusste, nachhaltige und vielfältige Modebranche zu schaffen. Und unglaubliche Dinge können passieren, wenn Frauen sich gegenseitig unterstützen.

Unsere Kaufentscheidungen wirken sich auf das Leben von Millionen von Frauen aus, von der Stoffweberin bis hin zur Geschäftsführerin. Durch einen bewussteren Konsum und die Unterstützung von Frauen, die die Modebranche vorantreiben, kannst du insbesondere zur heutigen Zeit einen großen Unterschied machen.

Diese Frauen arbeiten daran, eine verantwortungsbewusste, nachhaltige und vielfältige Modebranche zu schaffen. Und unglaubliche Dinge können passieren, wenn Frauen sich gegenseitig unterstützen.

Wie wir Frauen bestärken

l'amour est bleu Gründerin Thien Huynh

Ein von Frauenhand gegründetes und geführtes Unternehmen

 

l’amour est bleu wurde von mir – Thien Huynh – vor über drei Jahren gegründet. Mittlerweile haben wir uns zu einem dreiköpfigen Frauenpower-Team entwickelt. Hier kannst du mehr über das Team erfahren.

GOTS

GOTS-zertifizierte Materialien

 

Über 95% unserer Materialien sind GOTS-zertifiziert. Der Global Organic Textile Standard definiert auf hohem Niveau umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette und fordert gleichzeitig die Einhaltung von Sozialkriterien. Erfahre hier mehr über unsere Stoffe.

l'amour est bleu Team Annika Oestreich

Lokal von Frauen produziert

 

Unsere Schneiderinnen sind ein wichtiger Teil von l’amour est bleu. Dank ihrer Fähigkeiten entstehen die Kleidungsstücke, die dich über mehrere Jahre begleiten. Jedes Teil wird unter fairen Arbeitsbedingungen in Berlin genäht. Erfahre hier mehr über unsere Produktion.

Mode, die Frauen empowert

 

Wir machen Mode, in denen sich Frauen bedingungslos wohlfühlen. Vielseitigkeit, komfortable Schnitte und atmungsaktive Stoffe geben Frauen die Möglichkeit, sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren.

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ENTDECKE NACHHALTIGE MODE

SHOP
The environmental impacts of online shopping

Wie wirkt sich Online-Shopping auf unsere Umwelt aus?


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Seit der Pandemie kaufst du wahrscheinlich mehr online ein. Seit des ersten Lockdowns haben wir gezwungenermaßen mehr online bestellt und genießen mittlerweile den Komfort des Online Shoppings, als in ein Geschäft zu gehen. Aber zwischen Plastikverpackungen, CO2- Emissionen und Retouren, die direkt auf die Mülldeponie gehen, gibt es zusätzlich versteckte Umweltauswirkungen des Online-Shoppings. Die Pandemie hat die Art und Weise wie Menschen einkaufen, grundlegend verändert: Millionen von Menschen kaufen alles online ein, von Lebensmitteln bis zu Schuhen.

Der digitale Umsatz stieg im zweiten Quartal 2020 um 71 % und im dritten Quartal um 55 %. Über 65 % der europäischen und amerikanischen Verbraucher gaben an, dass sie in der Corona-Krise weniger für Kleidung ausgeben werden, dafür ihre Bekleidungskäufe aber mehr über Online und soziale Kanäle tätigen werden. Während des Lockdowns hat sich das Online-Shopping als positive Freizeitaktivität etabliert, das den Leuten dabei hilft, ein Stück der alten Realität beizubehalten. 

Aber welche Auswirkungen hat der neu entdeckte Online-Shopping-Wahn auf die Umwelt? Könnte unser neues Konsumverhalten schädlich für den Planeten sein?




Die Auswirkungen des Versands

Ein Teil der Lieferkette im Einzelhandel wird als “Lieferung auf der letzten Meile” bezeichnet: Die Entfernung zwischen einem Ladengeschäft und dem Kunden oder beim Online-Shopping die Entfernung zwischen dem Distributionszentrum und dem Kunden. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach “Lieferungen auf der letzten Meile”, einschließlich “Click & Collect” und reinen Online Shop-Lieferungen, bis 2030 um 78 % wachsen wird. Dies könnte zu 36 % mehr Lieferfahrzeugen in 100 Städten auf der ganzen Welt führen, was mehr CO2-Emissionen, Verschmutzung und Staus bedeuten würde.

Wenn du früher mit dem Auto zum Laden gefahren bist, ist der Online-Einkauf die umweltfreundlichere Wahl. Die Hauptursache dafür sind die CO2-Emissionen, die durch die Autofahrt zum Geschäft entstehen. Auch die Energie, die für den Betrieb eines Einzelhandelsgeschäfts verbraucht wird, wirkt sich negativ auf die Nachhaltigkeitsbilanz beim Einkaufen im Geschäft aus. Allerdings bestellt ein Großteil der Menschen beim Online-Shopping nur einen Artikel pro Bestellung, während sie sich beim Besuch eines Geschäfts mit mehreren Artikeln eindecken. Der kleinste CO2-Fußabdruck entsteht  tatsächlich, wenn du direkt im Geschäft bestellst.





The environmental impact of online shopping


Foto: https://www.unsplash.com






Schnelle Lieferung: Komfortabel, aber schlecht für die Umwelt  

Früher waren wir bereit ein paar Tage auf unsere Bestellung zu warten, dies hat sich allerdings über die letzten Jahre deutlich verändert. Eine schnelle Lieferung bedeutet oftmals, dass mehrere Einzelbestellungen transportiert werden müssen und dafür mehr Fahrzeuge unterwegs sind, um die einzelnen Bestellungen auszuliefern.

Internationale Express-Versandoptionen könnten zu einer Erhöhung der CO2-Emissionen führen, da  Luftfracht etwa dreimal mehr Emissionen verursacht als der See- oder Landweg. Die schnelle Lieferung auf der letzten Meile wächst jährlich um 36 %. Amazon zum Beispiel liefert bereits an 72 % aller Kunden innerhalb von 24 Stunden.




Die schädlichen Umweltauswirkungen von Retouren

Ein wichtiger Faktor, der berücksichtigt werden muss, sind die Umweltauswirkungen von Retouren. Laut einer Studie des Unternehmens GreenStory werden nur 6 – 8 % der Kleidungsstücke zurückgegeben, wenn sie im Geschäft gekauft wurden. Die Retourenquote im Online-Handel beträgt im Vergleich dazu 30 %. In Deutschland wird jede dritte Online-Bestellung zurückgegeben. Besonders schockierend ist, dass 20 % der Retouren auf der Mülldeponie landen, weil sie nicht weiterverkauft werden können. Hinzu kommt, dass viele Kunden, vor allem Kleidung online kaufen, um letztendlich den Großteil ihrer Bestellung wieder zurückzusenden. Das Hin- und Herschicken der Bestellungen führt zu mehr CO2-Emissionen und Kosten.




In Deutschland wird jede dritte Online-Bestellung zurückgegeben. Besonders schockierend ist, dass 20 % der Retouren auf der Mülldeponie landen, weil sie nicht weiterverkauft werden können.




Das wahre Ausmaß an Verpackungsmüll

Generell führt der Online-Handel dazu, dass mehr CO2-Emissionen und Abfall pro Artikel entstehen. Online-Käufe verursachen mehr Verpackungsmüll und Bestellungen mit mehreren Einzelartikeln haben oftmals Mehrfachlieferungen zur Folge, die wiederum mehr Verpackungsmüll bedeuten. Da die Online-Bestellungen zunehmen, nimmt gleichzeitig weltweit die Menge an Verpackungsmüll zu. In den USA macht der Verpackungsmüll des Online-Handels mittlerweile fast ein Drittel des gesamten Müllaufkommens aus!

Der Großteil der Verpackungen landet letztendlich auf der Mülldeponie oder wird verbrannt. Nach Angaben des Unternehmens Canopy werden jedes Jahr etwa 3 Milliarden Bäume gefällt, um 241 Millionen Tonnen Versandkartons, Pappmailer, Verpackungspapier und andere Papierverpackungen herzustellen.

Die meisten Folien und Luftpolstertaschen sind nicht recyclefähig. Zudem besteht bei Luftpolstertaschen das Problem, dass sie zum Ausfall der Recyclingmaschinen führen und dabei wertvolle Zeit und Geld in Anspruch nehmen, die für das Recyceln von Kunststoffen verwendet werden können.




Was können wir tun, um nachhaltiger online zu shoppen?

Online-Shopping ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und wird in Hinblick auf die aktuelle Corona-Krise sogar zur Notwendigkeit. Doch wie können wir die Vorteile des Online-Shoppings mit einem guten Gewissen genießen?

Eine Möglichkeit zur Reduzierung von CO2-Emissionen wäre, sich seine Bestellung zu einer Packstation liefern zu lassen, so dass die Fahrer viele Bestellungen an einem Ort abliefern können und nicht viel hin und her fahren müssen. Auch das Einkaufen von lokalen Produkten oder in lokalen Geschäften bzw. bei lokalen Online-Händlern reduziert CO2-Emissionen, weil die Waren nicht über weite Transportwege geliefert werden.

In Hinblick auf den Verpackungsmüll wäre die Verwendung von recycelten Materialien die nachhaltigste Lösung. Recycelte Materialien schützen die Wälder vor der Abholzung und verbrauchen zusätzlich weniger Wasser und Energie bei der Herstellung. Auch innovative Materialien wie z. B. Biokunststoff, der aus landwirtschaftlichen Reststoffen hergestellt wird, wäre eine nachhaltige Verpackungsalternative. Im Vergleich zu herkömmlichen Plastik dauert es maximal 2 Jahre, bis er vollständig abgebaut ist und er hinterlässt keine Restspuren im Boden.

Es liegt größtenteils bei den Online-Händlern ihre negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren. Doch gleichzeitig liegt es auch an uns mehr Verantwortung zu zeigen, indem wir unsere Einstellung und Erwartungen beim Online-shoppen  zugunsten der Umwelt ändern. Kostenloser Versand ist mittlerweile zur Norm geworden und wird von den meisten Online-Shoppern erwartet. Gesellschaftlich gesehen sind aber die Kosten für den Versand von Online-Bestellungen ziemlich hoch. Allein die Auswahl der Abholoption anstelle einer Lieferung führt zu einer deutlichen Senkung des CO2-Abdrucks. Durch die Bevorzugung von Online-Shops, die eine klimaneutrale Lieferung oder nachhaltige Verpackungen anbieten, unterstützt du Unternehmen, die ihre negativen Auswirkungen auf die Umwelt reduzieren. Auch die Reduzierung von Rücksendungen ist eine Möglichkeit die negativen Umweltauswirkungen des Online-Shoppings zu verringern. Letztendlich ist es am nachhaltigsten, wenn wir beim Shoppen nur Dinge zu kaufen, die wir wirklich brauchen.




Unser Beitrag für die Umwelt




l'amour est bleu nachhalitge Versandverpackung

Nachhaltige Versandverpackung

 

Unsere Versandverpackung besteht zu 100% aus recyceltem Papier und ist mit Öko-Farben bedruckt. Alle Materialien können wieder komplett recycelt werden.




l'amour est bleu nachhaltiger Versand

Nachhaltiger Versand

 

Wir versenden klimaneutral per DHL. Bei Mehrfach-Bestellungen werden alle Artikel in einem Paket verschickt.






l'amour est bleu lokale Produktion

Lokale Produktion

 

Wir entwerfen, entwickeln und produzieren alle Kleidungsstücke in Deutschland. Dies spart weite Transportwege und unterstützt die lokale Textilindustrie.




l'amour est bleu made to order

Made to order

 

98% unserer Kleidungsstücke werden Made to order produziert. Dadurch sparen wir natürliche Ressourcen und vermeiden Überproduktion. 




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SHOP


l'amour est bleu Fair Fashion Pop-up

Wie eröffne ich einen Pop-up-Store?


„Das habe ich vorher noch nie versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe“, ein Zitat von Pippi Langstrumpf, dass mir in letzter Zeit öfters über dem Weg gelaufen ist. Ganz nach diesem Motto spielte ich Mitte Dezember in meinem Kopf mit der Idee einen Pop-up-Store zu eröffnen. Diese Idee beschäftigte mich bereits seit zwei Jahren, doch nach der Geburt meines Sohnes Ende 2018 hatte ich vorerst mit anderen Themen zu tun, wenn du weißt was ich meine! Doch als sich das Jahr 2019 dem Ende zuneigte, juckte es förmlich in meinen Fingern und ich rief meine Schwester Mai an, um sie zu fragen: „Was hältst du davon mit mir zusammen einen Pop-up-Store zur Berlin Fashion Week im Januar zu eröffnen?“




Finde eine Location

Für mich war klar, dass ich neben nachhaltiger Mode noch etwas Anderes brauchte, um die Kunden in den Shop zu ziehen. Da kam mir sofort die Idee einer Natural Beauty Lounge – ein Bereich im Shop, wo sich Kunden, Promis etc. für die Fashion Week schminken und beraten lassen konnten, gepaart mit hilfreichen Tutorials. Als Mai zusagte und dieser Punkt gesichert war, galt es eine passende Location zu finden. Schließlich waren es nur noch vier Wochen bis zur Fashion Week im Januar! Die Location sollte möglichst im Geschehen der Berliner Fashion Week mit viel Laufkundschaft sein. Leichter gesagt als gefunden, doch da landete ein Newsletter von The Lovers in meinem Postfach, in dem es um die Einweihung des neuen The Lovers & Leaders Space in der Torstraße ging. Ich folgte dem Wink des Schicksals und schrieb Yasmine, Gründerin der Lovers Community, an. Dann ging alles ganz schnell und die Location war einige Tage vor Heiligabend gesichert. Nun gab es für mich kein Zurück mehr.





The Lovers and leaders space


Foto: https://www.theloversandleaders.org






Stelle das Sortiment zusammen  

Einen kleinen Haken hatte die Location allerdings: Die Miete war viel höher als vermutet. Im Vergleich zu anderen Locations, die wir angefragt haben, allerdings akzeptabel. Für mich war die oberste Priorität die Miete zu decken, damit für mich im Nachhinein nicht zu hohe Kosten entstehen. Zum Glück habe ich ein großes Netzwerk an nachhaltigen Designern und schlug Ihnen vor, ihre Mode im Pop-up-Store mit anzubieten. Meine Freundin Alexa von Alexas Alphabet konnte ich schnell begeistern, von den restlichen Designern hagelte es leider nur Absagen oder es kam keine Antwort. Na gut, es war drei Tage vor Heiligabend und ich konnte gut verstehen, warum andere nicht ganz so euphorisch waren wie ich. Dann fing ich an mein entfernteres Netzwerk anzuschreiben: Nachhaltige Designer, dich ich flüchtig kannte oder welche, die mir auf Instagram folgten. Ganz nach dem Motto: „Wer meine Insta-Posts und Stories liked, der hat vielleicht auch Lust in meinen Pop-up-Store zu kommen“. Ich konnte kaum fassen, wie positiv die Rückmeldungen waren! Keine der Designerinnen scheute sich über Weihnachten mein Angebot durchzulesen und Zahlen zu wälzen. Letztendlich sagten mir acht Mode- und Accessoires-Marken zu und Mai organisierte die Neunte. Zusammen mit l’amour est bleu waren wir zehn Fair Fashion Brands mit sehr unterschiedlichen Produkten und Stilrichtungen – von Damenmode, Kindermode bis hin zu Schmuck und Accessoires war alles dabei. Das Sortiment sah klasse aus und die Preisgestaltung war perfekt!





l'amour est bleu Fair Fashion Pop-up




Ohne Bürokratie funktioniert gar nichts

Es folgte mein unbeliebtester Teil der ganzen Organisation: In einer Nacht-und-Nebel-Aktion erstellte ich die Verträge für alle Modemarken. Zusätzlich verfasste ich eine Anweisung für alle Designer, damit sie wussten, was ich von ihnen alles brauchte und wo sie ihre Produkte hinschicken sollten. Der Online-Flyer und das Event-Programm wurden erstellt, damit die Designer den Pop-up-Store auch in ihren Social Media-Kanälen bewerben konnten. Es waren nur noch zwei Wochen bis zur Eröffnung des Pop-up-Stores und nur über eine gebündelte Reichweite konnten wir genug Besucher für den Shop akquirieren. Ich verschickte Einladungen an Blogger, Influencer und Redakteure aus der Fair Fashion Branche, während Mai das gleiche für die Beauty-Branche machte. Zu guter Letzt mussten noch Möbel organisiert werden. Vor Ort gab es schon viele Möbel, die wir nutzen konnten, doch es fehlten elementare Dinge wie eine Umkleidekabine oder ein Kassentisch samt Kasse. Diese zwei Dinge haben mich fast in den Wahnsinn getrieben, bis letztendlich der Pragmatismus siegte: Wir kauften einen Paravent und eine Geldkassette. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Die letzte Woche vor der Eröffnung war von langen Nachtschichten gezeichnet, doch das Adrenalin kompensierte alles.




Am Freitag vor der Eröffnung wachte ich mit Lampenfieber auf. In meinem Kopf breitete sich der hysterische Gedanke aus: „Scheiße, was habe ich mir dabei gedacht?! Ich kann das nicht!“




Begegne Herausforderungen mit Vertrauen und Pragmatismus

Ganz so reibungslos wie auf meiner Seite lief es mit dem Beauty-Bereich leider nicht. Die potenziellen Naturkosmetik-Marken haben sich bereits zwei Wochen vor Weihnachten in den Weihnachtsurlaub verabschiedet und waren erst in der zweiten Januarwoche wieder erreichbar. Zum Schluss haben wir dank Mais und Ellis Einsatz mit Davines, Hiro und Viliv großartige Naturkosmetik-Marken als Partner gewinnen können. Nach und nach wurden die Produkte der Designer und der Kosmetikfirmen samt Mobiliar angeliefert und mein Keller füllte sich bis zum Rande. Mein DPD-Bote des Vertrauens rief mich einige Tage vor der Eröffnung des Pop-up-Stores an und sagte: „Thien, ich habe hier ein Drittel meines Lieferwagens mit Paketen für dich voll, was ist los?“ Als ich ihm euphorisch mitteilte, dass ich einen Pop-up-Store eröffnen werde, bekam ich als typische Berliner Antwort: „Das ist ja schön für dich!“. Beim Anblick der ganzen Kartons und Möbel graute es mir vor dem Aufbau. Am Freitag vor der Eröffnung wachte ich mit Lampenfieber auf. In meinem Kopf breitete sich der hysterische Gedanke aus: „Scheiße, was habe ich mir dabei gedacht?! Ich kann das nicht!“ Als ich meinem Mann am Frühstückstisch panisch meine Gedanken mitteilte, bekam ich als unterstützende Antwort: „Du weißt schon, dass es jetzt kein Zurück mehr gibt, oder?“




Richte den Laden ein

Da hatte mein Mann schon Recht. Zum Glück war meine To Do-Liste so lang, dass sie dreimal um die Welt reichte und ich dadurch keine Zeit hatte, mich mit meiner Angst zu beschäftigen. Durch das ständige Arbeiten kam ich in einen regelrechten Flow, der mich durch den ganzen Stress sicher hindurchführte. Ich hatte zwar To Do-Listen, aber mir fiel aus irgendeinem Grund alles leicht von der Hand, so als ob ich schon routiniert im Eröffnen von Pop-up-Stores war. Ich hatte einfach ein ganz tiefes Vertrauen, dass alles klappen wird oder so kommen wird, wie es sein soll. Ein Tag vor der Eröffnung fuhren wir mit drei Autos vor und luden den Inhalt unseres halben Kellers im Laden ab. Wir hatten laut Vertrag vier Stunden Zeit einen vollkommen leeren Laden einzurichten. Es standen zum Glück schon zwei Tische und Kleiderstangen im Laden, aber von einem eingerichteten Ladengeschäft waren wir noch meilenweit entfernt. Wie Turbo-Heinzelmännchen gingen Mai, ihre Partnerin Elli, mein Mann und ich ans Werk und bauten den Shop auf. Tanja von Colour Stories und Korinna von Kokobasket kamen noch vorbei und packten mit an. Zu unserem Glück bekamen wir von Yasmine das ok, solange im Laden aufzubauen, bis wir fertig waren. Nach dem Aufbau folgte das Einrichten, für mich die Seele eines Shops. Gemeinsam dekorierten wir die Tische und gestalteten den Laden so wie ich es mir mehrere Male vor meinem inneren Auge ausgemalt hatte. Nach insgesamt sieben Stunden standen Mai, Elli und ich in einem fertig eingerichteten Pop-up-Store und ich konnte das Wunder nicht fassen!







l'amour est bleu Fair Fashion Pop-up



l'amour est bleu Fair Fashion Pop-up



l'amour est bleu Fair Fashion Pop-up




Auf dem Foto rechts siehst du den tollen Foodtruck von Feel Good Foods. Eva hat uns mit ihren leckeren und gesunden Snacks von lokalen Herstellern verköstigt – einer der Highlights des Fair Fashion Pop-up-Stores. 




Lohnt sich ein Pop-up-Store?

Zur Eröffnung waren wir noch nicht ansatzweise perfekt aufgestellt. An den Kleidungsstücken fehlten Preisschilder, die Bügel waren noch nicht geliefert, die Artikel waren nicht alle im Kassensystem errichtet, es waren noch nicht alle Events online gestellt…das waren aber alles Punkte, die wir im Laufe des Betriebs nach und nach abarbeiteten. Von Tag eins an hatten wir durchgängig so viel Besuch, dass Mai, Elli und ich kaum Zeit hatten Pausen zu machen oder uns hinzusetzen. Es gab auch ruhige Phasen, doch in der Zeit wurde organisiert, gepostet oder Events wurden vorbereitet…es war eine volle, aufreibende Woche.

Ob sich der Shop gelohnt hat? Wenn wir von den klassischen Kennzahlen ausgehen, sind wir mit einem Plus Minus null rausgegangen. Unter der Berücksichtigung, dass wir für die Eröffnung des ersten Pop-up-Stores initial in Mobiliar, Dekoration, etc. investiert haben, ist es für mich ein zufriedenstellendes Ergebnis. Kostenoptimierung, Kundengewinnung und Umsatzsteigerung sind alles Kennzahlen, die wir mit den entsprechenden Maßnahmen optimieren können. Doch es hat sich ein Mehrwert ergeben, mit dem keiner von uns vorher gerechnet hatte: Unsere Vision war es, mit dem Fair Fashion Pop-up den Menschen zu zeigen, wie großartig ein nachhaltiger Lifestyle sein kann und dass es nichts mit Einschränkungen und Kompromissen zu tun hat. Als motiviertes Team haben wir diese Message erfolgreich an die Kunden im Shop und die Follower in den sozialen Medien übermittelt. Das Feedback war durchweg positiv und wir haben in nur einer Woche so viele wunderbare Menschen kennengelernt und neue Bekanntschaften hinzugewonnen. Alle Brands haben in der kurzen Zeit viel hilfreiches Feedback bekommen, ihr Netzwerk erweitert und an Sichtbarkeit gewonnen. Der Großteil der Designer – alles Einzelunternehmerinnen- ist zu einer Community zusammengewachsen, die sich gegenseitig unterstützt und motiviert. Fast alle Designer führen rein online ihre Mission „Nachhaltigkeit in die Welt zu bringen“. Doch als Online-Marke musst du auch offline gehen. Wir leben heutzutage in einer online-dominierten Welt und unterschätzen, wie wichtig der echte zwischenmenschliche Kontakt ist. Die Pop-up-Woche hat für die Marken und das Thema Nachhaltigkeit mehr Sichtbarkeit offline und online verschafft. Es ist ein Dialog, der auf beiden Kanälen geführt werden muss – er wird jetzt online fortgeführt, um bald wieder im nächsten Pop-up offline geführt zu werden…und auf diese Weise ergibt sich ein Kreislauf, der hoffentlich immer mehr Menschen zu einem nachhaltigen Lifestyle inspiriert.

*Wichtiger Nachtrag: Ohne mein großartiges Team hätte ich das ganze nie geschafft. Ich hatte das unglaubliche Glück mit Mai und Elli zwei Frauen an meiner Seite zu haben, die genauso motiviert an die Sache rangegangen sind ich. Mit Sabina als Stylistin und Eva mit ihrem Foodtruck waren wir ein unschlagbares Team! Auch Korinna, Tanja und Alexa haben als Designerinnen viel Support vor Ort geleistet. Vielen lieben Dank euch allen für diese tolle Zusammenarbeit!





l'amour est bleu Fair Fashion Pop-up




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Alexas Alphabet nachhaltige Kinder und Damenmode

Lieblingsmarke: Alexas Alphabet


Alexas Alphabet – handmade key pieces


Alexas Alphabet ist das nachhaltige Damen- und Kindermodelabel meiner Freundin Alexa. Uns verbindet eine lange Freundschaft – kennengelernt haben wir uns im Job und unsere gemeinsame Leidenschaft für Mode hat uns zusammengeführt und macht bis heute unsere Freundschaft aus. Alexa hat ein Händchen für Farben und Muster und das wirst du auch an ihren Designs sehen. Für mich sind ihre Kleider und Kinderröcke ein absolutes Must Have, weil sie aus nachhaltigen Stoffen bestehen, in Deutschland gefertigt werden und gute Laune machen! Deshalb habe ich Alexa gebeten, auf meinem Blog mehr über ihre Mode zu erzählen.







Alexas Alphabet nachhaltige und faire Mode


Warum noch eine weitere Modemarke? …weil die Zeit dafür reif ist!

Während meiner jahrelangen Arbeit im Fast Fashion Business habe ich viele Einblicke in die konventionelle Mode-Branche gewonnen: Das Geschäftsmodell verlangt immer schnelleren Konsum und damit immer günstigere Produkte. Die Produktqualität und Verarbeitung werden immer schlechter, Produktionsprozesse in immer neue, noch weiter entfernte Entwicklungsländer verlagert. Dies geht zu Lasten der Umwelt und der Menschen – insbesondere der Näherinnen in den zumeist asiatischen Ländern. Die Wertschätzung und das einzelne Produkt für ein Kleidungsstück tritt bei uns immer mehr in den Hintergrund. Wenn ich überlege, durch wie viele Hände ein Kleidungsstück geht, wie viele Leute daran arbeiten, vom Weben, Zuschnitt, Nähen, Färben, Aufbereitung, Einpacken und Verschiffen, macht mich der schnelle Konsum und die Kurzlebigkeit vieler Artikel richtig betroffen.





Alexas Alphabet nachhaltige und faire Mode




Mode inspiriert vom bunten Alltag mit Kindern 

So kam ich zu Alexas Alphabet beziehungsweise, die Idee zu Alexas Alphabet kam mir in meiner Elternzeit: Nachhaltige Mode, elegant, aber unkompliziert, geeignet für den Alltag moderner Frauen, also im Büro ebenso wie auf dem Spielplatz.

Inspiriert werde ich vom bunten Alltag mit Kindern, dem Zauber anderer Kulturen und der Schönheit dekorativer Drucke. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich zwei Töchter habe, dass ich noch Kinderröcke mit in die Kollektion genommen habe.

Für meine Kollektionen setze ich auf natürliche Materialien und faire Produktion: Es werden ausschließlich ökologische – nach Möglichkeit sogar mit dem umfassenden GOTS-Siegel zertifizierte – Stoffe in kleinen Stückzahlen in deutschen Schneiderwerkstätten verarbeitet. Die meisten meiner Lieferanten kenne ich persönlich. Ein respektvoller Umgang entlang der gesamten Produktionskette ist mir wichtig.




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Made to order

Slow Fashion auf Bestellung


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Glaubst du an Schicksal? Eine sehr spirituelle Frage, um einen Blogpost zu beginnen, ich weiß. Ich glaube an das Schicksal, weil sich viele Dinge in meinem Leben so gefügt haben, wie ich es mir gewünscht habe. Auf der anderen Seite sind auch viele Wünsche nicht in Erfüllung gegangen, doch da rede ich mir ein, dass es nicht so sein sollte!

Als l’amour est bleu noch eine Idee in meinem Kopf war, wollte ich ein nachhaltiges Modelabel gründen, das Mode auf Bestellung verkauft. Da ich schon immer nach der Devise „ganz oder gar nicht“ gelebt habe, war das für mich die nachhaltigste Art Mode zu machen. Meine Idee war es, Kollektionen zu entwerfen, eine Bestellphase einzurichten und anschließend nur so viel Stoff zu bestellen und Kleidungsstücke nähen zu lassen, wie auch bestellt worden sind. Doch diese nicht neu erfundene Art Mode zu machen war für andere äußerst revolutionär, wenn nicht sogar utopisch.




Keiner ist bereit zwei Wochen auf Mode zu warten

Jeder hat mir von Made to order abgeraten, angefangen bei Freunden bis hin zu Business-Beratern. „Kein Kunde sei bereit zwei Wochen auf Mode zu warten“ oder „dieses Geschäftsmodell sei nicht skalierbar“, durfte ich mir anhören. Trotzdem blieb ich meiner Vision treu, doch die größte Hürde war die Modeindustrie selbst. Sie war nicht für diese Art der Lieferkette gemacht. Die nachhaltige Modeindustrie war damals (vor zwei Jahren!) noch viel kleiner, als sie heute ist und in diesem Bereich eine neue Lieferkette einführen zu wollen, war unmöglich. Na gut, es hätte mit viel Geld und Zeit funktioniert, was ich beides nicht hatte. Die konventionelle Modeindustrie funktioniert nämlich so: Lange Vorlaufzeiten, hohe Mengen, hohes Investment, großes Risiko. Wir arbeiten an einer Sommerkollektion mit einem Vorlauf von einem Jahr und sollen da entscheiden, welche Stoffe und Styles im nächsten Jahr zu einer Kollektion zusammengestellt werden sollen. Anschließend wird noch geschätzt, wie viele Teile in welchen Größen hergestellt werden sollen und fertig ist die Kollektion. Dann heißt es Augen zu und Daumen drücken. Dieses System funktioniert so gut, dass Unternehmen wie H&M oder Burberry jedes Jahr Millionen von Kleidung verbrennen. Ich investierte viel Zeit darin, Stofflieferanten und Produzenten mein Konzept zu erklären und obwohl sie den nachhaltigen Ansatz befürworteten, wollten oder konnten sich nicht auf Made to order einlassen.





fashion industry




Man muss sich der mächtigen Modeindustrie fügen  

Letztendlich habe ich klein beigegeben und meine erste Kollektion ganz konventionell vorproduzieren lassen – vier Styles mit jeweils 50 Stück pro Style, aufgeteilt in die Größen S, M und L. Der Bank, die meine Idee finanziert hat, gefiel diese Methode auch besser. Die zweite und dritte Kollektion habe ich genauso umgesetzt, nur mit geringeren Stückzahlen. Es trat das ein, was bei allen Modemarken eintritt: Ich blieb auf einigen Styles sitzen. Aus jahrelanger Erfahrung legte ich den Größenschwerpunkt von l’amour est bleu auf die Größe M und musste feststellen, dass meine Kundinnen hauptsächlich Größe S kaufen. Dann gibt es natürlich Styles die schlechter verkauft werden, als andere. Diese werden in der Modeindustrie liebevoll als „Penner“ bezeichnet. Das wurmte mich sehr, denn die nicht verkauften Kleidungsstücke waren gebundenes Geld, welches ich für als Investition für die nächsten Kollektionen brauchte. Was sollte ich nun tun? Die Reste im SALE unter Wert verkaufen? An Influencer verschenken? Ich tat nichts davon, sondern behielt einen langen Atem. Schließlich sind meine Designs zeitlos und saisonunabhängig, d.h. ich musste die Frühjahr-Sommer-Kollektion nicht in einer Saison abverkaufen. So füllt sich die Kasse zwar langsamer, aber ich entwerte nicht meine Mode und die Arbeit, die dahintersteckt.




Das Schicksal führte mich zu Made to order

Trotzdem wurmte mich die Vorstellung, für jede Kollektion ein hohes Investment zu tätigen und blind Bekleidung anfertigen zu lassen, auf der ich lange Sitze. Im letzten Jahr kam es schließlich dazu, dass die finanziellen Mittel nicht mehr reichten, um die nächste Kollektion vorzufinanzieren. Als die Bank dann noch einen weiteren Kredit ablehnte, bekam ich es mit der Panik zu tun. War es jetzt das Ende? Ich kann doch nicht einfach eine Kollektion auslassen? Und da schoss mir meine alte Vision wieder in den Kopf: Warum nicht Made to order ausprobieren? Theoretisch hatte ich noch genug Ware zum Abverkaufen, doch eine neue Kollektion sollte für frischen Wind sorgen. Was hatte ich schließlich zu verlieren? Im schlimmsten Fall hätte ich kein Teil der Made to order-Kollektion verkauft und hätte nur die Kosten für die Stoffe und meine Zeit investiert. Da mir diese Idee nämlich sehr kurzfristig einfiel, fehlte leider die Zeit die Muster von meiner Schnittmacherin und Produktion in Jahnsdorf anfertigen zu lassen.





l'amour est bleu made to order




Jetzt laufe ich mindestens einmal die Woche zu Karen, um meine fertig genähten Bestellungen abzuholen…ich glaube, besser konnte es nicht kommen. Obwohl doch, es kommt noch besser: Die Made to order-Kollektion ist aktuell die erfolgreichste Kollektion von l’amour est bleu!




Auch die höchste Hürde kann man meistern

Die Musterkollektion war die einfachere Herausforderung bei der Umsetzung von Made to order. Die viel größere Herausforderung war Schneider*innen zu finden, die für mich die Bestellungen nähen. Das Studio U&N konnte dieses Projekt nicht umsetzen, weil die Manufaktur nicht für solche flexiblen Aufträge ausgelegt ist. Letztendlich war es meine Bekannte Jovan von j.jackman, die mir unter die Arme griff. Sie las von meinem Made to order-Projekt auf Instagram und schlug mir vor, es mit ihrer Schneiderin zu probieren. j.jackman bietet moderne Businessmode an, die ebenfalls erst auf Bestellung in Berlin gefertigt wird. Dank Jovan näht nun Karen meine Bestellungen. Sie ist freiberufliche Schneiderin und hat ein eigenes Atelier, welches von mir zehn Minuten fußläufig erreichbar ist. Jetzt laufe ich mindestens einmal die Woche zu Karen, um meine fertig genähten Bestellungen abzuholen…ich glaube, besser konnte es nicht kommen. Obwohl doch, es kommt noch besser: Die Made to order-Kollektion ist aktuell die erfolgreichste Kollektion von l’amour est bleu! Das macht mich so unglaublich stolz, dass meine Vision in Erfüllung gegangen ist. Umso stolzer macht es mich, dass es so viele Frauen gibt, die bereit sind für ein Kleidungsstück zwei bis drei Wochen Wartezeit in Kauf zu nehmen. Das gibt mir Hoffnung, dass meine ganzen Bemühungen, die Modewelt nachhaltiger zu gestalten nicht vergebens ist. Um zu meiner Einstiegsfrage zurückzukommen. Ja, ich glaube an Schicksal und daran, dass deine Träume in Erfüllung gehen können. Und falls der ein oder andere Traum nicht wahr werden sollte, dann wartet auf dich etwas viel Besseres.



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l'amour est bleu Thien Huynh

10 facts about me


For the 1st anniversary of l’amour est bleu, I thought I’d give you the opportunity to get to know me better. Last year I gave an interview to two students whose ten questions I borrowed for this blog post.




  1. Thien, what made you start your own business?

“I think the wish was partly due to the fact that my parents were both entrepreneurs and I was allowed to grow up with the mindset. It was clear to me early on that I wanted to become a fashion designer of my own fashion label. After some time in different areas of the fashion industry, I was able to gain enough professional experience. This gave me security and little by little I felt like I was ready to start my own business. It was my wish to fulfill myself, to be able to make my own decisions and thus to take full responsibility. But it was not clear from the beginning that I wanted to create a sustainable fashion label. This has only emerged with the experiences I made in the fashion industry”.

2. Speaking of goals: How do you plan them and how do you organise yourself?

“When I define my annual goals, I first break them down to 3-month goals and from there to monthly, weekly, daily goals. Preferably with Post-Its or Excel. This gives me structure and security in everyday life. As the only head of l’amour est bleu, I need this order to complete all tasks on time. In addition, my iPhone accompanies me every hour. Not only do I make calls and maintain my calendar and to-do’s, but I also do “online marketing” with my phone.




It’s important for me to have a job that fulfills me. To practice my passion and to be able to live on it.“.




3. What is success to you?

“It’s important for me to have a job that fulfills me. To practice my passion and to be able to live on it. That’s why I’ve worked in fashion all my life, because I love fashion. I’m interested in a lot of things, but I can’t imagine doing a job other than fashion. I enjoyed my previous jobs a lot and I was happy. But since I founded l’amour est bleu, I know that this is the job that completely fulfills me. You need this feeling to be able to lead a company and above all to master stressful times”.

4. Were there obstacles or difficult periods on your way?

“In fact, the difficult period was very long, especially in the beginning. The first year before the online shop launch, I created the business plan and built up the entire corporate structure. For me that was a lot of theory, which I didn’t enjoy at all. In addition, I didn’t have a real income at that time because I hadn’t sold anything yet. The worst thing was this constant uncertainty that followed me. I worked day and night on the implementation of l’amour est bleu, but the final realization depended on whether a bank was willing to finance my venture. I remember how nervous I was telling people about my idea at the first network meetings and being afraid of their feedback. Today it’s a great feeling to be able to confidently say that I’m the CEO of a sustainable fashion label.

5. What helped you to move on?

“In general, I’m not the kind of person who gives up. I have a hard time dealing with defeats and I can only accept them if I have given everything. So I built up external pressure by telling as many people as possible about my plan. But I think that it was mainly my passion and belief in my idea that helped me to move on. And of course I had a lot of support from my family and friends. My family not only supported me financially, but also never doubted my idea.




Honesty and reliability are important to me. That is why I put myself under great pressure regarding sustainability issues when I founded l’amour est bleu. But looking back, I am happy that I can confidently say that my fashion is sustainable“.




6. Thien, how do you deal with time pressure and which values are basically important to you?

“I am not one of those people who like to work under time pressure, yet I put myself under too much pressure, because quality is very important to me. As a result, I want to exceed my expectations and only then I am 100% satisfied with the result. Unfortunately, the fashion industry is always under time pressure because you generally cooperate with many different partners. But I learned over the last year to take the pressure off by giving my partners and myself more time. Honesty and reliability are important to me. That is why I put myself under great pressure regarding sustainability issues when I founded l’amour est bleu. On one hand, it is easier for a young company than for an established company to build up a sustainable supply chain because everything still runs on a small scale. On the other hand, as a young company you don’t have the financial assertiveness of a large company. Finding the right suppliers and producers made me desperate. But looking back, I am happy that I can confidently say that my fashion is sustainable”.

7. If you had a superpower, what would it be?

“There are many superpowers I’d like to have. I would like to be super fast so that I could do as many things as possible in a short time. I would also welcome a day of 29 hours. Otherwise I would find super power napping very interesting and effective in order to regenerate quickly and create clarity”.

8. What’s your morning routine?

“I’ve become an early riser. You probably have to with a family. My morning routine starts with a breakfast with my husband and daughter. Afterwards I take her to the Kindergarten and start work. I can become an extremely unpleasant person in the morning if someone dares to disturb my routine and my “relaxed coming into the day mode”. 




Managing family and an intense job is not easy and women often tend to overload themselves“.




9. How do you deal with stress?

“Basically I try again and again to integrate smaller breaks into my everyday life in order to create a balance and to fill up on energy. Balancing is very important and keeping the balance is sometimes a challenge. Yoga is an important element for me to find myself again. But there are also stressful phases in which I hardly get to eat and sleep. Since I became an entrepreneur, it actually happened to me twice that my body pulled out the plug itself and I couldn’t do anything at all. Managing family and an intense job is not easy and women often tend to overload themselves. It is important for me to listen to my body, to give it peace when it needs it and to live healthy”.

10. How do you deal with your fears?

“Of course, there are situations that make you insecure. But I always tell myself that I never want to stop growing. I have consciously gone into many unpleasant situations in my life, because I have learned from them every time. Be it just that it wasn’t half as bad! The learning curve is amazing. Everything is possible, you just have to dare and have confidence”.

Still questions you like to ask me? Don’t hesitate and leave a comment.



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l'amour est bleu Thien Huynh

10 Fragen an mich selbst


English Version

Zum 1. Jährigen Geburtstag von l’amour est bleu habe ich mir gedacht, dass ich dir die Möglichkeit geben möchte, mich besser kennenzulernen. Im letzten Jahr habe ich zwei Studenten ein Interview gegeben, deren zehn Fragen ich mir für diesen Blogpost ausgeliehen habe.




1. Thien, was hat dich dazu bewegt ein eigenes Unternehmen zu gründen?

„Ich denke der Wunsch hing zum Teil damit zusammen, dass meine Eltern beide selbstständig waren und ich somit mit dem Mindset aufwachsen durfte. Für mich war schon früh klar, dass ich Modedesignerin meines eigenen Modelabels werden wollte. Nach einiger Zeit in den unterschiedlichsten Bereichen der Modebranche, konnte ich genug Berufserfahrung sammeln. Dies gab mir Sicherheit und nach und nach fühlte ich mich soweit mich selbstständig zu machen. Es war mein Wunsch mich selbst zu erfüllen, eigene Entscheidungen treffen zu können und somit die volle Verantwortung zu übernehmen. Was nicht von vornherein feststand war, dass ich ein nachhaltiges Modelabel gründen wollte. Dies hat sich erst mit den Erfahrungen, die ich in der Modebranche gesammelt habe, ergeben“.

2. Apropos Ziele: Wie planst du diese und wie organisierst du dich dabei?

„Wenn ich meine Jahresziele definiere, breche ich diese erst runter auf 3-Monatsziele und von da wieder auf Monatsziele, Wochenziele, Tagesziele. Am liebsten mit Post-Ist oder Excel. Das gibt mir Struktur und Sicherheit im Alltag. Als einziger Kopf von l’amour est bleu brauche ich diese Ordnung, um alle Aufgaben fristgerecht zu schaffen. Zudem begleitet mich mein IPhone stündlich. Auf diesem erledige ich nicht nur Anrufe und pflege meinen Kalender sowie To Do’s, sondern mache auch das Online-Marketing“.




„Es ist mir wichtig einen Job zu haben, der mich erfüllt. Das auszuüben, was meine Leidenschaft ist und davon leben zu können”.




3. Was ist Erfolg für dich?

„Es ist mir wichtig einen Job zu haben, der mich erfüllt. Das auszuüben, was meine Leidenschaft ist und davon leben zu können. Deshalb habe ich mein ganzes Leben lang in der Modebranche gearbeitet, weil ich Mode liebe. Ich interessiere mich zwar für vieles, aber kann mir nicht vorstellen, einen anderen Job als in der Mode auszuüben. Meine vorigen Jobs haben mir großen Spaß gemacht und ich bin darin aufgegangen. Doch seitdem ich l’amour est bleu gegründet habe, weiß ich, dass dies der Job ist, der mich vollkommen erfüllt. Dieses Gefühl brauchst du, um ein Unternehmen führen zu können und vor allem um anstrengende Phasen zu meistern“.

4. Gab es Hürden oder Durststrecken auf deinem Weg?

„Tatsächlich waren die Durststrecken sehr lang, vor allem am Anfang. Das erste Jahr vor Onlineshop-Launch habe ich den Businessplan erstellt und das ganze Unternehmensgerüst aufgebaut. Für mich war das viel Theorie, was mir überhaupt keinen Spaß gemacht hat. Zudem kam hinzu, dass ich in der Phase auch kein richtiges Einkommen hatte, weil ich noch nichts verkaufte. Am schlimmsten fand ich diese stetige Ungewissheit, die mich begleitete. Ich arbeitete Tag und Nacht an der Umsetzung von l’amour est bleu, aber die finale Realisierung hing davon ab, ob eine Bank bereit war meine Unternehmung zu finanzieren. Ich weiß noch, wie ich auf den ersten Netzwerktreffen ganz unsicher von meiner Idee erzählte und Angst vor dem Feedback der anderen hatte. Es ist ein tolles Gefühl heute ganz selbstbewusst erzählen zu können, dass ich Geschäftsführerin eines nachhaltigen Modelabels bin“.

5. Was hat dir dabei geholfen durchzuhalten?

„Generell bin ich kein Mensch, der aufgibt. Ich kann nur schwer mit Niederlagen umgehen bzw. kann ich sie nur akzeptieren, wenn ich alles gegeben habe. Daher habe ich mir Druck von außen aufgebaut, indem ich so vielen Menschen wie möglich von meinem Plan erzählt habe. Ich denke aber, dass es hauptsächlich meine Leidenschaft und der Glaube an meine Idee war, die mir dabei geholfen haben durchzuhalten. Und natürlich hatte ich einen großen Rückhalt von meiner Familie und meinen Freunden. Meine Familie hat mich nicht nur finanziell unterstützt, sondern hat auch nie an meiner Idee gezweifelt“.




„Mir sind Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit wichtig, weshalb ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit bei der Gründung von l’amour est bleu stark unter Druck gesetzt habe. Doch im Nachhinein bin ich froh, zu 100% hinter meinem Produkt stehen zu können“.




6. Thien, wie gehst du mit Zeitdruck um und welche Werte sind dir grundsätzlich wichtig?

„Ich gehöre nicht zu den Menschen, die gerne unter Zeitdruck arbeiten, dennoch setze ich mich selbst viel zu oft unter Druck, denn Qualität ist mir sehr wichtig. Dies führt dazu, dass ich meine Erwartungen übertreffen möchte und erst dann mit dem Ergebnis zu 100% zufrieden bin. Leider ist die Modebranche von Zeitdruck geprägt, weil man generell mit vielen unterschiedlichen Partnern zusammenarbeitet. Doch ich habe in dem letzten Jahr gelernt, den Druck rauszunehmen, indem ich meinen Partnern und mir mehr Zeit gönne. Mir sind Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit wichtig, weshalb ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit bei der Gründung von l’amour est bleu stark unter Druck gesetzt habe. Für ein junges Unternehmen ist es auf der einen Seite einfacher als für ein etabliertes Unternehmen, eine nachhaltige Lieferkette aufzubauen, weil alles noch im kleinen Rahmen abläuft. Andererseits hast du als junges Unternehmen nicht die finanzielle Durchsetzungskraft eines großen Unternehmens. Die richtigen Lieferanten und Produzenten zu finden, brachte mich zur Verzweiflung. Doch im Nachhinein bin ich froh, zu 100% hinter meinem Produkt stehen zu können“.

7. Wenn du eine Superkraft hättest, welche wäre das?

„Da fällt mir einiges ein. Ich wäre gern superschnell, um möglichst viele Dinge in einer kurzen Zeit erledigen zu können. Einen Tag, der aus 29 Stunden besteht, würde ich auch sehr willkommen heißen. Andernfalls fände ich Super Power Napping ganz spannend und effektiv, um sich schnell zu regenerieren und Klarheit zu schaffen“.

8. Wie sieht deine Morgen-Routine aus?

„Ich bin ein Frühaufsteher geworden. Das muss man vermutlich auch mit einer Familie. Meine Morgen-Routine fängt mit einem gemeinsamen Frühstück mit meinem Mann und meiner Tochter an. Anschließend bringe ich die Kleine in die Kita und fange mit der Arbeit an. Ich kann am Morgen ein äußerst unangenehmer Mensch werden, wenn es jemand wagt meine Routine und meinen „entspannt in den Tag kommen-Modus zu stören“.




„Familie und einen intensiven Job zu vereinbaren ist nicht einfach und wir Frauen neigen oft dazu, uns auszupowern.“.




Wie gehst du mit Stress um?

„Grundsätzlich versuche ich immer wieder kleinere Pausen in meinen Alltag einzubauen, um einen Ausgleich herzustellen und Energie zu tanken. Gleichgewichtig ist sehr wichtig und die Balance zu halten, stellt sich manchmal als eine Herausforderung dar. Yoga ist für mich ein wichtiges Element, um wieder zu mir selbst zu finden. Es gibt aber auch stressige Phasen, in denen ich kaum zum Essen und Schlafen komme. Seitdem ich selbstständig bin, ist es mir tatsächlich zweimal passiert, dass mein Körper selber den Stecker rausgezogen hat und ich gar nichts mehr machen konnte. Familie und einen intensiven Job zu vereinbaren ist nicht einfach und wir Frauen neigen oft dazu, uns auszupowern. Es ist für mich wichtig auf meinen Körper zu hören, ihm Ruhe zu geben, wenn er es braucht und gesund zu leben“.

Wie gehst du mit deinen Ängsten um?

„Natürlich gibt es Situationen, die einen unsicher machen. Ich denke jedoch immer daran, dass ich wachsen und nie stehen bleiben möchte. Ich habe mich in meinem Leben bewusst in viele unangenehme Situationen begeben, weil ich jedes Mal daraus gelernt habe. Sei es nur, dass es nur halb so schlimm war! Die Lernkurve dabei ist erstaunlich. Es ist alles machbar, man muss sich einfach nur trauen und Vertrauen haben“.

Deine Frage war nicht dabei? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar.



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