l'amour est bleu Thien Huynh

10 Fragen an mich selbst

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Zum 1. Jährigen Geburtstag von l’amour est bleu habe ich mir gedacht, dass ich dir die Möglichkeit geben möchte, mich besser kennenzulernen. Im letzten Jahr habe ich zwei Studenten ein Interview gegeben, deren zehn Fragen ich mir für diesen Blogpost ausgeliehen habe.

1. Thien, was hat dich dazu bewegt ein eigenes Unternehmen zu gründen?

„Ich denke der Wunsch hing zum Teil damit zusammen, dass meine Eltern beide selbstständig waren und ich somit mit dem Mindset aufwachsen durfte. Für mich war schon früh klar, dass ich Modedesignerin meines eigenen Modelabels werden wollte. Nach einiger Zeit in den unterschiedlichsten Bereichen der Modebranche, konnte ich genug Berufserfahrung sammeln. Dies gab mir Sicherheit und nach und nach fühlte ich mich soweit mich selbstständig zu machen. Es war mein Wunsch mich selbst zu erfüllen, eigene Entscheidungen treffen zu können und somit die volle Verantwortung zu übernehmen. Was nicht von vornherein feststand war, dass ich ein nachhaltiges Modelabel gründen wollte. Dies hat sich erst mit den Erfahrungen, die ich in der Modebranche gesammelt habe, ergeben“.

2. Apropos Ziele: Wie planst du diese und wie organisierst du dich dabei?

„Wenn ich meine Jahresziele definiere, breche ich diese erst runter auf 3-Monatsziele und von da wieder auf Monatsziele, Wochenziele, Tagesziele. Am liebsten mit Post-Ist oder Excel. Das gibt mir Struktur und Sicherheit im Alltag. Als einziger Kopf von l’amour est bleu brauche ich diese Ordnung, um alle Aufgaben fristgerecht zu schaffen. Zudem begleitet mich mein IPhone stündlich. Auf diesem erledige ich nicht nur Anrufe und pflege meinen Kalender sowie To Do’s, sondern mache auch das Online-Marketing“.

„Es ist mir wichtig einen Job zu haben, der mich erfüllt. Das auszuüben, was meine Leidenschaft ist und davon leben zu können“.

3. Was ist Erfolg für dich?

„Es ist mir wichtig einen Job zu haben, der mich erfüllt. Das auszuüben, was meine Leidenschaft ist und davon leben zu können. Deshalb habe ich mein ganzes Leben lang in der Modebranche gearbeitet, weil ich Mode liebe. Ich interessiere mich zwar für vieles, aber kann mir nicht vorstellen, einen anderen Job als in der Mode auszuüben. Meine vorigen Jobs haben mir großen Spaß gemacht und ich bin darin aufgegangen. Doch seitdem ich l’amour est bleu gegründet habe, weiß ich, dass dies der Job ist, der mich vollkommen erfüllt. Dieses Gefühl brauchst du, um ein Unternehmen führen zu können und vor allem um anstrengende Phasen zu meistern“.

4. Gab es Hürden oder Durststrecken auf deinem Weg?

„Tatsächlich waren die Durststrecken sehr lang, vor allem am Anfang. Das erste Jahr vor Onlineshop-Launch habe ich den Businessplan erstellt und das ganze Unternehmensgerüst aufgebaut. Für mich war das viel Theorie, was mir überhaupt keinen Spaß gemacht hat. Zudem kam hinzu, dass ich in der Phase auch kein richtiges Einkommen hatte, weil ich noch nichts verkaufte. Am schlimmsten fand ich diese stetige Ungewissheit, die mich begleitete. Ich arbeitete Tag und Nacht an der Umsetzung von l’amour est bleu, aber die finale Realisierung hing davon ab, ob eine Bank bereit war meine Unternehmung zu finanzieren. Ich weiß noch, wie ich auf den ersten Netzwerktreffen ganz unsicher von meiner Idee erzählte und Angst vor dem Feedback der anderen hatte. Es ist ein tolles Gefühl heute ganz selbstbewusst erzählen zu können, dass ich Geschäftsführerin eines nachhaltigen Modelabels bin“.

5. Was hat dir dabei geholfen durchzuhalten?

„Generell bin ich kein Mensch, der aufgibt. Ich kann nur schwer mit Niederlagen umgehen bzw. kann ich sie nur akzeptieren, wenn ich alles gegeben habe. Daher habe ich mir Druck von außen aufgebaut, indem ich so vielen Menschen wie möglich von meinem Plan erzählt habe. Ich denke aber, dass es hauptsächlich meine Leidenschaft und der Glaube an meine Idee war, die mir dabei geholfen haben durchzuhalten. Und natürlich hatte ich einen großen Rückhalt von meiner Familie und meinen Freunden. Meine Familie hat mich nicht nur finanziell unterstützt, sondern hat auch nie an meiner Idee gezweifelt“.

„Mir sind Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit wichtig, weshalb ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit bei der Gründung von l’amour est bleu stark unter Druck gesetzt habe. Doch im Nachhinein bin ich froh, zu 100% hinter meinem Produkt stehen zu können“.

6. Thien, wie gehst du mit Zeitdruck um und welche Werte sind dir grundsätzlich wichtig?

„Ich gehöre nicht zu den Menschen, die gerne unter Zeitdruck arbeiten, dennoch setze ich mich selbst viel zu oft unter Druck, denn Qualität ist mir sehr wichtig. Dies führt dazu, dass ich meine Erwartungen übertreffen möchte und erst dann mit dem Ergebnis zu 100% zufrieden bin. Leider ist die Modebranche von Zeitdruck geprägt, weil man generell mit vielen unterschiedlichen Partnern zusammenarbeitet. Doch ich habe in dem letzten Jahr gelernt, den Druck rauszunehmen, indem ich meinen Partnern und mir mehr Zeit gönne. Mir sind Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit wichtig, weshalb ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit bei der Gründung von l’amour est bleu stark unter Druck gesetzt habe. Für ein junges Unternehmen ist es auf der einen Seite einfacher als für ein etabliertes Unternehmen, eine nachhaltige Lieferkette aufzubauen, weil alles noch im kleinen Rahmen abläuft. Andererseits hast du als junges Unternehmen nicht die finanzielle Durchsetzungskraft eines großen Unternehmens. Die richtigen Lieferanten und Produzenten zu finden, brachte mich zur Verzweiflung. Doch im Nachhinein bin ich froh, zu 100% hinter meinem Produkt stehen zu können“.

7. Wenn du eine Superkraft hättest, welche wäre das?

„Da fällt mir einiges ein. Ich wäre gern superschnell, um möglichst viele Dinge in einer kurzen Zeit erledigen zu können. Einen Tag, der aus 29 Stunden besteht, würde ich auch sehr willkommen heißen. Andernfalls fände ich Super Power Napping ganz spannend und effektiv, um sich schnell zu regenerieren und Klarheit zu schaffen“.

8. Wie sieht deine Morgen-Routine aus?

„Ich bin ein Frühaufsteher geworden. Das muss man vermutlich auch mit einer Familie. Meine Morgen-Routine fängt mit einem gemeinsamen Frühstück mit meinem Mann und meiner Tochter an. Anschließend bringe ich die Kleine in die Kita und fange mit der Arbeit an. Ich kann am Morgen ein äußerst unangenehmer Mensch werden, wenn es jemand wagt meine Routine und meinen „entspannt in den Tag kommen-Modus zu stören“.

„Familie und einen intensiven Job zu vereinbaren ist nicht einfach und wir Frauen neigen oft dazu, uns auszupowern.“.

Wie gehst du mit Stress um?

„Grundsätzlich versuche ich immer wieder kleinere Pausen in meinen Alltag einzubauen, um einen Ausgleich herzustellen und Energie zu tanken. Gleichgewichtig ist sehr wichtig und die Balance zu halten, stellt sich manchmal als eine Herausforderung dar. Yoga ist für mich ein wichtiges Element, um wieder zu mir selbst zu finden. Es gibt aber auch stressige Phasen, in denen ich kaum zum Essen und Schlafen komme. Seitdem ich selbstständig bin, ist es mir tatsächlich zweimal passiert, dass mein Körper selber den Stecker rausgezogen hat und ich gar nichts mehr machen konnte. Familie und einen intensiven Job zu vereinbaren ist nicht einfach und wir Frauen neigen oft dazu, uns auszupowern. Es ist für mich wichtig auf meinen Körper zu hören, ihm Ruhe zu geben, wenn er es braucht und gesund zu leben“.

Wie gehst du mit deinen Ängsten um?

„Natürlich gibt es Situationen, die einen unsicher machen. Ich denke jedoch immer daran, dass ich wachsen und nie stehen bleiben möchte. Ich habe mich in meinem Leben bewusst in viele unangenehme Situationen begeben, weil ich jedes Mal daraus gelernt habe. Sei es nur, dass es nur halb so schlimm war! Die Lernkurve dabei ist erstaunlich. Es ist alles machbar, man muss sich einfach nur trauen und Vertrauen haben“.

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