Täglicher Archiv: Nachhaltigkeit

Wie kann die Modeindustrie ihre Nachhaltigkeitsziele voranbringen?

Wie kann die Modeindustrie ihre Nachhaltigkeitsziele voranbringen?

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Wenn wir auf die letzten paar Jahre zurückblicken, haben wir großartige Trends und Bewegungen in der Mode gesehen. Menschen entdeckten die Handarbeit, wurden politisch und fingen an, sich mehr Gedanken darüber zu machen, was und von wem sie etwas kaufen. Immer mehr Menschen legen beim Bekleidungskonsum Wert auf Nachhaltigkeit. 

Allerdings hat die Modeindustrie noch einiges zu tun. Die Branche ist für rund 40 Millionen Tonnen Textilabfälle pro Jahr verantwortlich, von denen die meisten entweder auf Mülldeponien landen oder verbrannt werden. Die Emissionen steigen weiter an, die Kreislaufwirtschaft ist nach wie vor schwer greifbar, und nachhaltige Textilien müssen sich nach wie vor noch bei der Masse durchsetzen. Die Modeindustrie muss sich darauf konzentrieren, weniger Schaden anzurichten und mehr Gutes zu tun. 

Die gute Nachricht ist, dass junge Modelabels neue Lösungsansätze finden und die Modebranche in Richtung eines grundlegenden Wandels führen. Kleine Modelabels scheinen anders zu denken und sind in der Lage, flexibler zu handeln. Gemessen an ihren Umweltauswirkungen schneiden viele kleine Modeunternehmen besser ab als große Unternehmen, weil sie aufgrund ihres Geschäftsmodells weniger Ressourcen verbrauchen und weniger Abfall produzieren

Wir brauchen einen systemischen Wandel, der es Menschen und Unternehmen ermöglicht, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten, welches die Definition einer nachhaltigen Gesellschaft aufgreift – nämlich dass umweltbezogene, wirtschaftliche und soziale Ziele gleichzeitig und gleichberechtigt umgesetzt werden. Die nachhaltige Zukunft der Mode liegt in der regenerativen Landwirtschaft, in haltbaren und zeitlosen Kleidungsstücken, geschlossenen Kreisläufen und biologisch abbaubaren Verpackungen sowie branchenübergreifende Kooperationen, die bei der Umsetzung dieser Ziele behilflich sind.

 

How Can Fashion Industry Make Progress in Sustainability in 2022

Regenerative Beschaffung

Regenerative Landwirtschaft wird für viele Industrien “die Zukunftslösung” für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Beschaffung sein. Regenerative Anbaumethoden verbessern aktiv das Ökosystem, einschließlich der Bodenqualität, biologischen Vielfalt und Regeneration des Bodens, so dass er CO2 aus der Umgebung abbauen kann. 

In Bezug auf die Geschäftsstrategie sollte das langfristige Ziel darin bestehen, lokale Textilhersteller oder -verbände zu ermutigen, bodenfreundlichere Fasern wie Flachs oder Hanf anzubauen und auf die ROC-Zertifizierung der Regenerative Organic Alliance für Fasern wie Baumwolle, Wolle und Kaschmir hinzuarbeiten. 

Damit ein Unternehmen zu einer regenerativen Beschaffung übergehen kann, ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter eines Unternehmens die landwirtschaftlichen Praktiken verstehen und die gleichen Werte teilen. Die Schulung seiner Mitarbeiter erleichtert dem Unternehmen nicht nur die erfolgreiche Umsetzung der Strategie, sondern befähigt auch die Mitarbeiter, die Gründe für erneuerbare Naturmaterialien nachzuvollziehen.

 

Nach- und Rückverfolgung

Die Track-and-Trace-Technologie trägt nicht nur dazu bei, das die Transparenz und das Kundenvertrauen  in der Lieferkette wiederherzustellen, sondern sie ermöglicht es auch den Modeunternehmen u.a. ihren Rohstoffverbrauch oder ihre Fortschritte bei der Reduzierung ihrer CO2-Emissionen zu messen. Vielleicht werden Lieferkettentransparenz und CO2-Ausgleich die zukünftige Währung eines Unternehmens für den Zugang zu Krediten und Investoren. 

Die CO2-neutrale Lieferkette ist eine komplizierte Herausforderung, die für Modeunternehmen schwer umsetzbar ist. Ein Ansatz wäre die Analyse des Hauptmaterialverbrauchs und die Messung der Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus vom Rohmaterial bis zum Ende der Nutzungsdauer. Bei der Messung und Auswertung können externe Unternehmen zur Unterstützung herangezogen werden. Wenn sich die gesamte Modebranche diesem Ziel verschreibt, muss der Prozess so weitreichend sein, dass er auch andere Probleme der Modeindustrie wie z.B. Abfall und Verwendung gefährlicher Chemikalien berücksichtigt.

 

Verantwortungsvolles Design

Modemarken erkennen allmählich, dass das Mengen Getriebene und schnelle Wachstum auf Kosten des Designs und der Kundenbeziehung geht und dadurch viele Restbestände entstehen. Designer müssen das Entwerfen von Bekleidung als Methode zur Lösung des Problems betrachten: Es ist deren Aufgabe, für die Konsumenten den Bedarf, eine lange Lebensdauer der Textilien sowie deren Wiederverwendung, -verwertung oder -verkauf sicherzustellen.

Praktische Kleidungsstücke, die vielseitige Tragemöglichkeiten bieten, haben das Potenzial preissensible, post-pandemische Verbraucher anzusprechen. Der Fokus auf die “Kosten-pro-Kleidungsstück” wäre vorteilhaft für vielseitige und saisonübergreifende Kleidung, weil sich die initial höhere Investition beim mehrmaligen Tragen des Kleidungsstücks relativieren würde. Bei der Reduktion des gesamten CO2-Fußabdrucks eines Designs kann die Berücksichtigung kleinster Details, wie z.B. die Reduzierung unnötiger Komponenten oder die Verwendung von biologisch abbaubarem Garn große Auswirkungen haben.

Kooperationen sind heute fester Bestandteil in der Modeindustrie. Viele sind bereits sehr fortschrittlich und zukunftsweisend, indem innovative Methoden traditionelle ablösen oder neue bahnbrechende Verfahren die Industrie revolutionieren. Neue Entwicklungen in der AI-Technologie können es zukünftig ermöglichen, dass Konsumenten beim Online-Shoppen per Webkamera vermessen und das Kleidungsstück auf ihre Maße hergestellt werden kann. Ein wichtiger Schritt in Richtung einer Modeindustrie, die ressourcenschonender wirtschaftet und weniger Abfall produziert.

 

How Can Fashion Industry Make Progress in Sustainability in 2022

Neuentwicklung des Verpackungsmaterials

Das rasante Wachstum des Online-Shoppings ist unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit äußerst problematisch. Vor allem Versandverpackungen haben negative Auswirkungen auf die Umwelt, weshalb sie vom Plastikversandbeutel bis hin zum Versandkarton Optimierungsbedarf haben. 

Organisationen wie The Sustainable Packaging Coalition, deren Mitglieder die gesamte Lieferkette abdecken, und die Initiative New Plastic Economy der Ellen MacArthur Foundation, die Unternehmen dabei unterstützen will, den Kunststoffsektor kreislauffähiger zu machen, können auf diesem Feld neue Lösungen liefern. Wenn Unternehmen diese Probleme jetzt angehen, können sie der Verpackungspolitik einen Schritt voraus sein. Weltweit verabschieden Regierungen aktuell Gesetze, die Unternehmen dazu verpflichten ihre Abfälle zu reduzieren. 

 

“Beim Klimawandel geht es nicht nur um Emissionen. Es geht um ein System, in dem einige Wenige profitieren, und das auf Kosten der großen Mehrheit und des Planeten selbst.” – Muhammad Malas, leitender Klimaaktivist der Interessensgruppe Stand.earth.

 

Insbesondere in Skandinavien wachsen viele Modeunternehmen, während sie verantwortungsvolle Praktiken einführen und mit anderen Unternehmen Kooperationen eingehen, die dieselben Werte wie sie teilen. Die skandinavische “It”-Marke, Ganni, hat mit (Di)vision zusammengearbeitet – ein Unternehmen, das aus dem Upcycling von Vintage-Kleidung ein Geschäftsmodell entwickelt hat. Sie wuchsen über ein erfolgreiches Verknappungsprinzip, indem sie limitierte Upcycling-Kollektionen heraus brachten und gleichzeitig Restbestände in Form von gebrauchter Vintage-Kleidung wiederverwerteten. Als das Unternehmen wuchs, erkannte (Di)vision, dass sich geupcycelte Kleidungsstücke nicht für ein großes E-Commerce-Unternehmen eignen. Das Unternehmen verwendet nun für 90 % seiner neuen Kollektionen luxuriöse Deadstock-Stoffe aus italienischen Textilfabriken, die u.a. Stoffe für Rick Owens, Gucci und Jil Sander produzieren.

Die jungen skandinavischen Designer betonen, dass sie untereinander nicht konkurrieren, da sie alle gemeinsam auf das gleiche Ziel hinarbeiten. Wäre es nicht wünschenswert, dass die globale Modeindustrie auf diese Weise arbeitet?

 

Shop the look

l’amour est bleu Bluse Modell Viola

l’amour est bleu Kimono Jacke Modell Adele

l’amour est bleu Hose Modell Laura

l’amour est bleu Hose Modell Greta

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l'amour est bleu nachhaltige Weihnachtsgeschenke

Nachhaltige Weihnachtsgeschenke


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In schwierigen Zeiten, wie es in der aktuellen Pandemie der Fall ist, werden Menschen bei ihren Ausgaben vorsichtiger und neigen dazu, an allen Ecken und Enden zu sparen. Vor allem jetzt sind kleine, lokale Unternehmen auf deine Unterstützung angewiesen.

Wenn du noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk bist, möchten wir dir ans Herz legen, lokale und nachhaltige Geschäfte sowie Marken zu unterstützen! Indem du lokale Unternehmen unterstützt, förderst du die lokale Wirtschaft in Deutschland. Hinzu kommt, dass lokale Unternehmen oftmals der Gefahr ausgesetzt sind, von globalen Marken vertrieben zu werden. Daher möchten wir dir wirklich ans Herz legen, lokale Geschäfte und Marken vor Ort zu unterstützen.

Indem du dein Geld in junge, nachhaltige Marken investierst, unterstützt du Menschen dabei, ihre Vision von einer nachhaltigen Welt umzusetzen, statt globale Konzerne noch weiter zu bereichern. Werfe einen Blick auf die Liste unserer Lieblingsmarken und unterstütze sie dabei, die Welt nachhaltiger zu machen.





DAMEN





l’amour est bleu

Kleid Louise 159.00€




DAWN DENIM

STARDUST New Grey 139.00€




Embassy of Bricks and Logs

Jacke Victoria 320.00€






Belle Ikat

Suzani-Mantel Miu 590.00€




Lara Krude

Kleid Ruth 520.00€




Lana Organics

Geschenkset Die Verspielte 225.00€





HERREN





Bleed Clothing

WINDY HEIGHTS T-SHIRT 44.90€




OGNX

T-Shirt Perfect Basic 39.90€




l’amour est bleu

Strick Jogginghose Wek 149.00€






hessnatur

Rollkragenpullover 139,95€




Melawear

Shirt AJAY
79.00€




Armedamgels

FLAAN BAABY CORD Hemd 89.00€






ACCESSOIRES & SCHUHE



Vieri

CLASSIC RING VIOLETTE BLUE 1.405.00€





Jyoti

Schal BALOOT Pistachio 79.00€




ethletic

Schuhe GOTO LO ROSE DUST 89.00€










Rifò

Amelia Stirnband 25.00€




Wild Fawn

Chunky Hoop Silber Ohrringe 239.95€




nuuwaï

nuuwaï Vegan Hip Bag MIKA 79.00€







KINDER



Alexas Alphabet

Kinderrock ab 45,00€




Petit Kolbri

WAWA Strickjacke 75.00€




Monkind

Copper Stripe Strickjacke 75.00€








Home





Folkdays

Keramik Tasse 18.00€




Little Bee Fresh

DIY box Bienenwachstücher 19.90€




BioBunnies

Plastikfreies & biologisch abbaubares Glitzer 6.00€





MARKTPLÄTZE





Staiy




Greenality




avocadostore





ANDERE BEITRÄGE









Shoppe nachhaltige mode zum Verliben

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l'amour est bleu nachhaltige Weihnachtsgeschenke

Fair Christmas Gift Guide


DEUTSCH

In tough times when consumers pinch pennies, from cutting back on extras to budgeting, people inject a degree of caution into their financial habits. In such a hostile environment, smaller, local businesses count on your patronage in order to afloat.

So when deciding where to spend your hard-earned money on Christmas gift for a friend, consider the benefits of turning to local, independently owned businesses within your community! By supporting local businesses, you are supporting your local economy; significantly more money stays in a community. Moreover, local businesses are owned and operated by your neighbours!  They care about and are invested in the well-being of your community and its future.

By voting with your wallet and invest in local, sustainable brands, you’re pushing back against the corporate narrative that only the mighty survive, and instead encourage normal local people to believe in the power of their dreams.So if you haven’t decided what to get for a Christmas gift for your loved-ones, instead of supporting shareholders and billionaires, seek out a local business.Here are the list of sustainable brands we love from Germany!

Here are the list of sustainable brands we love from Germany!





WOMEN





l’amour est bleu

Dress Louise 159.00€




DAWN DENIM

STARDUST New Grey 139.00€




Embassy of Bricks and Logs

Victoria Jacket 320.00€






Belle Ikat

Suzani-Mantel Miu 590.00€




Lara Krude

Ruth Dress 520.00€




Lana Organics

Gift Set THE PLAYFUL ONE 225.00€





MEN





Bleed Clothing

WINDY HEIGHTS T-SHIRT 44.90€




OGNX

T-Shirt Perfect Basic 39.90€




l’amour est bleu

Knitted Jogger Wek 149.00€






hessnatur

Turtleneck Sweater 139,95€




Melawear

Shirt AJAY
79.00€




Armedamgels

FLAAN BAABY CORD 89.00€






ACCESSORIES & SHOES



Vieri

CLASSIC RING VIOLETTE BLUE 1.405.00€





Jyoti

Scarf BALOOT Pistachio 79.00€




ethletic

GOTO LO ROSE DUST 89.00€










Rifò

Amelia headband 25.00€




Wild Fawn

Silver Large Chunky Hoop Earrings 239.95€




nuuwaï

nuuwaï Vegan Hip Bag MIKA 79.00€







KIDS



Alexas Alphabet

Skirt from 45,00€




Petit Kolbri

WAWA CARDIGAN 75.00€




Monkind

Copper Stripe Knit Cardigan 75.00€








HOME





Folkdays

Ceramic Mug 18.00€




Little Bee Fresh

DIY box beeswax cloths 19.90€




BioBunnies

Plastic free & Biodegradable Glitter 6.00€





Marketplaces





Staiy




Greenality




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Shop fair fashion

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l'amour est bleu Blog - Black Friday zum Green Friday machen

Black Friday zum Green Friday machen


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Endlich kommt wieder die Weihnachtszeit und kommenden Freitag beginnt der allseits beliebte Black Friday. Es fällt schwer, der Versuchung nach den Mega-Schnäppchen zu widerstehen. Trotz der großen Verlockung ist der Black Friday genauer betrachtet nichts anderes, als ein weiter inoffizieller Feiertag, an dem der Kaufwahn zelebriert wird. Der Black Friday und darauffolgende Cyber Monday sind mitunter die umsatzstärksten Tage des Jahres für den Einzelhandel. An diesen beiden Tagen befeuert die Modeindustrie den Massenkonsum, indem sie die Verbraucher mit hohen Preisnachlässe dazu verführt, Dinge zu kaufen, die sie eigentlich nicht brauchen. Das Resultat sind Unmengen an Müll, weil die Artikel nach kurzer Zeit retourniert oder weggeworfen werden.




2017 verzeichneten europäische Einzelhändler am Black Friday einen Umsatzanstieg von 261% im Vergleich zu einem durchschnittlichen Verkaufstag. Letztes Jahr boten viele Marken riesige Rabatte an, um die Berge an unverkaufter Waren loszuwerden, die aufgrund der geschlossenen Geschäfte im Lockdown nicht verkauft werden konnten. 2020 gaben Konsumenten während des Black Fridays 9 Milliarden Dollar für Online-Käufe aus, wodurch es der umweltschädlichste Black Friday aller Zeiten wurde.

Dieser ausufernde Konsum fordert einen hohen Tribut, vor allem Mode von Fast Fashion und konventionellen Marken führen zu unfairen Arbeitsbedingungen, Armut und politischer Instabilität sowie Krieg in den Produktionsländern.

 

Allein in England verursachte der Black Friday 2020 429.000 Tonnen Treibhausgasemissionen – das entspricht 435 Hin- und Rückflüge von London nach New York.

 

Kostenloser Versand und Rücksendungen sind bei Modemarken die Norm, aber was als “kostenlos” angepriesen wird, ist unter Berücksichtigung der Kosten für die Umwelt bei weitem nicht kostenlos. Das Verschicken und Retournieren der Artikel verursacht Unmengen an CO2-Emissionen und bei Online-Bestellungen von Kleidung und Schuhen liegt die Retourenquote in der Regel bei 30 bis 40% (im Vergleich zu 5 bis 10% bei Einkäufen im Geschäft). Der Transport eines einzigen Artikels per Kurierdienst verursacht 181g CO2-Emissionen. Allein in England verursachte der Black Friday 2020 429.000 Tonnen Treibhausgasemissionen – das entspricht 435 Hin- und Rückflüge von London nach New York.




Hinzu kommt, dass die meisten Modemarken die retournierten Artikel direkt auf die Mülldeponie oder in die Verbrennungsanlage schicken. Luxusmarken wurden in der Vergangenheit dafür kritisiert, dass sie Restposten und Retouren entsorgen, um ihren Markenwert beizubehalten. Kunden steht es zu, gekaufte Artikel aus unterschiedlichen Gründen zurückzuschicken. Es wäre aber wünschenswert, dass die Modebranche diese umweltschädigende Praxis übermäßiger Retouren nicht unnötig fördert und die Konsumenten diesen Service nicht missbrauchen, indem sie Bestellungen bereits mit der Intention tätigen, sie im nachhinein wieder zurückzuschicken.

Ein weiteres Problem ist, dass E-Commerce-Giganten mit einem Jahresumsatz von 1 Milliarde US-Dollar am Black Friday besser abschneiden als kleinere Online-Shops. Im Jahr 2019 haben 93,2 Millionen Konsumenten am Black Friday online eingekauft, wobei Amazon einen Anteil von 50,9% aller Verkäufe am Black Friday in den USA erzielte. Während kleinere Online-Händler nur ein Wachstum von 27 % verzeichneten, konnten die Online-Riesen einen Umsatzanstieg von 62 % verzeichnen.

Doch es ist bereits ein positiver Wandel in Sicht. Angesichts der Proteste gegen den Klimawandel und der Ausrufung des Klimawandelnotstands durch mehrere Länder, beginnen die Konsumenten ihre Einkaufsgewohnheiten zu überdenken. Laut einer neuen Studie werden 67% der britischen Verbraucher beim Black Friday, Cyber Monday und Weihnachtseinkauf, Nachhaltigkeitsaspekte der Modemarken berücksichtigen. 78% der britischen Konsumenten gaben an, dass transparent kommunizierte Nachhaltigkeitsbemühungen einen Einfluss auf ihre Kaufentscheidung haben und 47 % gaben an, während des Black Fridays nichts einzukaufen.





l'amour est bleu fair fashion to fall in love with

Black Friday bei l’amour est bleu

Als nachhaltige Marke möchten wir Menschen dazu inspirieren, Mode lokal und nachhaltig einzukaufen. Wir möchten den Menschen bewusst machen, dass jeder durchdachte Einkauf große Auswirkungen auf die Gesellschaft und Umwelt hat.

Durch den Kauf eines nachhaltigen Produkts von einer lokalen und echten nachhaltigen Marke (dazu zählt z.B. nicht Kleidung aus der “Conscious Collection” von H&M), unterstützt du die Arbeiter in der Lieferkette, reduzierst die Umweltbelastung und investierst in lokale Unternehmen, anstatt dein Geld bei internationalen Unternehmen auszugeben. Und es gibt noch viele weitere positive Auswirkungen, die durch einen einzigen bewussten Kauf bewirkt werden können.

Dieses Jahr haben wir beschlossen, über einen exklusiven ARCHIVE SALE zum Black Friday Retouren und Muster zu einem reduzierten Preis zu verkaufen. Auf diese Weise finden unsere Kleidungsstücke eine Trägerin und wir vermeiden unnötige Ressourcenverschwendung. Für die Herstellung jedes Kleidungsstücks waren natürliche und menschliche Ressourcen erforderlich und wir möchten, dass die fertigen Produkte von unseren Kunden getragen werden, statt sie bei uns zu lagern. Wir vertrauen darauf, dass unsere Kunden die Mode von l’amour est bleu, die von Schneiderinnen in Berlin aus nachhaltigen Stoffen genäht wird, zu schätzen wissen und ein Leben lang tragen werden.

Wir möchten dich dazu ermutigen, zum Black Friday nachhaltige Modemarken zu unterstützen und Bekleidung zu kaufen, die du mehrere Saisons tragen wirst, anstatt bei den Angeboten der Fast Fashion Marken zuzuschlagen.

Melde dich für unseren Newsletter an, um den Zugangslink zum ARCHIVE SALE zu erhalten. Du kannst dich online im Shop für den Newsletter eintragen: https://lamourestbleu.com.



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Made-to-Order Fashion: The Fashion’s Solution To Overproduction and Waste Issues

Kann Made-to-Order das Abfall- und Überproduktionsproblem der Modeindustrie lösen?


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Mittlerweile steht die Modeindustrie, die für 10 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist, unter größerem gesellschaftlichen Druck, ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren. Jedes Jahr werden weltweit zwischen 80 und 150 Milliarden Kleidungsstücke produziert – eine Verdoppelung in nur 15 Jahren – und nur 15 % davon werden recycelt oder gespendet. Laut einem Bericht der Ellen MacArthur Foundation aus dem Jahr 2017 wird jede Sekunde die Menge an Kleidung und Textilien eines Müllwagens verbrannt oder auf der Deponie entsorgt. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten dieser Kleidungsstücke aus synthetischen Materialien bestehen, die aus der Öl- und Petroleumproduktion stammen. Im Gegensatz zu natürlichen Materialien wie Baumwolle oder Wolle sind synthetische Fasern nicht biologisch abbaubar, so dass sie über 200 Jahre lang auf der Mülldeponie liegen werden.

Minderwertige und teure Restbestände in der Mode verursachen dem US-Einzelhandel Kosten von bis zu 50 Milliarden Dollar pro Jahr. Obwohl dies ein großer Verlust für die Modemarken darstellt, ist es unwahrscheinlich, dass sich die meisten von ihnen ernsthaft Gedanken über die zusätzlichen Kosten für ein verantwortungsvolles Recycling ihrer Altbestände machen. Aus diesem Grund vernichtete H&M ungetragene Kleidung im Wert von 4,3 Milliarden Dollar und Burberry verbrannte 28 Millionen Pfund an Lagerbeständen, was 2018 von der Presse aufgedeckt wurde. 

Die Pandemie hat auch viele Hürden für die Herstellung und den Versand von Produkten aufgeworfen. Globale Transport-Engpässe haben die Zeit, die ein Produkt braucht, um von der Fabrik zum Kunden zu gelangen, von einigen Wochen auf zweieinhalb Monate verlängert. Durch diese Lieferengpässe waren einige Modemarken gezwungen, ihre Geschäfte zu schließen, wodurch ihre Umsätze zurückgingen und sie Probleme hatten, ihre Lagerbestände abzubauen. 

Die Modebranche befindet sich aufgrund der Globalisierung, der Pandemie und der Beschränkungen in der Lieferkette in einer Krise. Die Marken sind auf der Suche nach alternativen Geschäftsmodellen, die nachhaltiger und effizienter sind sowie weniger Restbestände verursachen.


Made-to-Order Fashion: The Fashion’s Solution To Overproduction and Waste Issues

Photo via Unsplash





Die Modeindustrie im Umbruch

Alternative Geschäftsmodelle gewinnen langsam an Popularität. Einige Modemarken haben Geschäftsmodelle eingeführt, die weniger überschüssiges Material und Lagerbeständen verursacht, wie z. B. durch die Verwendung von Deadstock-Stoffen und Made-to-Order Modellen. Junge Designer und kleine Marken wenden sich vom traditionellen Geschäftsmodell und dem Saisonkalender der Mode ab, um nachhaltiger zu produzieren. Sie vermeiden Überproduktion, indem sie nur das produzieren, was auch verkauft wird, und setzen ihren Schwerpunkt auf eine lokale Produktion.

Made-to-Order” bedeutet, dass die Produktion erst dann beginnt, wenn ein Kunde eine Bestellung aufgibt, anstatt Kleidungsstücke zu produzieren, bei denen nicht sicher ist, dass sie verkauft werden. Dies trägt erheblich dazu bei, dass weniger überschüssige Ware auf Mülldeponien landet. 

Es geht darum, zu dem zurückzukehren, wie es früher einmal war. Bis Mitte/Ende des 20. Jahrhunderts stellten die Menschen ihre Kleidung entweder selbst her oder kauften für sich selbst hergestellte Einzelstücke. Sie wussten, wer ihre Kleidung hergestellt hat, wer den Stoff produziert hat und wie viele Ressourcen in die Herstellung der Kleidung geflossen sind.

Seit dem Aufkommen der Fast Fashion haben wir jedoch die Verbindung zu den Kleidungsstücken, die wir tragen, verloren. Niemand weiß, woher seine Kleidung kommt oder wer sie hergestellt hat. Selbst die Marken, die die Kleidung verkaufen, wissen nicht, woher ihre Produkte stammen. Kleidung wird heute als Wegwerfartikel betrachtet, was bei den Verbrauchern eine Wegwerfkultur hervorgerufen hat.

 

Made-to-Order Fashion: The Fashion’s Solution To Overproduction and Waste Issues

Photo.via Unsplash




 

Made-to-Order bei l’amour est bleu

Bei l’amour est bleu haben wir uns ebenfalls für das Made-to-Order-Geschäftsmodell entschieden, weil wir der Meinung sind, dass dieses Modell dazu beiträgt, die Verschwendung von natürlichen Ressourcen zu reduzieren, was der Schlüssel für  die Umsetzung eines nachhaltigen Modeunternehmens ist. Das Made-to-Order-Modell ermöglicht es uns außerdem, unseren Kunden maßgeschneiderte Kleidungsstücke anzubieten – von der Größe, Farbe, Details bis hin zu Zusatzteilen wie Reißverschlüssen. So wird sichergestellt, dass das Kleidungsstück dem Kunden perfekt passt.

Natürlich bedeutet die Maßanfertigung, dass die Kunden länger auf ihr Kleidungsstück warten müssen. In einem Zeitalter, in dem die Verbraucher per Mausklick alles am nächsten Tag an die Haustür geliefert bekommen können, erfordert das Konzept der Maßanfertigung für einige ein Umdenken. Aber wir wollen nicht nur nachhaltige Kleidung produzieren, sondern auch die Verbraucher aufklären und ihnen ermöglichen, Modeartikel nachhaltiger zu kaufen und zu nutzen. 

Das Erlebnis, ein Kleidungsstück extra für sich anfertigen zu lassen, ist etwas Besonderes. Das Konzept bietet unseren Kunden einen emotionalen Wert, den Fast Fashion-Marken nicht bieten können. Die emotionale Bindung an das Kleidungsstück führt dazu, dass unsere Kunden es mehr schätzen und wahrscheinlich für eine lange Zeit tragen. Nach Angaben der Clean Clothes Campaign werden jedes Jahr 100 Milliarden Kleidungsstücke produziert, von denen 3 von 5 innerhalb eines Jahres auf der Mülldeponie landen. Um zu verhindern, dass unsere Kleidungsstücke auf Mülldeponien landen, müssen wir dafür sorgen, dass unsere Kleidung lange hält. 





l'amour est bleu Gründerin & Designerin Thien Huynh

 

  • Was war der Grund, warum Sie sich entschieden haben, Ihr Geschäftsmodell zu ändern und auf Auftragsfertigung umzustellen?

Bereits in der Gründungsphase von l’amour est bleu kam mir das Made-to-order-Modell in den Sinn. Ich wusste damals nicht, dass es Made-to-order hieß, ich dachte einfach nur darüber nach, wie ich am nachhaltigsten Mode produzieren könnte. Doch als ich meine Idee mit Freunden teilte, bekam ich nur negatives Feedback und sie sagten mir, dass in einer Zeit in der Zalando und Amazon am nächsten Tag liefern, niemand bereit wäre 2 bis 3 Wochen auf sein Kleidungsstück zu warten. Da verlor ich den Mut und produzierte die ersten drei Kollektionen vor, so wie alle Modeunternehmen es machen.

Nach der dritten Kollektion überkam mich die Unzufriedenheit, weil ich viele Kleidungsstücke nicht verkaufen konnte und sie sich mehr und mehr anhäuften. Ehrlich gesagt hatte ich auch nicht mehr die finanziellen Mittel eine neue Kollektion vorzuproduzieren, so dass ich meinen Mut zusammen nahm und es wagte, die neue Kollektion Made-to-order anzubieten. Die aktuellen Geschehnisse mit H&M und Burberry, die Bekleidung im Wert von Milliarden Euro verbrannten, kam mir auch Zugute, so dass ich das Made-to-order-Modell als die nachhaltige Zukunft der Mode bewerben konnte. Und das Konzept ging auf: Wir haben mit einer Lieferzeit von 2 Wochen begonnen und die Kunden haben es akzeptiert. Die erste Made-to-order Kollektion war sehr viel erfolgreicher als die vorherigen und seitdem bieten wir alle Kollektionen nach dem Made-to-order-Modell an.

 

  • Was sind die größten Vor- und Nachteile des Auftragsmodells?

Die größten Vorteile sind der nachhaltige Aspekt und die Personalisierung für den Kunden. Wir produzieren nur die Kleidungsstücke in den Farben und Größen, die der Kunde wirklich nachfragt, so das wir sehr wenige Überhänge haben. Natürlich haben wir auch Retouren, aber das in einem überschaubaren Rahmen. 

Das Made-to-order-Modell ist in jeder Hinsicht ressourcenschonend: Es wird kein Überschuss produziert und auch die Schneider arbeiten nicht umsonst.

Normalerweise erfordert jede neue Kollektion einen hohen Arbeitsaufwand, weil die Schnitte für alle Größen erstellt werden und anschließend Kleidungsstücke in allen Größen und Farben produziert werden. Bei uns wird standardmäßig nur die Größe S als Muster genäht und wir erstellen die restlichen Größen auf Anfrage. Andere Farbvarianten werden per Photoshop auf den Fotos retuschiert und wir bestellen die Stoffe erst, wenn ein Kunde eine neue Farbvariante bestellt. Das Made-to-order-Modell ermöglicht es allen Beteiligten nicht “umsonst” zu arbeiten.

Ein weiterer Vorteil ist unsere hohe Flexibilität, mit der wir auf Kundenwünsche reagieren können. Wir können jedes Kleidungsstück auf Maß produzieren oder so anpassen, dass es für den Kunden am besten sitzt. Dieser Service wird gut angenommen und es freut mich, für die Kunden perfekt sitzende Kleidungsstücke zu fertigen, die sie wirklich gerne tragen. Durch den engen Austausch mit unseren Kunden können wir gleichzeitig neue Modelle schnell verbessern und so unsere Retouren reduzieren. 

Der Nachteil an dem Made-to-order-Modell ist, dass wir sehr schnell agieren müssen, um unsere Lieferzeit von 10 Tagen umzusetzen. Diesen Sommer haben wir so viele Bestellungen wie noch nie erhalten und gleichzeitig gab es bei uns strukturelle Änderungen in der Produktion sowie personelle Einschränkungen und Lieferverzögerungen aufgrund der Pandemie. Mir hat es Bauchschmerzen bereitet, aber unsere Kunden zeigten größtenteils großes Verständnis.

 

  • Würden Sie jemals in Erwägung ziehen, zum Konfektionsmodell zurückzukehren?

Niemals. Ich hatte kurzzeitig darüber nachgedacht Basics und Bestseller vorzuproduzieren, um mehr “normale” Kunden von unserer nachhaltigen Mode zu überzeugen. Doch seit der Pandemie hat sich die Einstellung vieler Verbraucher geändert und wir verkaufen sogar Basics mit einer Lieferzeit von 10 Tagen. Mal schauen, wie sich das Kaufverhalten der Konsumenten entwickelt, aber ich freue mich über diese positive Entwicklung weg von der Fast Fashion.

 

  • Wenn ein Markeninhaber erwägt, ein maßgeschneidertes Modell zu integrieren, was raten Sie?

Mein Vorschlag wäre, es wirklich zu 100% zu machen. Dazu erfordert es Mut,vor allem, wenn man vorher vorproduziert hat. Doch du kannst die zuvor erwähnten Vorteile nur nutzen, wenn du es wirklich zu 100% machst. Dafür ist es sehr wichtig, gut funktionierende Prozesse zu haben, damit dein Unternehmen problemlos mit der Nachfrage wachsen kann. Wir haben mit der wachsenden Nachfrage gemerkt, dass unsere Prozesse nicht reibungslos funktionierten und mussten im Nachhinein nachbessern, was vor allem mir sehr viel Kopfzerbrechen beschert hat. 




It is still a learning-by-doing process for us because we are pioneers and have hardly any role models to learn from..




Vorwärts gehen…

Das Made-to-Order-Modell spielt sicherlich eine wichtige Rolle auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Modeindustrie. Es ist ein weitaus ethischerer und nachhaltigerer Ansatz, da es keine Überproduktion gibt und das Risiko, dass überschüssige, unerwünschte Ware auf Mülldeponien landet, verringert wird. Außerdem wird vermieden, dass eine Kultur des Konsums gefördert wird, bei der unnötig viele Kleidungsstücke gekauft und schnell weggeworfen werden. Stattdessen fördert es Slow Fashion und die Liebe zu einem Kleidungsstück, das speziell für den Kunden hergestellt wurde.



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l'amour est bleu Moodboard Collection Coco Fair Fashion

Die Story hinter der neuen Kollektion “Coco”


ENGLISH VERSION

Gibt es Vorsätze, die du dir immer wieder vornimmst, aber es trotzdem nicht schaffst sie einzuhalten? Mein Vorsatz nach und vor jeder Kollektion ist: „Fang früher an die Kollektion zu entwerfen!“. Leider ist es mir bei der letzten Kollektion erneut nicht gelungen, früher mit dem Entwerfen und Planen anzufangen. Grund dafür war ein chaotisches Jahresende und neue Herausforderungen zu Jahresbeginn, denen ich mich als Unternehmerin mit Kindern stellen durfte.


l'amour est bleu Gründerin & Designerin Thien Huynh




Corona-Lockdown, Homeschooling und neue Herausforderungen

Meine Vorstellung war es, eine entspannte Weihnachtszeit zu viert als Familie zu verbringen und diese Zeit zum Entwerfen der neuen Kollektion zu nutzen. Du wirst mich auslachen, wenn ich dir erzähle, dass ich noch ganz naiv im Oktober sagte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir erneut in einen Lockdown gehen“. Zwei Wochen vor Weihnachten kam er dann. Für mich waren Kitas, Schulen und Geschäfte von einem Tag auf dem anderen geschlossen! Ich fühlte mich so betrogen von meinem guten Glauben, dass ich zu nichts Kreativem imstande war. Da saß ich nun mit zwei Kindern und jonglierte erneut zwischen Kinderbetreuung und meinem Modebusiness. Zeitgleich mit der Schließung der Geschäfte rollte eine Bestell-Lawine auf mich zu! Ich konnte mein Glück nicht fassen und koordinierte und verpackte voller Euphorie die unzähligen Bestellungen. Die Lawine nahm kein Ende und hält bis heute an.

Nach den Weihnachtsferien erwartete mich zusätzlich eine besondere Überraschung: Ich wurde zur Vollzeit-Grundschullehrerin ernannt! Ohne Anleitung oder Einweisung bekam ich diesen Titel verliehen und wechselte täglich zwischen meinen unterschiedlichen Rollen: Mutter, Erzieherin, Grundschullehrerin, Ehefrau und Geschäftsführerin eines Modeunternehmens. Meine Kreativität wurde unter diesem Funktionsmodus vergraben und auch zeitlich wusste ich nicht, wann ich die neue Kollektion hätte entwerfen sollen, geschweige denn überhaupt alles hinkriegen sollte. Als der geplante Fotoshooting-Termin Anfang März immer näher rückte, versuchte ich die Designs aus meinem Kopf zu pressen und erlag förmlich dem Zeit- und Kreativitätsdruck. Als ich nachts nicht mehr schlafen konnte, verschob ich den Termin um vier Wochen. Vier gewonnene Wochen, um die Ideen für die neue Kollektion auf Papier zu bringen.





l'amour est bleu Thien Huynh


“Ich liebe es neue Designs zu entwerfen! Es fühlt sich für mich wahnsinnig erfüllend an, meine Ideen umzusetzen. Während ich bei anderen Unternehmen wie am Fließband Designs kopiert habe, kann ich für l’amour est bleu endlich richtig entwerfen!”





Zurück zur Leidenschaft – Designen

Ich liebe es neue Designs zu entwerfen! Es fühlt sich für mich wahnsinnig erfüllend an, meine Ideen umzusetzen. Während ich bei anderen Unternehmen wie am Fließband Designs kopiert habe, kann ich für l’amour est bleu endlich richtig entwerfen! Du kannst es dir so vorstellen, dass ich ein fotografisches Gedächtnis für Farben und Formen habe. Alles, was ich sehe und wahrnehme wird in meinem Kopf gespeichert, manchmal entstehen sofort Designs daraus. Ein schönes Gebäude, Pflanzen, Fliesen, ein Muster, ein Jackenverschluss…alles, was mein kreatives Interesse erweckt, wird in meinem Kopf gespeichert. Zusätzlich verwende ich Pinterest, mein Handy und Notizbuch zum Sammeln von Ideen. Aus den ganzen Inspirationen eine Kollektion zu entwickeln ist das Schwierigste am Entwerfen. Vor jeder Kollektion horche ich in mich hinein, spüre in den aktuellen Zeitgeist und denke an das Feedback meiner Kundinnen. Ich schaue mir die neuen Kollektionen meiner Lieblingsdesigner und Marken an, um noch ein besseres Gefühl für die aktuellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu bekommen. Bei jedem dieser unterschiedlichen Schritte erscheinen hier und da einzelne Ideen in meinem Kopf, bis sich die ersten Ideen zu konkreten Designs entwickeln. Dann zeichne ich sie auf Papier und ändere noch einige Details. Auf diese Weise entsteht ein Entwurf nach dem anderen. Dieser Prozess braucht einen freien Kopf, den ich im Arbeitsalltag mit Familie nicht immer finde. So kann sich das Entwerfen der ersten Designs bis zu mehreren Wochen hinziehen. Im Anschluss lege ich alle Entwürfe nebeneinander und schaue mir an, ob daraus eine Capsule Kollektion entsteht. Fragen, wie „Sind die Kleidungsstücke miteinander kombinierbar? Sind sie vielseitig? Kann man sie zu den alten Kollektionen kombinieren?“, stehen dabei im Vordergrund. Daraufhin werden Designs wieder aus der Kollektion herausgenommen oder ich ergänze noch welche, damit eine stimmige Kollektion entsteht.





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Farben, Stoffe und Preise

Der nächste Schritt sind die Farben und Stoffe. Als kleines Modelabel bin ich bei der Auswahl nachhaltiger Stoffe sehr eingeschränkt, was mich manchmal an den Rande des Wahnsinns treibt. Ich verwende nur zertifizierte, nachhaltige Stoffe, um sicherzustellen, dass die Stoffe unter fairen und umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt worden und frei von haut schädlichen Stoffen sind. Aktuell arbeite ich hauptsächlich mit der bis vier nachhaltigen Stofflieferanten zusammen, die meinem Anspruch an Design, Qualität und Nachhaltigkeit gerecht werden. 



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Jetzt kommt der unromantische Teil beim Entwerfen der neuen Kollektion, die Preiskalkulation. Ich habe mir ein tolles Excel-Wunderwerk erstellt, in dem ich für jedes entworfene Kleidungsstück eingebe, wie viel es im Stoff- und Materialverbrauch kostet und welche Produktionskosten ich erwarte. Hinzu kommen noch Versand, Verpackung und Steuern und für welchen Verkaufspreis ich es anbieten möchte. An diesem Punkt entscheidet sich ebenfalls, welche Designs in der Kollektion bleiben oder nicht. Oftmals scheitert es an der preislichen Umsetzung, denn an den meisten Kosten wie Material, Produktion, Versand, etc. kann ich nicht mehr viel drehen. Bei einigen Designs ist der Verkaufspreis aufgrund des Materials oder der Produktionskosten so hoch, dass es für mich keinen Sinn ergibt. Denn ein weiteres entscheidendes Merkmal von l’amour est bleu ist ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Mir ist es wichtig, dass die Verkaufspreise im richtigen Verhältnis zum Produkt stehen und dass vor allem die Schneiderinnen fair bezahlt werden. Wenn diese Kriterien nicht erfüllt werden können, muss das Design leider gehen.





l'amour est bleu Gründerin & Designerin Thien Huynh





Ingenieurskunst gehört auch dazu

Nachdem die Designs festgelegt sind, werden die Schnitte angefertigt. Für jedes Kleidungsstück wird ein Schnitt konstruiert, der aus allen Einzelteilen des Bekleidungsstücks besteht. Der Schnitt bestimmt die Passform und den Fall des Kleidungsstücks und ist daher der wichtigste Teil für die Umsetzung des Designs. Ein Teil der neuen Schnitte kann ich auf Basis bestehender Schnitte erstellen: Kürzere Ärmel, weiteres Hosenbein, versetzte Taille…es bedarf einigen kleinen Anpassungen und ich habe den neuen Schnitt schnell fertiggestellt. 





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Für neue Designs ist die Anfertigung komplett neuer Schnitte erforderlich, womit ein hoher Zeitaufwand verbunden ist. Ich konstruiere den neuen Schnitt, nähe in Nessel (ein fester Roh-Baumwollstoff) das Muster, probiere es an, nehme Änderungen am Schnitt vor und nähe ein neues Muster. Erst wenn das Muster genau meinen Vorstellungen entspricht, ist der Schnitt fertig. Manchmal stelle ich bei diesem Prozess-Schritt fest, dass das umgesetzte Design nicht meinen Vorstellungen entspricht und muss mich von dem Entwurf verabschieden und ein neues Design entwickeln. Im letzten Schritt wird ein Muster im Originalstoff genäht, das wir für das Fotoshooting verwenden. Die Schnitte und Muster fertige ich größtenteils noch selber, weil es für mich ein wesentlicher Teil des Entwerfens ist.




Zeitgeist “Corona”

Wenn du nach dem aktuellen Zeitgeist fragst, dann wird dir jeder „Corona“ antworten. Die Pandemie hat das Leben aller Menschen grundlegend verändert und neue Bedürfnisse in den Fokus gerückt. Wünsche nach stärkerer Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit, Nachhaltigkeit, Self-Awareness und Ruhe sind keine neuen Bedürfnisse, doch sie haben durch die Pandemie an Bedeutung gewonnen. „Wie kann ich mit der neuen Kollektion diesen Bedürfnissen nachkommen?“, fragte ich mich beim Zeichnen der Designs.





l'amour est bleu Gründerin Thien Huynh




Entstanden ist eine Kollektion, die sich fließend an die unterschiedlichsten Alltagssituationen anpasst. Blusen, Kleider und Hosen, die komfortabel zu tragen sind und aus pflegeleichten sowie hochwertigen Stoffen bestehen, damit sie Homeoffice und Kinderbetreuung standhalten. Ein eleganter Strick-Jogginganzug, mit dem du beim Video-Call schick angezogen bist und zwischenzeitig eine kurze Siesta auf dem Sofa machen kannst. Verschiedene Einzelteile, die du spielend einfach zu unzähligen Looks kombinieren kannst. Die neue Kollektion macht dir den aktuellen Alltag mit ständig wechselnden Herausforderungen einfacher. Du sollst morgens keine Zeit für dein Outfit verschwenden und auch im Laufe des Tages dich nicht umziehen müssen. Es gibt keine Business-, Anlass- oder Freizeitkleidung mehr, sondern du sollst das tragen, wonach du dich fühlst und siehst immer angezogen aus. Ein Lifestyle, der sowohl Frauen als auch Männer anspricht. Daher habe ich die ersten Unisex-Styles entworfen, die Damen und Herren tragen können. Ich hoffe dir mit der neuen Kollektion etwas Gutes zu tun und Kleidungsstücke geschaffen zu haben, die dir wieder Freude in die aktuelle Zeit bringen.



MEINE LIEBLINGSLOOKS




Strickjogginganzug Alek Wek

aus ECOVERO Viskose




Kimono Jacke Adele

aus Tencel




nuuwaïVegan Hip BagJORID

aus Apfel-Leder





Dieses lässige Outfit aus Strick-Jogginganzug und eleganter Kimonojacke werde ich an den ersten Frühlingstagen ausführen. Der weiche Strick aus ECOVERO Viskose (die umweltfreundlichste Viskose) hält schön warm, ist kuschelig weich und hat eine hochwertige Optik. Für mich ist das der neue Business-Anzug! Dazu die vegane Hip Bag von nuuwai (ganz neu im Shop erhältlich) und Sneaker – fertig ist ein moderner Look für Arbeit und Freizeit.





Unisex Hemd Ellen

aus Bio-Baumwolle




EKYOG Slim fit Jeans

aus Bio-Baumwolle




Hoffnungsträger Buddha Kette

vergoldet





Mein zweitliebstes Teil aus der neuen Kollektion ist das Unisex Hemd Ellen. Es ist modern oversized geschnitten und vielseitig tragbar. An kühleren Tagen werde ich es zu einer schwarzen Slim Fit Jeans oder Leggings tragen und für den femininen Touch eine Goldkette kombinieren. Im Sommer freue ich mich schon darauf, es als Hemdkleid zu nackten Beinen und Sandalen zu tragen. Die Taille mit einem Gürtel betonen und fertig ist der bequeme Sommerlook!





Kleid Lakshmi

aus Tencel




Hoffnungsträger Blume des Lebens Stretcharmband

vergoldet




nuuwaï – Vegan Crossbody Bag – ELLI

aus Apfel-Leder





Natürlich muss ein Kleid bei meinen Lieblingsteilen dabei sein! Das geraffte Kleid Lakshmi aus Tencel ruft förmlich nach Sommer. Als Jacke werde ich die Kimonojacke Adele in beige kombinieren und mit dem Bindegürtel die Taille betonen. Die Arme verziere ich mit auffälligen Armbändern und dazu noch die vegane Crossbody Bag von nuuwai in iced lavender kombinieren – dieser farbenfrohe Look sorgt garantiert für gute Laune!




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Why The Fashion Industry Needs To Empower Women More

Die Modeindustrie muss Frauen mehr bestärken


ENGLISH version

Als von einer Frau geführten Modemarke, ist der Weltfrauentag für unser Team von l’amour est bleu ein wichtiger Feiertag. Am internationalen Frauentag (IWD) am 8. März  gedenken wir den sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Errungenschaften von Frauen. Obwohl Frauen jeden Tag gefeiert werden sollten, sind wir dankbar dafür, dass ein Feiertag eingeführt wurde, an dem bewusst die Fortschritte anerkannt werden, die uns von Frauen beschert worden sind.

Female Empowerment ist gleichbedeutend damit, als Frau mehr Kontrolle über alle Aspekte ihres Lebens zu übernehmen und gleichzeitig ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein. Der Begriff wurde in den letzten Jahren häufig in politischen, pädagogischen, ökologischen und sozialen Zusammenhängen verwendet. Aber setzt die Modebranche Female Empowerment in ihren Reihen auch um oder wird der Begriff nur zu Marketingzwecken gepredigt?




Die aktuelle Situation von Frauen in der Modeindustrie

Nach Angaben der Weltbank machen Frauen weltweit rund 39% der Beschäftigten in der Modebranche aus, mit positiver Entwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten. Obwohl die Gesamtzahl der Beschäftigten in der Modebranche nicht bekannt ist, sind im Textil-, Bekleidungs- und Schuh-Sektor weltweit schätzungsweise 60 bis 75 Millionen Menschen beschäftigt, von denen drei Viertel Frauen sind.

Für eine solch Frauen-dominierte Branche sieht sich die Modeindustrie mit ethischen Problemen konfrontiert und ist nicht in der Lage den Großteil der beschäftigten Frauen zu befähigen. Die geschlechtsspezifische Ungleichheit bleibt in der gesamten Branche ein Problem, von den höchsten Führungsebenen bis hin zu den Ladengeschäften und den Fabriken. Nur 12,5% der Bekleidungs- und Einzelhandelsunternehmen im Fortune 1000 sind von Frauen geführt. Selbst in der „High-End“ Modebranche wird die Mehrheit der Modehäuser immer noch von männlichen Designern geleitet. Der Mangel an weiblichen Führungskräften ist besorgniserregend, in Anbetracht dessen, dass Frauen größtenteils zu Beginn ihrer beruflichen Karriere in die Modebranche eintreten und demnach genug Erfahrung und Expertise mitbringen müssten.

In den Nachrichten wird regelmäßig von Frauen berichtet, die unterdrückt oder missbraucht werden. Die Beweise für die fortlaufende Unterdrückung von Frauen in der # MeToo-Bewegung zwischen 2017 und 2018 hat das furchtbare Verhalten von Männern in der Modebranche ans Licht gebracht. Viele weibliche Models haben das erste Mal offen über Missbrauch, Body-Shaming und Rassismus gesprochen.

Im produzierenden Gewerbe, das häufig in Entwicklungsländern angesiedelt ist, sind 80% der weltweiten Textilarbeiter Frauen. Viele dieser Textilarbeiterinnen sind gefährdet und stehen vor einer Reihe von Herausforderungen, die von niedrigen Löhnen und unsicheren Arbeitsbedingungen bis hin zu häuslicher Gewalt reichen. Eine Statistik ergab, dass rund 60% der Textilarbeiter in Bangladesch unter sexueller Belästigung leiden. Ein Bericht von Oxfam aus dem Jahr 2019 ergab, dass 0% der Textilarbeiter in Bangladesch und nur 1% der Textilarbeiter in Vietnam einen existenzsichernden Lohn verdienen. Weil sie nicht genug Geld verdienen, um sich und ihre Familien zu ernähren, beginnen ihre Töchter oft schon ab 10 Jahren in Fabriken zu arbeiten.





Why Fashion Industry Needs To Empower Women More


Photo via Pexels






Was kann die Modebranche tun, um Frauen zu bestärken?

Die Modebranche hat die Möglichkeit und gleichzeitig auch die Verantwortung, ihren Einfluss zu nutzen, um Frauen zu bestärken. Modemarken können den Konsumenten durch redaktionelle Inhalte, Markenbotschaften und sogar Models wichtige Botschaften vermitteln, indem sie sicherstellen, dass Frauen unabhängig von ihrer Größe, Hautfarbe oder ihrem Hintergrund angemessen vertreten, unterstützt und angenommen werden. Darüber hinaus sollten Modemarken den Kunden die Möglichkeit geben, ihre Bekleidung mit einem menschlichen Gesicht und dem damit verbundenen Handwerk zu verbinden, damit auch die Textilarbeiterinnen eine Stimme bekommen.

Mode sollte auch die internen Probleme von Ungerechtigkeit und Ungleichheit angehen, die in der Branche vorherrschen. Die Fashion-Community besteht aus talentierten, unabhängigen Frauen, aber in der gesamten Branche sind sie in den Führungspositionen unterrepräsentiert. Geschlechtergleichstellung und sexuelle Achtung sollten am Arbeitsplatz eine höhere Priorität haben.

Unternehmen können mit Chancengleichheit gegen Diskriminierung vorgehen. Frauen erhalten oftmals nicht die gleichen Möglichkeiten wie Männer. Führungsteams und der Vorstand sollten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern aufweisen, was die Auswirkungen auf den Gewinn, die Fähigkeit zum Wachstum sowie die Aufrechterhaltung und Gewinnung von Talenten steigern würde. Ein Bericht von PWC ergab, dass unter den Bekleidungsunternehmen der Fortune 1000 von Frauen geführte Unternehmen fast doppelt so profitabel sind wie Unternehmen mit männlichen CEOs. Eine Steigerung der weiblichen Führungskräfte um 30%, könnte eine Rentabilitätssteigerung um 15% bewirken. Unternehmen mit Frauen im oberen Management haben erwiesenermaßen eine bessere „Innovationsintensität“ und produzieren durchschnittlich 20% mehr Patente als Teams mit männlichen Führungskräften.

Bildung ist eine weitere Möglichkeit, junge Frauen zu stärken. Laut UNICEF könnten Investitionen, die Mädchen dabei unterstützen die nächsthöhere Bildungsstufe zu erreichen, zu einem lebenslangen Einkommen von bis zu 68% des jährlichen BIP führen. Die Modebranche sollte in Ländern mit eingeschränkten Bildungsmöglichkeiten für Frauen, den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung fördern. Die Einrichtung finanzieller Fördermittel könnte Mädchen dabei unterstützen die Schule zu besuchen, um ihnen mehr Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.

Why The Fashion Industry Needs To Empower Women More




Wie Konsumenten etwas bewirken können

Es gibt viele Dinge, die du tun kannst, um den Weltfrauentag zu zelebrieren. Unterstütze eine feministische Autorin oder verschenke Blumen an Frauen, die dir was bedeuten. Wenn du einen Unterschied in der Modebranche machen möchtest, kannst du beispielsweise Modemarken mit weiblichen Gründern oder von Frauen geführte Modeunternehmen unterstützen. Du könntest auch Marken unterstützen, die ihren Mitarbeiterinnen faire Löhne und Arbeitsbedingungen sicherstellen.

Wir können das Thema auch in den sozialen Medien diskutieren. Die Stärkung der Frauenrolle und die Geschlechtergleichstellung sind ein komplexes und vielschichtiges Thema, das noch viel Zeit brauchen wird, um in der Gesellschaft vollends anzukommen. Wir können dieses Thema aber z.B. mit Posts über Frauen in der Unternehmensführung, sexuelle Belästigung oder die Unterstützung schutzbedürftiger Frauen in der Textilindustrie vorantreiben. Mithilfe der sozialen Medien können wir diese Themen an Unternehmen, leitende Angestellte, Redakteure, Stylisten, Fotografen, etc. kommunizieren und sie zur Rechenschaft ziehen.

Als Verbraucher sind wir ein entscheidender Teil der Modebranche. Wir sind diejenigen, die ihr Handeln beeinflussen. Daher ist es ist wichtig, sich mit Themen wie Geschlechtergleichstellung auseinanderzusetzen und unser Geld für Unternehmen einzusetzen, die sich für die Bestärkung von Frauen einsetzen. Unsere Kaufentscheidungen wirken sich auf das Leben von Millionen von Frauen aus, von der Stoffweberin bis hin zur Geschäftsführerin. Durch einen bewussteren Konsum und die Unterstützung von Frauen, die die Modebranche vorantreiben, kannst du insbesondere zur heutigen Zeit einen großen Unterschied machen. Diese Frauen arbeiten daran, eine verantwortungsbewusste, nachhaltige und vielfältige Modebranche zu schaffen. Und unglaubliche Dinge können passieren, wenn Frauen sich gegenseitig unterstützen.




Unsere Kaufentscheidungen wirken sich auf das Leben von Millionen von Frauen aus, von der Stoffweberin bis hin zur Geschäftsführerin. Durch einen bewussteren Konsum und die Unterstützung von Frauen, die die Modebranche vorantreiben, kannst du insbesondere zur heutigen Zeit einen großen Unterschied machen.




Diese Frauen arbeiten daran, eine verantwortungsbewusste, nachhaltige und vielfältige Modebranche zu schaffen. Und unglaubliche Dinge können passieren, wenn Frauen sich gegenseitig unterstützen.








Wie wir Frauen bestärken




l'amour est bleu Gründerin Thien Huynh

Ein von Frauenhand gegründetes und geführtes Unternehmen

 

l’amour est bleu wurde von mir – Thien Huynh – vor über drei Jahren gegründet. Mittlerweile haben wir uns zu einem dreiköpfigen Frauenpower-Team entwickelt. Hier kannst du mehr über das Team erfahren.




GOTS

GOTS-zertifizierte Materialien

 

Über 95% unserer Materialien sind GOTS-zertifiziert. Der Global Organic Textile Standard definiert auf hohem Niveau umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette und fordert gleichzeitig die Einhaltung von Sozialkriterien. Erfahre hier mehr über unsere Stoffe.






l'amour est bleu Team Annika Oestreich

Lokal von Frauen produziert

 

Unsere Schneiderinnen sind ein wichtiger Teil von l’amour est bleu. Dank ihrer Fähigkeiten entstehen die Kleidungsstücke, die dich über mehrere Jahre begleiten. Jedes Teil wird unter fairen Arbeitsbedingungen in Berlin genäht. Erfahre hier mehr über unsere Produktion.




Mode, die Frauen empowert

 

Wir machen Mode, in denen sich Frauen bedingungslos wohlfühlen. Vielseitigkeit, komfortable Schnitte und atmungsaktive Stoffe geben Frauen die Möglichkeit, sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren.




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ENTDECKE NACHHALTIGE MODE


SHOP


The environmental impacts of online shopping

Wie wirkt sich Online-Shopping auf unsere Umwelt aus?


English version

Seit der Pandemie kaufst du wahrscheinlich mehr online ein. Seit des ersten Lockdowns haben wir gezwungenermaßen mehr online bestellt und genießen mittlerweile den Komfort des Online Shoppings, als in ein Geschäft zu gehen. Aber zwischen Plastikverpackungen, CO2- Emissionen und Retouren, die direkt auf die Mülldeponie gehen, gibt es zusätzlich versteckte Umweltauswirkungen des Online-Shoppings. Die Pandemie hat die Art und Weise wie Menschen einkaufen, grundlegend verändert: Millionen von Menschen kaufen alles online ein, von Lebensmitteln bis zu Schuhen.

Der digitale Umsatz stieg im zweiten Quartal 2020 um 71 % und im dritten Quartal um 55 %. Über 65 % der europäischen und amerikanischen Verbraucher gaben an, dass sie in der Corona-Krise weniger für Kleidung ausgeben werden, dafür ihre Bekleidungskäufe aber mehr über Online und soziale Kanäle tätigen werden. Während des Lockdowns hat sich das Online-Shopping als positive Freizeitaktivität etabliert, das den Leuten dabei hilft, ein Stück der alten Realität beizubehalten. 

Aber welche Auswirkungen hat der neu entdeckte Online-Shopping-Wahn auf die Umwelt? Könnte unser neues Konsumverhalten schädlich für den Planeten sein?




Die Auswirkungen des Versands

Ein Teil der Lieferkette im Einzelhandel wird als “Lieferung auf der letzten Meile” bezeichnet: Die Entfernung zwischen einem Ladengeschäft und dem Kunden oder beim Online-Shopping die Entfernung zwischen dem Distributionszentrum und dem Kunden. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach “Lieferungen auf der letzten Meile”, einschließlich “Click & Collect” und reinen Online Shop-Lieferungen, bis 2030 um 78 % wachsen wird. Dies könnte zu 36 % mehr Lieferfahrzeugen in 100 Städten auf der ganzen Welt führen, was mehr CO2-Emissionen, Verschmutzung und Staus bedeuten würde.

Wenn du früher mit dem Auto zum Laden gefahren bist, ist der Online-Einkauf die umweltfreundlichere Wahl. Die Hauptursache dafür sind die CO2-Emissionen, die durch die Autofahrt zum Geschäft entstehen. Auch die Energie, die für den Betrieb eines Einzelhandelsgeschäfts verbraucht wird, wirkt sich negativ auf die Nachhaltigkeitsbilanz beim Einkaufen im Geschäft aus. Allerdings bestellt ein Großteil der Menschen beim Online-Shopping nur einen Artikel pro Bestellung, während sie sich beim Besuch eines Geschäfts mit mehreren Artikeln eindecken. Der kleinste CO2-Fußabdruck entsteht  tatsächlich, wenn du direkt im Geschäft bestellst.





The environmental impact of online shopping


Foto: https://www.unsplash.com






Schnelle Lieferung: Komfortabel, aber schlecht für die Umwelt  

Früher waren wir bereit ein paar Tage auf unsere Bestellung zu warten, dies hat sich allerdings über die letzten Jahre deutlich verändert. Eine schnelle Lieferung bedeutet oftmals, dass mehrere Einzelbestellungen transportiert werden müssen und dafür mehr Fahrzeuge unterwegs sind, um die einzelnen Bestellungen auszuliefern.

Internationale Express-Versandoptionen könnten zu einer Erhöhung der CO2-Emissionen führen, da  Luftfracht etwa dreimal mehr Emissionen verursacht als der See- oder Landweg. Die schnelle Lieferung auf der letzten Meile wächst jährlich um 36 %. Amazon zum Beispiel liefert bereits an 72 % aller Kunden innerhalb von 24 Stunden.




Die schädlichen Umweltauswirkungen von Retouren

Ein wichtiger Faktor, der berücksichtigt werden muss, sind die Umweltauswirkungen von Retouren. Laut einer Studie des Unternehmens GreenStory werden nur 6 – 8 % der Kleidungsstücke zurückgegeben, wenn sie im Geschäft gekauft wurden. Die Retourenquote im Online-Handel beträgt im Vergleich dazu 30 %. In Deutschland wird jede dritte Online-Bestellung zurückgegeben. Besonders schockierend ist, dass 20 % der Retouren auf der Mülldeponie landen, weil sie nicht weiterverkauft werden können. Hinzu kommt, dass viele Kunden, vor allem Kleidung online kaufen, um letztendlich den Großteil ihrer Bestellung wieder zurückzusenden. Das Hin- und Herschicken der Bestellungen führt zu mehr CO2-Emissionen und Kosten.




In Deutschland wird jede dritte Online-Bestellung zurückgegeben. Besonders schockierend ist, dass 20 % der Retouren auf der Mülldeponie landen, weil sie nicht weiterverkauft werden können.




Das wahre Ausmaß an Verpackungsmüll

Generell führt der Online-Handel dazu, dass mehr CO2-Emissionen und Abfall pro Artikel entstehen. Online-Käufe verursachen mehr Verpackungsmüll und Bestellungen mit mehreren Einzelartikeln haben oftmals Mehrfachlieferungen zur Folge, die wiederum mehr Verpackungsmüll bedeuten. Da die Online-Bestellungen zunehmen, nimmt gleichzeitig weltweit die Menge an Verpackungsmüll zu. In den USA macht der Verpackungsmüll des Online-Handels mittlerweile fast ein Drittel des gesamten Müllaufkommens aus!

Der Großteil der Verpackungen landet letztendlich auf der Mülldeponie oder wird verbrannt. Nach Angaben des Unternehmens Canopy werden jedes Jahr etwa 3 Milliarden Bäume gefällt, um 241 Millionen Tonnen Versandkartons, Pappmailer, Verpackungspapier und andere Papierverpackungen herzustellen.

Die meisten Folien und Luftpolstertaschen sind nicht recyclefähig. Zudem besteht bei Luftpolstertaschen das Problem, dass sie zum Ausfall der Recyclingmaschinen führen und dabei wertvolle Zeit und Geld in Anspruch nehmen, die für das Recyceln von Kunststoffen verwendet werden können.




Was können wir tun, um nachhaltiger online zu shoppen?

Online-Shopping ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und wird in Hinblick auf die aktuelle Corona-Krise sogar zur Notwendigkeit. Doch wie können wir die Vorteile des Online-Shoppings mit einem guten Gewissen genießen?

Eine Möglichkeit zur Reduzierung von CO2-Emissionen wäre, sich seine Bestellung zu einer Packstation liefern zu lassen, so dass die Fahrer viele Bestellungen an einem Ort abliefern können und nicht viel hin und her fahren müssen. Auch das Einkaufen von lokalen Produkten oder in lokalen Geschäften bzw. bei lokalen Online-Händlern reduziert CO2-Emissionen, weil die Waren nicht über weite Transportwege geliefert werden.

In Hinblick auf den Verpackungsmüll wäre die Verwendung von recycelten Materialien die nachhaltigste Lösung. Recycelte Materialien schützen die Wälder vor der Abholzung und verbrauchen zusätzlich weniger Wasser und Energie bei der Herstellung. Auch innovative Materialien wie z. B. Biokunststoff, der aus landwirtschaftlichen Reststoffen hergestellt wird, wäre eine nachhaltige Verpackungsalternative. Im Vergleich zu herkömmlichen Plastik dauert es maximal 2 Jahre, bis er vollständig abgebaut ist und er hinterlässt keine Restspuren im Boden.

Es liegt größtenteils bei den Online-Händlern ihre negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren. Doch gleichzeitig liegt es auch an uns mehr Verantwortung zu zeigen, indem wir unsere Einstellung und Erwartungen beim Online-shoppen  zugunsten der Umwelt ändern. Kostenloser Versand ist mittlerweile zur Norm geworden und wird von den meisten Online-Shoppern erwartet. Gesellschaftlich gesehen sind aber die Kosten für den Versand von Online-Bestellungen ziemlich hoch. Allein die Auswahl der Abholoption anstelle einer Lieferung führt zu einer deutlichen Senkung des CO2-Abdrucks. Durch die Bevorzugung von Online-Shops, die eine klimaneutrale Lieferung oder nachhaltige Verpackungen anbieten, unterstützt du Unternehmen, die ihre negativen Auswirkungen auf die Umwelt reduzieren. Auch die Reduzierung von Rücksendungen ist eine Möglichkeit die negativen Umweltauswirkungen des Online-Shoppings zu verringern. Letztendlich ist es am nachhaltigsten, wenn wir beim Shoppen nur Dinge zu kaufen, die wir wirklich brauchen.




Unser Beitrag für die Umwelt




l'amour est bleu nachhalitge Versandverpackung

Nachhaltige Versandverpackung

 

Unsere Versandverpackung besteht zu 100% aus recyceltem Papier und ist mit Öko-Farben bedruckt. Alle Materialien können wieder komplett recycelt werden.




l'amour est bleu nachhaltiger Versand

Nachhaltiger Versand

 

Wir versenden klimaneutral per DHL. Bei Mehrfach-Bestellungen werden alle Artikel in einem Paket verschickt.






l'amour est bleu lokale Produktion

Lokale Produktion

 

Wir entwerfen, entwickeln und produzieren alle Kleidungsstücke in Deutschland. Dies spart weite Transportwege und unterstützt die lokale Textilindustrie.




l'amour est bleu made to order

Made to order

 

98% unserer Kleidungsstücke werden Made to order produziert. Dadurch sparen wir natürliche Ressourcen und vermeiden Überproduktion. 




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Bewusst leben, konsumieren und genießen tut der Seele gut

Bewusst leben, konsumieren und genießen tut der Seele gut


Die liebe Lena vom Foodblog meinleckeresleben.com hat für uns ein neues Lieblingsrezept kreiert: Ein Wintergugelhupf nach dem Rezept ihrer Oma mit Schokolade, Mandeln und Äpfeln. Erfahre in ihrem neuen Blogpost mit Rezept, weshalb bewusst konsumieren und genießen der Seele gut tut.


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Das trägt Lena




l'amour est bleu Kleid Amalia aus Bio-Baumwolle



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l'amour est bleu Thien Maxikleid Jasmine

3 JAHRE L’AMOUR EST BLEU


Stehst du manchmal vor so großen Herausforderungen, dass du nicht weißt, wie du sie meistern sollst? Das beschreibt am besten das Gefühl, dass ich vor der Gründung von l’amour est bleu hatte. Heute blicke ich auf das dreijährige Firmenjubiläum zurück und die  große Herausforderung von damals fühlt sich bereits so weit weg an.






Berlin: Geburtsstadt der Träume

In meiner Heimatstadt Hamburg hatte ich bereits mehrere Anläufe zur Gründung eines Modelabels gestartet – allein oder im Team, beides sollte einfach nicht klappen. Dann entschieden mein Mann und ich endlich in die Stadt zu ziehen, die uns regelmäßig anzog: Berlin. Ich kündigte meinen Job in Hamburg und war fest davon überzeugt in Berlin ohne Probleme eine neue Anstellung zu finden. Angebote in der Modebranche gab es genug, doch bereits das erste Vorstellungsgespräch verdeutlichte mir, dass ich etwas Anderes wollte.

Die Tatsache, dass ich Gehaltseinbußen, schlechtere Arbeitsbedingungen und einen langen Arbeitsweg hätte in Kauf nehmen müssen, war Grund genug mich zu fragen: “Willst du das wirklich?” Zurück ins Hamsterrad zu gehen und sich dabei gleichzeitig mehrere Etagen abwärts zu begeben? Für mich war die Antwort eindeutig “Nein!” Ich gab meinem Traum vom eigenen Modelabel eine weitere Chance. Dafür nahm ich auch in Kauf kein Gehalt mehr zu verdienen und mich auf die schlechtesten Arbeitsbedingungen Deutschlands einzulassen! Ich gewann aber Dinge hinzu, die ich in meinem vorigen Berufsleben nicht hatte. Volle Flexibilität, Leidenschaft und vollkommene Entscheidungsfreiheit.





l'amour est bleu Blog


Wie könnte ich alle konventionellen Vertriebskanäle umgehen und zudem noch erwarten, dass Kunden mehr als drei Tage auf ihre Bestellung warten würden! Mal abgesehen davon könne sie auch nicht erkennen, was l’amour est bleu von anderen Modemarken unterscheiden würde. Ich fühlte mich wie die dämliche Modedesignerin, die vom Business gar keine Ahnung hatte.





Business-as-usual funktioniert nicht

Ich tüftelte ein Jahr lang an meiner Idee, um sie im Anschluss von einer Beraterin zerreißen zu lassen. Wie könnte ich alle konventionellen Vertriebskanäle umgehen und zudem noch erwarten, dass Kunden mehr als drei Tage auf ihre Bestellung warten würden! Mal abgesehen davon könne sie auch nicht erkennen, was l’amour est bleu von anderen Modemarken unterscheiden würde. Und so ging es den ganzen Termin lang. Ich fühlte mich wie die dämliche Modedesignerin, die vom Business gar keine Ahnung hatte. Sie verunsicherte mich so sehr, dass ich ihren Rat befolgte und l’amour est bleu im ersten Jahr im Business-as-usual-Modus betrieb. Ich wendete alles an, was ich in meinen zehn Jahren Berufserfahrung gelernt hatte. Alle drei Monate eine neue Kollektion, sich nach der Konkurrenz richten und schön die Gewinnmargen halten. Kaum war die erste Kollektion entworfen, musste schon die zweite entworfen werden. Doch nach welchen Erkenntnissen? Die erste Kollektion wurde noch nicht einmal angeboten! Drei Monate nach der ersten erschien bereits die zweite Kollektion und weitere drei Monate später die dritte. Während die erste Kollektion gut anlief, verkauften sich die beiden darauf folgenden Kollektionen schlecht.





l'amour est bleu Thien Huynh 01





Was mache ich jetzt anders?

Mein Gefühl spielt bei allen meinen Entscheidungen wieder eine grundlegende Rolle. Die Designs der ersten Kollektion basierten nicht auf Trends oder auf den Kollektionen der Konkurrenz, sondern schwebten schon lange in meinem Kopf herum. Genauso entwarf ich auch meine vierte Kollektion. Ich entwarf aus dem Herzen heraus. Natürlich schaute ich nach links und rechts, was die anderen machten und ließ mich von interessanten Ideen inspirieren. Doch ich entwarf ganz frei die Kleidungsstücke, von denen ich glaubte, dass meine Kundinnen sie in ihrem Kleiderschrank gebrauchen könnten.









Von der Vorproduktion zur nachhaltigen Made-to-order

Eine weitere grundlegende Veränderung betraf die Produktion. Hingegen aller Gegenstimmen wollte ich Made-to-order testen. Das Glück wollte es, dass mir meine Freundin Jovan ihre damalige Schneiderin Karen vorstellte. Karens Atelier ist fünf Minuten von meinem Homeoffice entfernt und sie hatte bereits Erfahrung mit Auftragsarbeiten. Hochschwanger tanzte ich bei ihr an, um mit ihr meine Idee zu teilen. So unkompliziert wie Karen ist, war sie bereit es auszuprobieren. Die erste Made-to-order Kollektion war ein Volltreffer! Die Designs waren gut und die Kunden akzeptierten die längere Lieferzeit von ein bis zwei Wochen. So schob ich die nächsten Monate den Kinderwagen zwischen meinem Homeoffice und Karens Atelier hin und her und holte Bestellungen ab. Perfekter konnte es für die Elternzeit nicht laufen!

Als nächstes brach ich das Gesetz vom Halten der Gewinnmarge: Ich nahm eine geringere Marge in Kauf. Bei Einzelanfertigungen kann ich nicht vom Skalierungseffekt “je mehr, desto günstiger” profitieren. Für mich hat das ohnehin wenig mit Nachhaltigkeit zu tun, genauso wenig wie Schneider*innen nur einen Bruchteil an jedem genähten Kleidungsstück verdienen. Meine Schneiderinnen verdienen jetzt teilweise mehr als ich an jedem verkauften Kleidungsstück. Das ist für mich ein fairer Preis, den ich bereit bin zu zahlen.





l'amour est bleu Thien Huynh


Aus dem Herzen heraus zu entwerfen erfordert Mut

Aus dem Herzen heraus zu entwerfen erfordert viel mehr Mut, als es beim Kopieren anderer Designs bedarf. Ich entwerfe immer noch aus dem Herzen heraus und werde mit jeder Kollektion mutiger. Zum heutigen Zeitpunkt kann ich dir noch nicht sagen, wie die neue Kollektion in einem Monat aussehen wird. Es schweben einige Ideen, Themen und Farben in meinem Kopf herum, die zusammen ein stimmiges Ganzes ergeben werden. Das Einzige, was ich dir sagen kann, ist, dass sehr viel Liebe und Arbeit hinein fließen wird.



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