Regenerative agriculture and non-GM seeds are making the cotton production more sustainable

Zwei Faktoren, die die Baumwollproduktion nachhaltiger machen

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Heutzutage ist Bio-Baumwolle nicht nur etwas für wohlhabende Leute, sondern für jeden, der Wert auf Nachhaltigkeit legt. Bio-Baumwolle spielt eine wichtige Rolle beim Schutz aller Lebewesen vor den negativen Auswirkungen von Chemikalien und des Klimawandels sowie bei der Gewährleistung sicherer und fairer Arbeitsbedingungen der Arbeiter in der Lieferkette. 

Die weltweite Produktion von Bio-Baumwolle ist von 2018 auf 2019 um 56 % deutlich gestiegen. Im gleichen Zeitraum wuchsen Einrichtungen mit Bio-Textilstandard Zertifizierung ebenfalls signifikant und zwar um 48 % beim Organic Cotton Standard und um 35 % beim Global Organic Textile Standard. Infolgedessen wurde 2018/19 die zweitgrößte Ernte von Bio-Baumwolle aller Zeiten verzeichnet. Die steigende Nachfrage nach Bio-Baumwolle bringt enorme Vorteile für das Ökosystem.

Die Bio-Baumwollproduktion ist ein “Proof of Concept” für den signifikanten und verstärkten Fokus und Aufwand auf restaurative und regenerative Praktiken für die Landwirtschaft. Die Wiederherstellung der Bodengesundheit, des Wasserkreislaufs und des Schutzes der Artenvielfalt sowohl über als auch unter den Anbauflächen ist essentiell für unsere Zukunft und der Schlüssel zu naturbasierten Ansätzen, die über 30% der Lösungsansätze gegen den Klimawandel ausmachen. 

Mit diesem Artikel möchten wir die Bedeutung von regenerativer Landwirtschaft und gentechnikfreiem Saatgut betrachten und was du gegen den Klimawandel beitragen kannst.

Regenerative Landwirtschaft verstehen 

Regenerative Landwirtschaft ist ein Ansatz in der Agrarwirtschaft, der Pestizide und synthetische Düngemittel ablehnt und eine ganzheitliche Philosophie ist, die darauf abzielt, Bio-Sequestrierung, Biodiversität, Ökotoxizität, Klimaresilienz, Wassersysteme, Mikronährstoffe und Ökosystemdienstleistungen positiv zu beeinflussen. Die Vorteile der regenerativen Landwirtschaft sind endlos! 

Was ist der Unterschied zwischen regenerativer Landwirtschaft und ökologischem Landbau?

Der ökologische Landbau garantiert, dass das Land, auf dem das Produkt angebaut wurde, ohne den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden bewirtschaftet wurde. Allerdings wird dabei nicht die gesundheitliche Verbesserung des Bodens berücksichtigt. Der Fokus liegt auf der Förderung des ökologischen Gleichgewichts und die Erhaltung der Artenvielfalt, aber nicht auf den Wiederaufbau und Regenerierung des Bodens. Trotzdem sind die Vorteile des okölogischen Landbaus um ein Vielfaches höher als bei der konventionellen Landwirtschaft. Kürzlich wurde eine neue “regenerative Bio”-Zertifizierung eingeführt, um Managementprinzipien, die sich auf den Boden und seine Gesundheit konzentrieren, weiter zu integrieren. 

Konventionelle Landwirtschaft benötigt eine große Menge an Wasser, Land und Pestiziden. Allein im Jahr 2018 hat die US-Landwirtschaftsindustrie 698 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen. Der Schaden für den Ackerboden nahm überhand, als die Landwirte Jahr für Jahr die gleichen Monokulturen anbauten und mehr chemische Düngemittel verwendeten, um die entzogenen Mineralien und toten Mikroben auszugleichen. 

Ökologischer Landbau und regenerative Landwirtschaftssysteme sind bekanntermaßen effektiver als konventionelle Systeme, wenn es darum geht, CO2 aus der Atmosphäre zu binden und es im Boden als organische Substanz zu speichern. Infolgedessen ist der Kohlenstoffpool im Boden etwa dreimal so groß wie der atmosphärische Pool. Nach Angaben der National Academies of Sciences, Engineering and Medicine könnten durch die Bindung von CO2 mit der Kraft eines gesunden Bodens potenziell mehr als 250 Millionen Tonnen CO2 jährlich vermieden werden.

Regenerative Landwirtschaft ist keine “Einheitsgröße”, denn jede Farm oder Ranch unterscheidet sich bezüglich der einzigartigen natürlichen Ressourcen, Klimaschwankungen und tierischen sowie ökologischen Dynamik. Stattdessen wenden die Landwirte diese Prinzipien für ihre jeweilige Region, ihren Betrieb und ihre persönliche Situation an und suchen nach einer Kombination von Methoden, die die Widerstandsfähigkeit unterstützen und unser Ökosystem aufbauen und nähren. 

Mit der Zeit können regenerative Praktiken die Produktion steigern und den Bedarf an externen Inputs auf natürliche Weise reduzieren. Wenn diese regenerativen Praktiken erfolgreich umgesetzt werden, können die Gesundheit des landwirtschaftlichen Ökosystems und die wirtschaftliche Stabilität der Landwirte verbessert werden. 

 

Two factors making the cotton production more sustainable
Photo via Pexels

Warum gentechnikfreies Saatgut besser ist als gentechnisch verändertes Saatgut

Nicht gentechnisch verändertes Saatgut, das für den Anbau von Bio-Baumwolle verwendet wird, ist sowohl für die Integrität als auch für das Wachstum der Bio-Baumwollproduktion entscheidend. Von der weltweiten Baumwollanbaufläche mit einer Fläche von 32,9 Millionen Hektar wurden 2018 rund 76 % mit nicht gentechnisch behandeltem Saatgut bepflanzt. 

Gentechnisch veränderte (GV) Baumwolle wurde geschaffen, um ein intensives landwirtschaftliches System durch die Reduzierung des Einsatzes von Pestiziden zu unterstützen und damit die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu begrenzen. Entwickelt als Werkzeug zur besseren Schädlingsbekämpfung, wurde sie als eine Technologie präsentiert, die den Baumwollanbaugemeinschaften wirtschaftliches Wachstum bringen sollte. Es gibt jedoch mehrere Bedenken bezüglich der Technologie und wie sie sich auf die Umwelt, die Gesellschaft und die Finanzen der Landwirte auswirkt, insbesondere im Hinblick auf die langfristigen Auswirkungen bei der Einführung von GV-Baumwolle. 

 

  • Wirtschaftliche Risiken für Landwirte

Die Forschungsergebnisse variieren noch immer und der wirtschaftliche Nutzen von GV-Pflanzen muss noch langfristig nachgewiesen werden. Die Ungewissheit über den finanziellen Nutzen der Einführung von GV-Pflanzen ist eines der größten Risiken für Landwirte, die auch mit ständig steigenden Produktionskosten und Schwankungen des Baumwollpreises auf dem globalen Baumwollmarkt konfrontiert sind. GV-Nutzpflanzen können ein besonders kostspieliges Risiko für liquiditätsarme Baumwollbauern sein, wenn ein finanzieller Verlust aufgrund von Ernteausfällen sie daran hindert GV-Saatgut und damit verbundene Betriebsmittel für die nächste Saison zu kaufen. Die Betriebsmittel sind oft kapitalintensiv, das Produktionssystem des Baumwollanbaus birgt ein erhebliches Risiko von Verschuldung, Konkurs und sogar Selbstmord der Landwirte, wenn sich die Erträge nicht auszahlen. Dies betrifft vor allem Kleinbauern in Ländern, die keine wirtschaftlichen Sicherheitsnetze bieten. 

 

  • Bedenken über Resistenzen gegen Pestizide und negative Auswirkungen auf die Umwelt

Mit dem zunehmenden Einsatz von GV-Baumwolle werden Bedenken hinsichtlich der Resistenz gegenüber Insekten und Schwachstellen gegenüber Pestizide laut. Der allgegenwärtige Einsatz von Giften beim Anbau von GV-Baumwolle führt bereits zu Resistenzen bei Baumwollkapselwürmern und das Auftreten von Sekundärschädlingen wurde in der indischen Baumwollproduktion beobachtet. Der Schädlingsbefall kann dazu führen, dass noch mehr Pestizide erforderlich sind, was mit zusätzlichen Kosten und Umweltschäden verbunden ist. 

Ein ähnliches Phänomen ist bei Unkräutern zu beobachten, die gegen die Herbizide resistent werden, die in Kombination mit herbizidtoleranten (HT) Pflanzen eingesetzt werden. Eine Überprüfung von 900 Studien ergab, dass die Einführung von GV-Pflanzen zunächst den Einsatz von Herbiziden reduzierte, dass sich aber später resistente Unkräuter entwickelten und die Resistenz gegen das Herbizid Glyphosat zu einem erhöhten Einsatz von Herbiziden führte. Infolgedessen geben die Landwirte jetzt mehr Geld für Saatgut, mehr für Dünger und mehr für Insektizide aus. 

 

  • Fragen zu Monopol und Saatgutbesitz

Die Einführung von GV-Baumwolle hat Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit der Landwirte von der agrochemischen Industrie aufgeworfen. Die Landwirte bewahren kein GV-Saatgut aus früheren Ernten auf, da GV-Baumwollpflanzen F1-Hybride sind (d.h. die erste Generation von Nachkommen zweier deutlich unterschiedlicher Elternpflanzen). Folglich müssen die GV-Baumwollbauern jedes Jahr neues Saatgut kaufen, um zu vermeiden, dass sie ungleichmäßige Baumwoll-Farbtypen mit geringerem Ertrag anbauen. Außerdem müssen sie die mit GV-Saatgut verbundene Technologiegebühr bezahlen. 

Eine Studie schätzt, dass ein einziges Unternehmen mit seinem GV-Saatgut bis zu 95 % des Baumwollsaatgut-Marktes in Indien besitzt. Im Jahr 2018 waren 76 % der weltweiten konventionellen Baumwollproduktion gentechnisch verändert. 

Die Einführung von gentechnisch veränderter Baumwolle hat zudem die Landwirte vom Prozess der Pflanzenzüchtung abgekoppelt und riskiert den Verlust von landwirtschaftlichem Know-how, das über Jahrhunderte weitergegeben wurde. 

Der Kauf von Bio-Baumwolle kann unsere Zukunft verbessern

Während Bio-Baumwolle früher als “Nische” angesehen wurde, wird sie heute von Marken aller Größenordnungen als wichtiger Bestandteil ihres Faser- und Materialportfolios bezeichnet. Immer mehr Marken und Einzelhändler setzen sich Ziele und verpflichten sich, ihren Einsatz von Bio-Baumwolle zu erhöhen, ermutigt durch die zunehmenden Nachhaltigkeitsvorteile der Faser und des ökologischen Anbaus. 

Wir glauben, dass wir durch die Stärkung der landwirtschaftlichen Gemeinschaft die Fähigkeit und das Potenzial haben, die Herausforderungen zu bewältigen, mit denen der Agrarsektor heute konfrontiert ist. . 

Wenn Sie mehr über die sozialen Aspekte der Baumwollproduktion in China und Indien erfahren möchten, lesen Sie diesen Artikel: “Baumwollproduktion: Soziale Problematik in Indien und China

Was sind deine Gedanken zur Bio-Baumwolle, regenerativer Landwirtschaft und gentechnikfreiem Saatgut? Teile uns deine Meinung gerne in den Kommentaren mit!

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