Täglicher Archiv: Modelabel

l'amour est bleu Moodboard Collection Coco Fair Fashion

Die Story hinter der neuen Kollektion “Coco”

ENGLISH VERSION

Gibt es Vorsätze, die du dir immer wieder vornimmst, aber es trotzdem nicht schaffst sie einzuhalten? Mein Vorsatz nach und vor jeder Kollektion ist: „Fang früher an die Kollektion zu entwerfen!“. Leider ist es mir bei der letzten Kollektion erneut nicht gelungen, früher mit dem Entwerfen und Planen anzufangen. Grund dafür war ein chaotisches Jahresende und neue Herausforderungen zu Jahresbeginn, denen ich mich als Unternehmerin mit Kindern stellen durfte.

l'amour est bleu Gründerin & Designerin Thien Huynh

Corona-Lockdown, Homeschooling und neue Herausforderungen

Meine Vorstellung war es, eine entspannte Weihnachtszeit zu viert als Familie zu verbringen und diese Zeit zum Entwerfen der neuen Kollektion zu nutzen. Du wirst mich auslachen, wenn ich dir erzähle, dass ich noch ganz naiv im Oktober sagte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir erneut in einen Lockdown gehen“. Zwei Wochen vor Weihnachten kam er dann. Für mich waren Kitas, Schulen und Geschäfte von einem Tag auf dem anderen geschlossen! Ich fühlte mich so betrogen von meinem guten Glauben, dass ich zu nichts Kreativem imstande war. Da saß ich nun mit zwei Kindern und jonglierte erneut zwischen Kinderbetreuung und meinem Modebusiness. Zeitgleich mit der Schließung der Geschäfte rollte eine Bestell-Lawine auf mich zu! Ich konnte mein Glück nicht fassen und koordinierte und verpackte voller Euphorie die unzähligen Bestellungen. Die Lawine nahm kein Ende und hält bis heute an.

Nach den Weihnachtsferien erwartete mich zusätzlich eine besondere Überraschung: Ich wurde zur Vollzeit-Grundschullehrerin ernannt! Ohne Anleitung oder Einweisung bekam ich diesen Titel verliehen und wechselte täglich zwischen meinen unterschiedlichen Rollen: Mutter, Erzieherin, Grundschullehrerin, Ehefrau und Geschäftsführerin eines Modeunternehmens. Meine Kreativität wurde unter diesem Funktionsmodus vergraben und auch zeitlich wusste ich nicht, wann ich die neue Kollektion hätte entwerfen sollen, geschweige denn überhaupt alles hinkriegen sollte. Als der geplante Fotoshooting-Termin Anfang März immer näher rückte, versuchte ich die Designs aus meinem Kopf zu pressen und erlag förmlich dem Zeit- und Kreativitätsdruck. Als ich nachts nicht mehr schlafen konnte, verschob ich den Termin um vier Wochen. Vier gewonnene Wochen, um die Ideen für die neue Kollektion auf Papier zu bringen.

l'amour est bleu Thien Huynh

“Ich liebe es neue Designs zu entwerfen! Es fühlt sich für mich wahnsinnig erfüllend an, meine Ideen umzusetzen. Während ich bei anderen Unternehmen wie am Fließband Designs kopiert habe, kann ich für l’amour est bleu endlich richtig entwerfen!”

Zurück zur Leidenschaft – Designen

Ich liebe es neue Designs zu entwerfen! Es fühlt sich für mich wahnsinnig erfüllend an, meine Ideen umzusetzen. Während ich bei anderen Unternehmen wie am Fließband Designs kopiert habe, kann ich für l’amour est bleu endlich richtig entwerfen! Du kannst es dir so vorstellen, dass ich ein fotografisches Gedächtnis für Farben und Formen habe. Alles, was ich sehe und wahrnehme wird in meinem Kopf gespeichert, manchmal entstehen sofort Designs daraus. Ein schönes Gebäude, Pflanzen, Fliesen, ein Muster, ein Jackenverschluss…alles, was mein kreatives Interesse erweckt, wird in meinem Kopf gespeichert. Zusätzlich verwende ich Pinterest, mein Handy und Notizbuch zum Sammeln von Ideen. Aus den ganzen Inspirationen eine Kollektion zu entwickeln ist das Schwierigste am Entwerfen. Vor jeder Kollektion horche ich in mich hinein, spüre in den aktuellen Zeitgeist und denke an das Feedback meiner Kundinnen. Ich schaue mir die neuen Kollektionen meiner Lieblingsdesigner und Marken an, um noch ein besseres Gefühl für die aktuellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu bekommen. Bei jedem dieser unterschiedlichen Schritte erscheinen hier und da einzelne Ideen in meinem Kopf, bis sich die ersten Ideen zu konkreten Designs entwickeln. Dann zeichne ich sie auf Papier und ändere noch einige Details. Auf diese Weise entsteht ein Entwurf nach dem anderen. Dieser Prozess braucht einen freien Kopf, den ich im Arbeitsalltag mit Familie nicht immer finde. So kann sich das Entwerfen der ersten Designs bis zu mehreren Wochen hinziehen. Im Anschluss lege ich alle Entwürfe nebeneinander und schaue mir an, ob daraus eine Capsule Kollektion entsteht. Fragen, wie „Sind die Kleidungsstücke miteinander kombinierbar? Sind sie vielseitig? Kann man sie zu den alten Kollektionen kombinieren?“, stehen dabei im Vordergrund. Daraufhin werden Designs wieder aus der Kollektion herausgenommen oder ich ergänze noch welche, damit eine stimmige Kollektion entsteht.

l'amour est bleu Blog Behind the scenes

Farben, Stoffe und Preise

Der nächste Schritt sind die Farben und Stoffe. Als kleines Modelabel bin ich bei der Auswahl nachhaltiger Stoffe sehr eingeschränkt, was mich manchmal an den Rande des Wahnsinns treibt. Ich verwende nur zertifizierte, nachhaltige Stoffe, um sicherzustellen, dass die Stoffe unter fairen und umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt worden und frei von haut schädlichen Stoffen sind. Aktuell arbeite ich hauptsächlich mit der bis vier nachhaltigen Stofflieferanten zusammen, die meinem Anspruch an Design, Qualität und Nachhaltigkeit gerecht werden. 

l'amour est bleu Blog Behind the scenes

Jetzt kommt der unromantische Teil beim Entwerfen der neuen Kollektion, die Preiskalkulation. Ich habe mir ein tolles Excel-Wunderwerk erstellt, in dem ich für jedes entworfene Kleidungsstück eingebe, wie viel es im Stoff- und Materialverbrauch kostet und welche Produktionskosten ich erwarte. Hinzu kommen noch Versand, Verpackung und Steuern und für welchen Verkaufspreis ich es anbieten möchte. An diesem Punkt entscheidet sich ebenfalls, welche Designs in der Kollektion bleiben oder nicht. Oftmals scheitert es an der preislichen Umsetzung, denn an den meisten Kosten wie Material, Produktion, Versand, etc. kann ich nicht mehr viel drehen. Bei einigen Designs ist der Verkaufspreis aufgrund des Materials oder der Produktionskosten so hoch, dass es für mich keinen Sinn ergibt. Denn ein weiteres entscheidendes Merkmal von l’amour est bleu ist ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Mir ist es wichtig, dass die Verkaufspreise im richtigen Verhältnis zum Produkt stehen und dass vor allem die Schneiderinnen fair bezahlt werden. Wenn diese Kriterien nicht erfüllt werden können, muss das Design leider gehen.

l'amour est bleu Gründerin & Designerin Thien Huynh

Ingenieurskunst gehört auch dazu

Nachdem die Designs festgelegt sind, werden die Schnitte angefertigt. Für jedes Kleidungsstück wird ein Schnitt konstruiert, der aus allen Einzelteilen des Bekleidungsstücks besteht. Der Schnitt bestimmt die Passform und den Fall des Kleidungsstücks und ist daher der wichtigste Teil für die Umsetzung des Designs. Ein Teil der neuen Schnitte kann ich auf Basis bestehender Schnitte erstellen: Kürzere Ärmel, weiteres Hosenbein, versetzte Taille…es bedarf einigen kleinen Anpassungen und ich habe den neuen Schnitt schnell fertiggestellt. 

l'amour est bleu Blog Behind the scenes

Für neue Designs ist die Anfertigung komplett neuer Schnitte erforderlich, womit ein hoher Zeitaufwand verbunden ist. Ich konstruiere den neuen Schnitt, nähe in Nessel (ein fester Roh-Baumwollstoff) das Muster, probiere es an, nehme Änderungen am Schnitt vor und nähe ein neues Muster. Erst wenn das Muster genau meinen Vorstellungen entspricht, ist der Schnitt fertig. Manchmal stelle ich bei diesem Prozess-Schritt fest, dass das umgesetzte Design nicht meinen Vorstellungen entspricht und muss mich von dem Entwurf verabschieden und ein neues Design entwickeln. Im letzten Schritt wird ein Muster im Originalstoff genäht, das wir für das Fotoshooting verwenden. Die Schnitte und Muster fertige ich größtenteils noch selber, weil es für mich ein wesentlicher Teil des Entwerfens ist.

Zeitgeist “Corona”

Wenn du nach dem aktuellen Zeitgeist fragst, dann wird dir jeder „Corona“ antworten. Die Pandemie hat das Leben aller Menschen grundlegend verändert und neue Bedürfnisse in den Fokus gerückt. Wünsche nach stärkerer Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit, Nachhaltigkeit, Self-Awareness und Ruhe sind keine neuen Bedürfnisse, doch sie haben durch die Pandemie an Bedeutung gewonnen. „Wie kann ich mit der neuen Kollektion diesen Bedürfnissen nachkommen?“, fragte ich mich beim Zeichnen der Designs.

l'amour est bleu Gründerin Thien Huynh

Entstanden ist eine Kollektion, die sich fließend an die unterschiedlichsten Alltagssituationen anpasst. Blusen, Kleider und Hosen, die komfortabel zu tragen sind und aus pflegeleichten sowie hochwertigen Stoffen bestehen, damit sie Homeoffice und Kinderbetreuung standhalten. Ein eleganter Strick-Jogginganzug, mit dem du beim Video-Call schick angezogen bist und zwischenzeitig eine kurze Siesta auf dem Sofa machen kannst. Verschiedene Einzelteile, die du spielend einfach zu unzähligen Looks kombinieren kannst. Die neue Kollektion macht dir den aktuellen Alltag mit ständig wechselnden Herausforderungen einfacher. Du sollst morgens keine Zeit für dein Outfit verschwenden und auch im Laufe des Tages dich nicht umziehen müssen. Es gibt keine Business-, Anlass- oder Freizeitkleidung mehr, sondern du sollst das tragen, wonach du dich fühlst und siehst immer angezogen aus. Ein Lifestyle, der sowohl Frauen als auch Männer anspricht. Daher habe ich die ersten Unisex-Styles entworfen, die Damen und Herren tragen können. Ich hoffe dir mit der neuen Kollektion etwas Gutes zu tun und Kleidungsstücke geschaffen zu haben, die dir wieder Freude in die aktuelle Zeit bringen.

MEINE LIEBLINGSLOOKS

Strickjogginganzug Alek Wek

aus ECOVERO Viskose

Kimono Jacke Adele

aus Tencel

nuuwaïVegan Hip BagJORID

aus Apfel-Leder

Dieses lässige Outfit aus Strick-Jogginganzug und eleganter Kimonojacke werde ich an den ersten Frühlingstagen ausführen. Der weiche Strick aus ECOVERO Viskose (die umweltfreundlichste Viskose) hält schön warm, ist kuschelig weich und hat eine hochwertige Optik. Für mich ist das der neue Business-Anzug! Dazu die vegane Hip Bag von nuuwai (ganz neu im Shop erhältlich) und Sneaker – fertig ist ein moderner Look für Arbeit und Freizeit.

Unisex Hemd Ellen

aus Bio-Baumwolle

EKYOG Slim fit Jeans

aus Bio-Baumwolle

Hoffnungsträger Buddha Kette

vergoldet

Mein zweitliebstes Teil aus der neuen Kollektion ist das Unisex Hemd Ellen. Es ist modern oversized geschnitten und vielseitig tragbar. An kühleren Tagen werde ich es zu einer schwarzen Slim Fit Jeans oder Leggings tragen und für den femininen Touch eine Goldkette kombinieren. Im Sommer freue ich mich schon darauf, es als Hemdkleid zu nackten Beinen und Sandalen zu tragen. Die Taille mit einem Gürtel betonen und fertig ist der bequeme Sommerlook!

Kleid Lakshmi

aus Tencel

Hoffnungsträger Blume des Lebens Stretcharmband

vergoldet

nuuwaï – Vegan Crossbody Bag – ELLI

aus Apfel-Leder

Natürlich muss ein Kleid bei meinen Lieblingsteilen dabei sein! Das geraffte Kleid Lakshmi aus Tencel ruft förmlich nach Sommer. Als Jacke werde ich die Kimonojacke Adele in beige kombinieren und mit dem Bindegürtel die Taille betonen. Die Arme verziere ich mit auffälligen Armbändern und dazu noch die vegane Crossbody Bag von nuuwai in iced lavender kombinieren – dieser farbenfrohe Look sorgt garantiert für gute Laune!

WEITERLESEN

l'amour est bleu Thien Maxikleid Jasmine

3 JAHRE L’AMOUR EST BLEU


Stehst du manchmal vor so großen Herausforderungen, dass du nicht weißt, wie du sie meistern sollst? Das beschreibt am besten das Gefühl, dass ich vor der Gründung von l’amour est bleu hatte. Heute blicke ich auf das dreijährige Firmenjubiläum zurück und die  große Herausforderung von damals fühlt sich bereits so weit weg an.






Berlin: Geburtsstadt der Träume

In meiner Heimatstadt Hamburg hatte ich bereits mehrere Anläufe zur Gründung eines Modelabels gestartet – allein oder im Team, beides sollte einfach nicht klappen. Dann entschieden mein Mann und ich endlich in die Stadt zu ziehen, die uns regelmäßig anzog: Berlin. Ich kündigte meinen Job in Hamburg und war fest davon überzeugt in Berlin ohne Probleme eine neue Anstellung zu finden. Angebote in der Modebranche gab es genug, doch bereits das erste Vorstellungsgespräch verdeutlichte mir, dass ich etwas Anderes wollte.

Die Tatsache, dass ich Gehaltseinbußen, schlechtere Arbeitsbedingungen und einen langen Arbeitsweg hätte in Kauf nehmen müssen, war Grund genug mich zu fragen: “Willst du das wirklich?” Zurück ins Hamsterrad zu gehen und sich dabei gleichzeitig mehrere Etagen abwärts zu begeben? Für mich war die Antwort eindeutig “Nein!” Ich gab meinem Traum vom eigenen Modelabel eine weitere Chance. Dafür nahm ich auch in Kauf kein Gehalt mehr zu verdienen und mich auf die schlechtesten Arbeitsbedingungen Deutschlands einzulassen! Ich gewann aber Dinge hinzu, die ich in meinem vorigen Berufsleben nicht hatte. Volle Flexibilität, Leidenschaft und vollkommene Entscheidungsfreiheit.





l'amour est bleu Blog


Wie könnte ich alle konventionellen Vertriebskanäle umgehen und zudem noch erwarten, dass Kunden mehr als drei Tage auf ihre Bestellung warten würden! Mal abgesehen davon könne sie auch nicht erkennen, was l’amour est bleu von anderen Modemarken unterscheiden würde. Ich fühlte mich wie die dämliche Modedesignerin, die vom Business gar keine Ahnung hatte.





Business-as-usual funktioniert nicht

Ich tüftelte ein Jahr lang an meiner Idee, um sie im Anschluss von einer Beraterin zerreißen zu lassen. Wie könnte ich alle konventionellen Vertriebskanäle umgehen und zudem noch erwarten, dass Kunden mehr als drei Tage auf ihre Bestellung warten würden! Mal abgesehen davon könne sie auch nicht erkennen, was l’amour est bleu von anderen Modemarken unterscheiden würde. Und so ging es den ganzen Termin lang. Ich fühlte mich wie die dämliche Modedesignerin, die vom Business gar keine Ahnung hatte. Sie verunsicherte mich so sehr, dass ich ihren Rat befolgte und l’amour est bleu im ersten Jahr im Business-as-usual-Modus betrieb. Ich wendete alles an, was ich in meinen zehn Jahren Berufserfahrung gelernt hatte. Alle drei Monate eine neue Kollektion, sich nach der Konkurrenz richten und schön die Gewinnmargen halten. Kaum war die erste Kollektion entworfen, musste schon die zweite entworfen werden. Doch nach welchen Erkenntnissen? Die erste Kollektion wurde noch nicht einmal angeboten! Drei Monate nach der ersten erschien bereits die zweite Kollektion und weitere drei Monate später die dritte. Während die erste Kollektion gut anlief, verkauften sich die beiden darauf folgenden Kollektionen schlecht.





l'amour est bleu Thien Huynh 01





Was mache ich jetzt anders?

Mein Gefühl spielt bei allen meinen Entscheidungen wieder eine grundlegende Rolle. Die Designs der ersten Kollektion basierten nicht auf Trends oder auf den Kollektionen der Konkurrenz, sondern schwebten schon lange in meinem Kopf herum. Genauso entwarf ich auch meine vierte Kollektion. Ich entwarf aus dem Herzen heraus. Natürlich schaute ich nach links und rechts, was die anderen machten und ließ mich von interessanten Ideen inspirieren. Doch ich entwarf ganz frei die Kleidungsstücke, von denen ich glaubte, dass meine Kundinnen sie in ihrem Kleiderschrank gebrauchen könnten.









Von der Vorproduktion zur nachhaltigen Made-to-order

Eine weitere grundlegende Veränderung betraf die Produktion. Hingegen aller Gegenstimmen wollte ich Made-to-order testen. Das Glück wollte es, dass mir meine Freundin Jovan ihre damalige Schneiderin Karen vorstellte. Karens Atelier ist fünf Minuten von meinem Homeoffice entfernt und sie hatte bereits Erfahrung mit Auftragsarbeiten. Hochschwanger tanzte ich bei ihr an, um mit ihr meine Idee zu teilen. So unkompliziert wie Karen ist, war sie bereit es auszuprobieren. Die erste Made-to-order Kollektion war ein Volltreffer! Die Designs waren gut und die Kunden akzeptierten die längere Lieferzeit von ein bis zwei Wochen. So schob ich die nächsten Monate den Kinderwagen zwischen meinem Homeoffice und Karens Atelier hin und her und holte Bestellungen ab. Perfekter konnte es für die Elternzeit nicht laufen!

Als nächstes brach ich das Gesetz vom Halten der Gewinnmarge: Ich nahm eine geringere Marge in Kauf. Bei Einzelanfertigungen kann ich nicht vom Skalierungseffekt “je mehr, desto günstiger” profitieren. Für mich hat das ohnehin wenig mit Nachhaltigkeit zu tun, genauso wenig wie Schneider*innen nur einen Bruchteil an jedem genähten Kleidungsstück verdienen. Meine Schneiderinnen verdienen jetzt teilweise mehr als ich an jedem verkauften Kleidungsstück. Das ist für mich ein fairer Preis, den ich bereit bin zu zahlen.





l'amour est bleu Thien Huynh


Aus dem Herzen heraus zu entwerfen erfordert Mut

Aus dem Herzen heraus zu entwerfen erfordert viel mehr Mut, als es beim Kopieren anderer Designs bedarf. Ich entwerfe immer noch aus dem Herzen heraus und werde mit jeder Kollektion mutiger. Zum heutigen Zeitpunkt kann ich dir noch nicht sagen, wie die neue Kollektion in einem Monat aussehen wird. Es schweben einige Ideen, Themen und Farben in meinem Kopf herum, die zusammen ein stimmiges Ganzes ergeben werden. Das Einzige, was ich dir sagen kann, ist, dass sehr viel Liebe und Arbeit hinein fließen wird.



WEITERLESEN




l'amour est bleu Thien Huynh

10 facts about me


For the 1st anniversary of l’amour est bleu, I thought I’d give you the opportunity to get to know me better. Last year I gave an interview to two students whose ten questions I borrowed for this blog post.




  1. Thien, what made you start your own business?

“I think the wish was partly due to the fact that my parents were both entrepreneurs and I was allowed to grow up with the mindset. It was clear to me early on that I wanted to become a fashion designer of my own fashion label. After some time in different areas of the fashion industry, I was able to gain enough professional experience. This gave me security and little by little I felt like I was ready to start my own business. It was my wish to fulfill myself, to be able to make my own decisions and thus to take full responsibility. But it was not clear from the beginning that I wanted to create a sustainable fashion label. This has only emerged with the experiences I made in the fashion industry”.

2. Speaking of goals: How do you plan them and how do you organise yourself?

“When I define my annual goals, I first break them down to 3-month goals and from there to monthly, weekly, daily goals. Preferably with Post-Its or Excel. This gives me structure and security in everyday life. As the only head of l’amour est bleu, I need this order to complete all tasks on time. In addition, my iPhone accompanies me every hour. Not only do I make calls and maintain my calendar and to-do’s, but I also do “online marketing” with my phone.




It’s important for me to have a job that fulfills me. To practice my passion and to be able to live on it.“.




3. What is success to you?

“It’s important for me to have a job that fulfills me. To practice my passion and to be able to live on it. That’s why I’ve worked in fashion all my life, because I love fashion. I’m interested in a lot of things, but I can’t imagine doing a job other than fashion. I enjoyed my previous jobs a lot and I was happy. But since I founded l’amour est bleu, I know that this is the job that completely fulfills me. You need this feeling to be able to lead a company and above all to master stressful times”.

4. Were there obstacles or difficult periods on your way?

“In fact, the difficult period was very long, especially in the beginning. The first year before the online shop launch, I created the business plan and built up the entire corporate structure. For me that was a lot of theory, which I didn’t enjoy at all. In addition, I didn’t have a real income at that time because I hadn’t sold anything yet. The worst thing was this constant uncertainty that followed me. I worked day and night on the implementation of l’amour est bleu, but the final realization depended on whether a bank was willing to finance my venture. I remember how nervous I was telling people about my idea at the first network meetings and being afraid of their feedback. Today it’s a great feeling to be able to confidently say that I’m the CEO of a sustainable fashion label.

5. What helped you to move on?

“In general, I’m not the kind of person who gives up. I have a hard time dealing with defeats and I can only accept them if I have given everything. So I built up external pressure by telling as many people as possible about my plan. But I think that it was mainly my passion and belief in my idea that helped me to move on. And of course I had a lot of support from my family and friends. My family not only supported me financially, but also never doubted my idea.




Honesty and reliability are important to me. That is why I put myself under great pressure regarding sustainability issues when I founded l’amour est bleu. But looking back, I am happy that I can confidently say that my fashion is sustainable“.




6. Thien, how do you deal with time pressure and which values are basically important to you?

“I am not one of those people who like to work under time pressure, yet I put myself under too much pressure, because quality is very important to me. As a result, I want to exceed my expectations and only then I am 100% satisfied with the result. Unfortunately, the fashion industry is always under time pressure because you generally cooperate with many different partners. But I learned over the last year to take the pressure off by giving my partners and myself more time. Honesty and reliability are important to me. That is why I put myself under great pressure regarding sustainability issues when I founded l’amour est bleu. On one hand, it is easier for a young company than for an established company to build up a sustainable supply chain because everything still runs on a small scale. On the other hand, as a young company you don’t have the financial assertiveness of a large company. Finding the right suppliers and producers made me desperate. But looking back, I am happy that I can confidently say that my fashion is sustainable”.

7. If you had a superpower, what would it be?

“There are many superpowers I’d like to have. I would like to be super fast so that I could do as many things as possible in a short time. I would also welcome a day of 29 hours. Otherwise I would find super power napping very interesting and effective in order to regenerate quickly and create clarity”.

8. What’s your morning routine?

“I’ve become an early riser. You probably have to with a family. My morning routine starts with a breakfast with my husband and daughter. Afterwards I take her to the Kindergarten and start work. I can become an extremely unpleasant person in the morning if someone dares to disturb my routine and my “relaxed coming into the day mode”. 




Managing family and an intense job is not easy and women often tend to overload themselves“.




9. How do you deal with stress?

“Basically I try again and again to integrate smaller breaks into my everyday life in order to create a balance and to fill up on energy. Balancing is very important and keeping the balance is sometimes a challenge. Yoga is an important element for me to find myself again. But there are also stressful phases in which I hardly get to eat and sleep. Since I became an entrepreneur, it actually happened to me twice that my body pulled out the plug itself and I couldn’t do anything at all. Managing family and an intense job is not easy and women often tend to overload themselves. It is important for me to listen to my body, to give it peace when it needs it and to live healthy”.

10. How do you deal with your fears?

“Of course, there are situations that make you insecure. But I always tell myself that I never want to stop growing. I have consciously gone into many unpleasant situations in my life, because I have learned from them every time. Be it just that it wasn’t half as bad! The learning curve is amazing. Everything is possible, you just have to dare and have confidence”.

Still questions you like to ask me? Don’t hesitate and leave a comment.



Ältere Beiträge



l'amour est bleu Thien Huynh

10 Fragen an mich selbst


English Version

Zum 1. Jährigen Geburtstag von l’amour est bleu habe ich mir gedacht, dass ich dir die Möglichkeit geben möchte, mich besser kennenzulernen. Im letzten Jahr habe ich zwei Studenten ein Interview gegeben, deren zehn Fragen ich mir für diesen Blogpost ausgeliehen habe.




1. Thien, was hat dich dazu bewegt ein eigenes Unternehmen zu gründen?

„Ich denke der Wunsch hing zum Teil damit zusammen, dass meine Eltern beide selbstständig waren und ich somit mit dem Mindset aufwachsen durfte. Für mich war schon früh klar, dass ich Modedesignerin meines eigenen Modelabels werden wollte. Nach einiger Zeit in den unterschiedlichsten Bereichen der Modebranche, konnte ich genug Berufserfahrung sammeln. Dies gab mir Sicherheit und nach und nach fühlte ich mich soweit mich selbstständig zu machen. Es war mein Wunsch mich selbst zu erfüllen, eigene Entscheidungen treffen zu können und somit die volle Verantwortung zu übernehmen. Was nicht von vornherein feststand war, dass ich ein nachhaltiges Modelabel gründen wollte. Dies hat sich erst mit den Erfahrungen, die ich in der Modebranche gesammelt habe, ergeben“.

2. Apropos Ziele: Wie planst du diese und wie organisierst du dich dabei?

„Wenn ich meine Jahresziele definiere, breche ich diese erst runter auf 3-Monatsziele und von da wieder auf Monatsziele, Wochenziele, Tagesziele. Am liebsten mit Post-Ist oder Excel. Das gibt mir Struktur und Sicherheit im Alltag. Als einziger Kopf von l’amour est bleu brauche ich diese Ordnung, um alle Aufgaben fristgerecht zu schaffen. Zudem begleitet mich mein IPhone stündlich. Auf diesem erledige ich nicht nur Anrufe und pflege meinen Kalender sowie To Do’s, sondern mache auch das Online-Marketing“.




„Es ist mir wichtig einen Job zu haben, der mich erfüllt. Das auszuüben, was meine Leidenschaft ist und davon leben zu können”.




3. Was ist Erfolg für dich?

„Es ist mir wichtig einen Job zu haben, der mich erfüllt. Das auszuüben, was meine Leidenschaft ist und davon leben zu können. Deshalb habe ich mein ganzes Leben lang in der Modebranche gearbeitet, weil ich Mode liebe. Ich interessiere mich zwar für vieles, aber kann mir nicht vorstellen, einen anderen Job als in der Mode auszuüben. Meine vorigen Jobs haben mir großen Spaß gemacht und ich bin darin aufgegangen. Doch seitdem ich l’amour est bleu gegründet habe, weiß ich, dass dies der Job ist, der mich vollkommen erfüllt. Dieses Gefühl brauchst du, um ein Unternehmen führen zu können und vor allem um anstrengende Phasen zu meistern“.

4. Gab es Hürden oder Durststrecken auf deinem Weg?

„Tatsächlich waren die Durststrecken sehr lang, vor allem am Anfang. Das erste Jahr vor Onlineshop-Launch habe ich den Businessplan erstellt und das ganze Unternehmensgerüst aufgebaut. Für mich war das viel Theorie, was mir überhaupt keinen Spaß gemacht hat. Zudem kam hinzu, dass ich in der Phase auch kein richtiges Einkommen hatte, weil ich noch nichts verkaufte. Am schlimmsten fand ich diese stetige Ungewissheit, die mich begleitete. Ich arbeitete Tag und Nacht an der Umsetzung von l’amour est bleu, aber die finale Realisierung hing davon ab, ob eine Bank bereit war meine Unternehmung zu finanzieren. Ich weiß noch, wie ich auf den ersten Netzwerktreffen ganz unsicher von meiner Idee erzählte und Angst vor dem Feedback der anderen hatte. Es ist ein tolles Gefühl heute ganz selbstbewusst erzählen zu können, dass ich Geschäftsführerin eines nachhaltigen Modelabels bin“.

5. Was hat dir dabei geholfen durchzuhalten?

„Generell bin ich kein Mensch, der aufgibt. Ich kann nur schwer mit Niederlagen umgehen bzw. kann ich sie nur akzeptieren, wenn ich alles gegeben habe. Daher habe ich mir Druck von außen aufgebaut, indem ich so vielen Menschen wie möglich von meinem Plan erzählt habe. Ich denke aber, dass es hauptsächlich meine Leidenschaft und der Glaube an meine Idee war, die mir dabei geholfen haben durchzuhalten. Und natürlich hatte ich einen großen Rückhalt von meiner Familie und meinen Freunden. Meine Familie hat mich nicht nur finanziell unterstützt, sondern hat auch nie an meiner Idee gezweifelt“.




„Mir sind Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit wichtig, weshalb ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit bei der Gründung von l’amour est bleu stark unter Druck gesetzt habe. Doch im Nachhinein bin ich froh, zu 100% hinter meinem Produkt stehen zu können“.




6. Thien, wie gehst du mit Zeitdruck um und welche Werte sind dir grundsätzlich wichtig?

„Ich gehöre nicht zu den Menschen, die gerne unter Zeitdruck arbeiten, dennoch setze ich mich selbst viel zu oft unter Druck, denn Qualität ist mir sehr wichtig. Dies führt dazu, dass ich meine Erwartungen übertreffen möchte und erst dann mit dem Ergebnis zu 100% zufrieden bin. Leider ist die Modebranche von Zeitdruck geprägt, weil man generell mit vielen unterschiedlichen Partnern zusammenarbeitet. Doch ich habe in dem letzten Jahr gelernt, den Druck rauszunehmen, indem ich meinen Partnern und mir mehr Zeit gönne. Mir sind Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit wichtig, weshalb ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit bei der Gründung von l’amour est bleu stark unter Druck gesetzt habe. Für ein junges Unternehmen ist es auf der einen Seite einfacher als für ein etabliertes Unternehmen, eine nachhaltige Lieferkette aufzubauen, weil alles noch im kleinen Rahmen abläuft. Andererseits hast du als junges Unternehmen nicht die finanzielle Durchsetzungskraft eines großen Unternehmens. Die richtigen Lieferanten und Produzenten zu finden, brachte mich zur Verzweiflung. Doch im Nachhinein bin ich froh, zu 100% hinter meinem Produkt stehen zu können“.

7. Wenn du eine Superkraft hättest, welche wäre das?

„Da fällt mir einiges ein. Ich wäre gern superschnell, um möglichst viele Dinge in einer kurzen Zeit erledigen zu können. Einen Tag, der aus 29 Stunden besteht, würde ich auch sehr willkommen heißen. Andernfalls fände ich Super Power Napping ganz spannend und effektiv, um sich schnell zu regenerieren und Klarheit zu schaffen“.

8. Wie sieht deine Morgen-Routine aus?

„Ich bin ein Frühaufsteher geworden. Das muss man vermutlich auch mit einer Familie. Meine Morgen-Routine fängt mit einem gemeinsamen Frühstück mit meinem Mann und meiner Tochter an. Anschließend bringe ich die Kleine in die Kita und fange mit der Arbeit an. Ich kann am Morgen ein äußerst unangenehmer Mensch werden, wenn es jemand wagt meine Routine und meinen „entspannt in den Tag kommen-Modus zu stören“.




„Familie und einen intensiven Job zu vereinbaren ist nicht einfach und wir Frauen neigen oft dazu, uns auszupowern.“.




Wie gehst du mit Stress um?

„Grundsätzlich versuche ich immer wieder kleinere Pausen in meinen Alltag einzubauen, um einen Ausgleich herzustellen und Energie zu tanken. Gleichgewichtig ist sehr wichtig und die Balance zu halten, stellt sich manchmal als eine Herausforderung dar. Yoga ist für mich ein wichtiges Element, um wieder zu mir selbst zu finden. Es gibt aber auch stressige Phasen, in denen ich kaum zum Essen und Schlafen komme. Seitdem ich selbstständig bin, ist es mir tatsächlich zweimal passiert, dass mein Körper selber den Stecker rausgezogen hat und ich gar nichts mehr machen konnte. Familie und einen intensiven Job zu vereinbaren ist nicht einfach und wir Frauen neigen oft dazu, uns auszupowern. Es ist für mich wichtig auf meinen Körper zu hören, ihm Ruhe zu geben, wenn er es braucht und gesund zu leben“.

Wie gehst du mit deinen Ängsten um?

„Natürlich gibt es Situationen, die einen unsicher machen. Ich denke jedoch immer daran, dass ich wachsen und nie stehen bleiben möchte. Ich habe mich in meinem Leben bewusst in viele unangenehme Situationen begeben, weil ich jedes Mal daraus gelernt habe. Sei es nur, dass es nur halb so schlimm war! Die Lernkurve dabei ist erstaunlich. Es ist alles machbar, man muss sich einfach nur trauen und Vertrauen haben“.

Deine Frage war nicht dabei? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar.



Ältere Beiträge



Wie wird man SLOW in einer Fast Fashion Welt


Während ich diesen Beitrag schreibe, sitze ich im Zug Richtung Berlin. Dieses Wochenende habe ich meine beste Freundin in Bayern besucht, obwohl laut meinem Terminkalender überhaupt keine Zeit dafür war. Vor zwei Wochen waren meine Familie und ich 14 Tage im Thailand-Urlaub, das Weihnachtsgeschäft geht los…es gäbe 1000 Gründe, weshalb ich nicht hätte fahren dürfen. Doch ich habe es trotzdem getan. Für mich bedeutet ein nachhaltiges Modelabel führen auch ein bewussteres Business führen. Sich einerseits den Gesetzen und dem Rhythmus der Modeindustrie zu fügen, aber andererseits dem Ganzen gleichzeitig an Geschwindigkeit zu nehmen.




Dem Hamsterrad der Modewelt entfliehen

Die Modewelt ist wie ein Hamsterrad, das auf 100 km/h läuft. Nie kann etwas schnell genug sein, am besten hätte man den neuesten Trend schon heute im Laden hängen. Diesem Rhythmus bin ich die letzten zehn Jahre stumpf gefolgt und habe auch Gefallen daran gefunden. Doch vor einigen Jahren überkam mich das Gefühl, dass die Modeindustrie sich selber überholt hat. Bei der ganzen Hektik blieb keine Zeit mehr für Kreativität und neue Ideen. Man rannte angestrengt den erfolgreichen Playern hinterher und kopierte alles, was sie taten. Diesem Hamsterrad bin ich entflohen und widmete mich der nachhaltigen Mode. Ich wollte alles anders machen und Mode schaffen, die sich von der Masse abhebt. Den Gesetzen der Mode- bzw. Konsumindustrie wollte ich mich widersetzen und einen bewussteren Konsumstil einführen. Mir wurde sehr schnell vor Augen geführt, wie revolutionär meine Ideen waren.









Die revolutionäre Idee von Slow Fashion

Als erstes wollte ich Made-to-Order-Kollektionen einführen – das bedeutet, es wird nur Mode produziert, die tatsächlich bestellt wurde. Wenn das alles unter fairen Arbeitsbedingungen ablaufen soll, müsste ein Kunde für ein bezahlbares, nachhaltiges Kleidungsstück etwa sechs Wochen warten. Mir wurde schnell um die Ohren geworfen, dass heutzutage NIEMAND bereit ist, so lange auf ein Kleidungsstück zu warten! Erst Recht nicht, wenn es nur online verkauft wird. Na gut, die Idee wurde schnell verworfen und ich plante 3-Monatskollektionen mit kleinem Umfang und geringer Stückzahl. Das war auch nicht wirklich umsetzbar, weil nur eine geringe Anzahl an Produzenten Lust auf solche Mini-Produktionen hat. Jeder Stoffeinkauf unter 50 m ist so teuer, dass das Thema bezahlbare nachhaltige Mode daran scheiterte. Letztendlich entstand daraus der Kompromiss aus 3-Monatskollektionen aus drei bis vier Modellen mit jeweils 50 Stück pro Modell. Für ein junges, eigenfinanziertes Modelabel eine große finanzielle Herausforderung.





Nachdem ich alle Partner für die Umsetzung meiner Kollektionen gefunden hatte, ging die erste Kollektion in Produktion und ich stellte fest, wie viele Akteure in der Lieferkette deinen wunderbaren Zeitplan sabotieren können. Stofflieferung zwei Wochen zu spät, Produktion zwei Wochen zu spät, Fotoshooting um 2 Wochen nach hinten verschoben, Fotobearbeitung eine Woche zu spät…so sammelte sich innerhalb kürzester Zeit eine Verspätung von vier bis sechs Wochen an. In der Modeindustrie tödlich!!! Von der alten Arbeitsattitüde geprägt, machte mich das Wahnsinnig. Ich bekam die Krise, wenn meine Produktion ab 16 Uhr nicht mehr erreichbar war. Ich flippte aus, wenn mein Textillieferant mir keinen konkreten Liefertermin nennen konnte. Ich explodierte, wenn ein Kleidermodell Passformschwierigkeiten aufwies. Es entspricht nicht meiner Natur, Lieferanten Druck zu machen, denen hinterher zu telefonieren und per E-Mail alle 30 min. zu belästigen. Dies musste ich in der Vergangenheit tun und fand es furchtbar. Es entsprach auch nicht meiner Vorstellung von nachhaltiger Mode.




Es wird keiner daran sterben

Ich lernte Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern konnte. „Let it go“, wie es so schön in der Eiskönigin heißt und wie mir meine Tochter regelmäßig vorträllert. Doch der Weg bis dahin war schwer. Wenn du alleine dein eigenes Business gründest und nicht die Rückendeckung von Investoren oder reichen Eltern hast, erlaubst du dir keine großen Fehler. Doch mir kam ein Satz wieder in den Sinn, der mir damals als Angestellte sehr oft im Kopf schwirrte: „Es wird keiner daran sterben“. Ich gönne es meinen Schneiderinnen, am Freitag nach 16 Uhr Feierabend zu haben. Meine Schnittmacherin soll keine Nachtschichten schieben, um neben ihren vielen Aufträgen meinen Auftrag termingerecht zu erledigen. Meine Fotografin soll mir Fotos übergeben, mit denen auch sie zufrieden ist und nicht welche, die sie wie am Fließband bearbeitet hat. Ich genehmigte mir und meinen Partnern in dieser Fast Fashion Welt „SLOW“ zu werden. Insgesamt das Tempo zu drosseln, damit höhere Qualität erzielt werden kann.









Ein Unternehmen bewusst führen

SLOW werden bedeutet für mich ebenfalls, mich nicht für mein Business aufzugeben. Ich habe mein eigenes Modelabel gegründet, um einen Traum zu verwirklichen. Doch gleichzeitig ist es mein Ziel, meine Familie und Freunde niemals zu vernachlässigen. Denn das sind die Personen, die in meinem Leben zählen. Ich unternehme an fast jedem Wochenende etwas mit meiner Familie und finde es nicht schlimm, dafür am Samstag- und Sonntagabend noch zu arbeiten. Es gibt kaum etwas Unvernünftigeres als im ersten Geschäftsjahr zwei Wochen Urlaub zu machen. Aber ich brauchte es. Mutterwerden war für mich eines der schwierigsten Kapitel in meinem Leben. Mein zweites Kind – mein Modelabel – auf die Welt zu bringen, hatte mir sämtliche Reserven geraubt. Ich brauchte eine Auszeit und die habe ich mir gegönnt. Meine beste Freundin und mich trennt seit vielen Jahren 500 km Entfernung und wir haben uns über ein Jahr nicht mehr gesehen. Sie steht gerade vor einer großen Veränderung in ihrem Leben und ich hatte das Gefühl, für sie da sein zu müssen. Einfach nur Zeit mit ihr zu verbringen, um ihr zu zeigen, dass ich trotz meines Business immer Zeit für sie finde. Solche Entscheidungen fallen mir bei der Masse an Arbeit nicht leicht. Aber ich bereue sie nicht. Ich weiß nicht, wohin mich diese Einstellung führen wird. Doch es fühlt sich für mich und mein nachhaltiges Modelabel richtig an.





Fotos: Veri Ivanova, Nancy Jesse, Leslie Juarez



Was brauche ich als Unternehmerin?

Nachdem es einige Wochen still um mich geworden ist, melde ich mich endlich wieder zurück! Leider war ich nicht im wohlverdienten Sommerurlaub, sondern war mit der Erstellung meines Onlineshops beschäftigt. Dieses Projekt kostete mich so viel Kraft und Zeit, dass der Blog ruhen musste. Aber nun ist es geschafft! Der Shop ist online!





Nun kehre ich mit einem neuen Projekt zurück: Ich werde Dir in einer Reihe von Beiträgen erzählen, wie ich ein nachhaltiges Modelabel gegründet habe. In diesem Beitrag befasse ich mich mit einer Frage, die ich sehr oft gestellt bekomme:

„Was brauche ich als Unternehmerin?“

Viele finden es unglaublich mutig, dass ich mich mit der Gründung eines nachhaltigen Modelabels ins große Haifischbecken gewagt habe. Komischerweise empfinde ich meinen Schritt als gar nicht so mutig wie die Menschen um mich herum. Das verwundert sie umso mehr. Ich werde dann mit allen möglichen Fragen durchlöchert: „Hattest du gar keine Angst? Wie bist du das angegangen? Kannst du mir sagen, was mich davon abhält, mich selbständig zu machen?” 

Die ersten beiden Fragen kann ich mühelos beantworten. Doch bei der dritten Frage gerate ich tatsächlich ins Stocken. Mal abgesehen davon, dass ich keine Psychologin bin, wusste ich wirklich nicht, was andere Menschen davon abhält, sich in die Selbständigkeit zu wagen. Doch als ich meinen beruflichen Werdegang und alle damit verknüpften Entscheidungen Revue passieren ließ, fiel mir die Antwort wie Schuppen von den Augen.



DRIVE

Für mich persönlich gibt es darauf nur eine Antwort: DRIVE. Damit meine ich nicht den Film mit Ryan Gosling (kleiner Scherz zum Totlachen am Rande!). Ich meine den Motor in Dir, der Dich vorantreibt und alle Hindernisse überwinden lässt. Mein Drive ist mein Traum vom eigenen Modelabel. Dieser Wunsch hat mir viele Entscheidungen in meinem Leben erleichtert. Dabei muss es nicht zwangsläufig ein konkreter Berufswunsch sein, der Dich im Leben vorantreibt. Es ist viel wichtiger in sich zu horchen und sich zu fragen: „Wer bin ich und was erwarte ich vom Leben?“. In meiner Jugend habe ich mich intensiv mit dieser Frage beschäftigt. Je älter ich wurde, desto weniger Zeit hatte ich zu reflektieren. Wir sollten uns öfters dazu zwingen, in unserem Hamsterrad kurz anzuhalten und uns zu fragen: „Laufe ich noch in die richtige Richtung?“.



Der Traum vom eigenen Modelabel

Für mich ist Berufung ein wichtiger Teil meines Lebens. Ich möchte in meinem Leben einen Beruf ausüben, der mir Spaß macht und mich erfüllt. Das Ziel, mein Modelabel zu gründen, spielte eine entscheidende Rolle bei allen beruflichen Entscheidungen in meinem Leben. Nach meinem Abitur bewarb ich mich an mehreren Hochschulen für ein Modedesignstudium. Mir war dabei von vornherein klar, dass ich mir kein teures Privatstudium finanzieren wollte. Dadurch hatte ich den Druck, an der staatlichen Hochschule die Eignungsprüfung bestehen zu müssen. Bei der Mappenberatung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg erlebte ich den ersten Rückschlag in meinem Leben. Von Kind auf liebte ich das Zeichnen und habe während der gesamten Schulzeit nur Bestnoten im Schulfach Kunst erzielt. Dann sagte mir der Student in der Mappenberatung vor allen anderen Bewerbern, dass ich nicht zeichnen könnte! Er riet mir tatsächlich einen Kurs zu belegen!

Meine Welt brach zusammen. Ich verlor jeglichen Halt unter meinen Füßen. „Habe ich mir mein Talent mein ganzes Leben lang eingebildet?“, schoss es durch meinen Kopf.



Sich nicht unterkriegen lassen

Ich belegte keinen Kurs. Aber ich gab mich auch nicht geschlagen. Es waren sechs Monate bis zur Prüfung und in der Zeit zeichnete ich, was das Zeug hielt (neben meinem Aushilfsjob als Verkäuferin bei Peek & Cloppenburg). Ich zeichnete und malte Portraits, Akte und Stillleben. In den sechs Monaten schaffte ich eine komplett neue Bewerbungsmappe im Stil der alten Schule – und bestand die Prüfung. Die Mappe erzielte zwar nur die Mindestnote ausreichend, aber sie brachte mich in die Eignungsprüfung. Diese bestand ich mit Bravour!

Wenn Du mich jetzt fragst, was mich damals trotz des vernichtenden Urteils angetrieben hatte, sage ich Dir erneut: Es war der innere Drive. Oder in anderen Worten ausgedrückt, das Vertrauen in meine Fähigkeiten. Ich glaube daran, dass Du alles in Deinem Leben erreichen kannst. Du musst es nur wirklich wollen.



Vertrauen in die eigenen Entscheidungen

Vor über 40 Jahren verließ meine Familie Vietnam, um sich ein Leben in Frieden zu ermöglichen. Sie ließ alles zurück, was sie sich bis dahin erarbeitet hatte: Ländereien, Häuser, Vermögen, Familie und Freunde – das alles, um ein freies Leben in Sicherheit zu führen. Unsere Generation ist so sicher aufgewachsen, dass viele von uns sich gar nicht vorstellen können, dass sich Menschen für ein Leben in Frieden in Lebensgefahr begeben. Viele von uns nehmen unser freies Leben als selbstverständlich hin. Es ist für sie unerklärlich, dass Menschen alles aufgeben, um ein Leben in Freiheit zu führen.

Dieses innere Vertrauen, das man braucht, um sich in ein Boot Richtung Freiheit zu setzen – dieses Vertrauen hat meine Familie mir mitgegeben.

Es gab noch unzählige Momente, in denen ich an mir und meinen Fähigkeiten zweifelte. Doch mein Traum gab mir immer den nötigen Drive, um alle Hürden zu überwinden. Drive ist sicherlich nur eine von vielen Faktoren, die eine Unternehmerin mitbringen sollte. Für mich ist es bisher die wichtigste gewesen.


Fotos: Nancy Jesse, Lindsay Henwood, So Flow, Nic Macmillan


Vom Spielzeugladen zum Modelabel

Weißt Du noch, was Du als Kind werden wolltest?

Während meine Freundinnen Tierärztinnen oder Lehrerinnen werden wollten, hatte ich zwei ganz andere Traumberufe: Spielzeugladenbesitzerin und Bürgermeisterin von Hamburg. Der erste Beruf war eher eigennütziger Art – ich hatte die geniale Idee, alle Spielsachen vor dem Verkauf ausgiebig auszutesten, um nur die besten Spielsachen zu verkaufen! Was mich bei der Bürgermeisterin ritt, das weiß ich bis heute nicht.

Das Schicksal hat für mich allerdings einen anderen Beruf vorgesehen – heute bin ich Geschäftsführerin meines eigenen Modelabels l’amour est bleu. Rückblickend sind meine ersten beruflichen Ambitionen von meiner jetzigen Berufung gar nicht so weit entfernt…



Mit Kleidern Geschichten erzählen

Meine ersteren Traumberufe habe ich an den Nagel gehängt, nachdem ich meine Leidenschaft für das Zeichnen entdeckt habe. Mein Vater ist ein begnadeter Zeichner und konnte mit einer Leichtigkeit alle meine Wünsche zu Papier bringen. Ich war fasziniert von seiner Gabe und wünschte mir, auch so gut zeichnen zu können. Ich verbrachte Stunden mit dem Zeichnen von Menschen, zu denen ich mir Geschichten im Kopf ausmalte. Irgendwann kommt man in ein Alter, in dem Erwachsene von Dir erwarten, konkrete Berufswünsche zu äußern. Für mich war klar: Ich werde Modedesignerin! Menschen einkleiden ist für mich wie Geschichten erzählen. Wenn ich ein Kleid entwerfe, entsteht in meinem Kopf gleichzeitig eine Geschichte über die Person. Was für ein Mensch ist sie und was erlebt sie mit diesem Kleidungsstück? Manchmal inspirieren mich auch Menschen zu neuen Designs oder mein Wunsch für einen bestimmten Anlass ein besonderes Kleid tragen zu wollen gibt mir neue Ideen. Mensch, Kleid und Geschichte gehören für mich unmittelbar zusammen.


Was für Mode möchte ich entwerfen?

Meine Vorstellung eines Modelabels hatte am Anfang nicht im Geringsten mit Nachhaltigkeit zu tun.                                    

Letztes Jahr brachen meine Familie und ich unsere Zelte im schönen Hamburg ab und suchten ein neues Zuhause in Berlin. Dies fühlte sich für mich nach dem richtigen Zeitpunkt an, um meinen lang gehegten Traum in Angriff zu nehmen. Endlich hatte ich die Ruhe und Zeit mir darüber Gedanken zu machen, welche Art von Mode ich entwerfen möchte. Welche Werte soll sie widerspiegeln? Was für ein Unternehmen möchte ich gründen? Als ich meine letzten 10 Jahre in der Modebranche Revue passieren ließ, wurde mir bewusst, dass ich vieles anders machen wollte. Ich konnte für die Mode nicht mehr die Leidenschaft aufbringen, die ich damals empfand. Dazu trugen die schlimmen Ereignisse in den Produktionsländern und all die Wahrheiten, die danach ans Licht kamen, bei. Im Gegensatz dazu entwickelte sich die Modewelt immer mehr zu einem oberflächlichen Zirkus, in dem Menschen Mode nicht mehr als Ausdruck ihrer Persönlichkeit nutzen, sondern sich nur noch gedankenlos inszenieren. Mir fehlte die Leidenschaft, die ich damals im Studium beim Entwerfen und Herstellen eines Kleides empfand oder die ich auch heute noch spüre, wenn ich ein anspruchsvoll designtes Kleid in der Hand halte. Ich habe mich oftmals gefragt, ob ich noch Teil dieser Modewelt sein wollte.



Trotz der vielen Zweifel konnte ich mir einfach nicht vorstellen einem anderen Beruf nachzugehen. Dafür ist meine Leidenschaft für Mode einfach zu groß! Also entschied ich mich Mode zu schaffen, mit der ich mich wieder identifizieren konnte. Mode sollte wieder ihren hohen Stellenwert erhalten und nicht nur „die zweitgrößte umweltschädigende Industrie der Welt“ sein. Mode sollte wieder etwas Besonderes für die Menschen sein. Mir wurde bewusst, dass Nachhaltigkeit ein unabdingbarer Wert für mein Modelabel werden musste. Wie soll man sich in ein Kleid verlieben, wenn man sich nicht sicher sein kann, ob daran nicht das Leid anderer Menschen und der Umwelt hängt? Ich möchte ein Kleid mit gutem Gewissen tragen und lieben und auch anderen Menschen diese Möglichkeit geben.


Was bedeutet Nachhaltigkeit bei l’amour est bleu?

Bei meiner Recherche zum Thema Nachhaltigkeit in der Modeindustrie, stieß ich auf viele unterschiedliche Definitionen und Umsetzungen. Mir wurde klar, dass ich für meine Mode eigene Nachhaltigkeitsziele setzen musste. Mir ist es wichtig, dass die Mode von l’amour est bleu von der Faser bis zum fertigen Kleidungsstück unter fairen Arbeitsbedingungen und umweltschonend hergestellt wird. Für die Mode verwende ich zertifizierte nachhaltige Stoffe und sie wird lokal in Deutschland produziert. Wir unterstützen einen der letzten Schneidereibetriebe aus dem Erzgebirge, wo der historische Ursprung der deutschen Textilindustrie liegt.

Ein Modeunternehmen besteht allerdings aus viel mehr als die reine Produktion der Bekleidung. Zu gerne würde ich behaupten können, dass das gesamte Unternehmen l’amour est bleu nachhaltig ist. Diese Entwicklung wird erst nach und nach kommen können. Genauso wie in meinem Privatleben auch. Mein Kleiderschrank ist in keiner Weise zu 100% nachhaltig und genauso wenig kann ich von mir behaupten, dass mein Lifestyle einen Preis für Nachhaltigkeit gewinnen könnte. Aber meine Familie und ich arbeiten darauf hin, genauso wie mein Unternehmen auch.





Mode und Nachhaltigkeit – eine große Herausforderung

Innerhalb des letzten Jahres gab es viele Momente, in denen ich mich von der Nachhaltigkeit verabschieden wollte. Genau genommen, hatte ich erst vor zwei Wochen wieder diesen Gedanken! Jede neue Kollektion ist für mich eine neue modische Herausforderung: Es fängt bei den nachhaltigen Materialien an, geht beim zeitlosen Design weiter und endet bei den relativ hohen Produktionskosten in Deutschland. Ich habe oft das Gefühl in meiner Kreativität ausgebremst zu werden, weil ich so viele Rahmenbedingungen einhalten muss.

Letzte Woche fand endlich das Fotoshooting für die erste Kollektion statt. Als das Model das erste Outfit anprobierte, geschah etwas Wunderbares: Ich verliebte mich in meine selbst entworfenen Kleider! Das Team war begeistert davon, wie toll die Kleider an ihr aussahen. Dieser Moment ließ die ganzen Zweifel und Versagensängste der letzten Monate wieder schwinden. Ich wusste, dass ich mich für den richtigen Weg entschieden habe.

Rückblickend auf meine ersten beruflichen Ambitionen wird mir bewusst, dass mein heutiger Beruf gar nicht so weit davon entfernt ist. So wie die Beweggründe zur Spielzeugladenbesitzerin mein Bedürfnis nach Spielsachen stillen sollte, schaffe ich heute Kleider, um meine Leidenschaft für Mode zu stillen. Diese Leidenschaft möchte ich auch mit anderen Menschen teilen. Denn für mich sollten so viele Menschen wie möglich die Möglichkeit haben, sich mit gutem Gewissen modisch zu kleiden. Über den Traumberuf der Bürgermeisterin muss ich allerdings immer noch lachen! Vielleicht hatte ich damals als Kind schon den Wunsch, etwas für die Menschen tun zu wollen und die Welt zu verändern. Das möchte ich auch heute noch. Oder ich wollte einfach nur wichtig sein…dafür ist die Bürgermeisterin von Hamburg wiederum eine sehr bescheidene Wahl!



Mit diesem Blog möchte ich Dir die Geschichte vom Modelabel l’amour est bleu erzählen. Jede Woche veröffentliche ich hier ein neues Kapitel über meine Abenteuer als Unternehmerin und nachhaltige Modedesignerin. Ich freue mich, wenn Du mitliest und mit mir Deine Gedanken, Ideen und Anregungen teilst.


Fotos: Nancy Jesse